Burgen rund um Bern

Kurzbeschreibungen der Burgstellen und Burgruinen in der näheren Umgebung von Bern

Als Ansatz zur Korrektur der offiziellen Burgenkarte von 2007 gedacht

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Vergleiche auch das Verzeichnis der vom Autor behandelten Burgen in Bern und in der Westschweiz


Das alte Schloß Bremgarten bei Bern. Ansicht von Süden.

Zeichnung von Sigmund von Wagner

Auf dem Bild ist das Alte Schloß Bremgarten dargestellt. Dieses hat die alte Burg Bremgarten mit seiner Motte und dem halbrunden Turm in die Anlage einbezogen. Für den Bau des neuen Schlosses Bremgarten und seinen Garten wurden sukzessive sowohl das Altschloß wie die Altburg abgetragen.

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Einleitung

Bekanntlich gibt es über die Burgen der Schweiz eine alte Burgenkarte in vier Teilen aus den 1970er und 1980er Jahren.

Die neue Burgenkarte von 2007 in zwei Teilen ersetzt die alte. Sie führt gegenüber der alten mehrere bisher unbekannte oder Objekte auf.

Gegenüber der alten ist die neue Burgenkarte kompakter und übersichtlicher für die Anwendung. Statt aus vier besteht die neue aus zwei Teilen, der Übersichtskarte und dem Textbuch, das auch einige Detailkarten enthält.

Leider hat die neue Burgenkarte einige schwere und ärgerliche Mängel. Der Autor hat sie in seiner Besprechung der neuen Burgenkarte von 2007 aufgeführt.

Die wichtigsten Punkte der Kritik sind folgende:

Gegenüber der alten Burgenkarte sind etliche Objekte unter einem neuen Namen aufgeführt. Dabei wurden die alten Bezeichnungen weggelassen.

Beispiel: Während man früher die Burgstelle in Arch BE unter Bisenlee suchen mußte, figuriert sie heute unter Schloßhubel. - Die Burgstelle am Schwandenberg bei Schüpfen wird dialektal als Chlosterhubel wiedergegeben.

Dann sind die Beschreibungen der Objekte meistens mehr als dürftig.

Beispiel: Zu Sternenberg bei Scherliau (Gemeinde Köniz) wird gesagt: Auf dem Hügel südlich der Scherli-Au. … Keine Mauerreste sichtbar.

Der Platz, der für eine etwas ausführlichere Beschreibung des Objekts zur Verfügung gestanden wäre, wird in der neuen Burgenkarte mit irrelevanter erfundener Geschichte angefüllt.

Beispiel: Von der ehemaligen Burg Nydegg in Bern wird nur der wieder ausgegrabene und rekonstruierte Sod erwähnt. Es fehlen Hinweise auf die Ausgrabungen, auf das Aussehen und auf die dort angebrachte Tafel mit dem Plan der Burg.

Dafür erfährt man unglaubliche Dinge über die angebliche Geschichte jenes Platzes:

Gegr. wohl M. 12. Jh. durch die Zähringer, 1218 erw. als Reichsburg, im Interregnum (1266 – 1272) von Bern geschleift und mit Nydegg-Kirche (1341 – 46) überbaut.

Beim Rundturm von Geristein wird weiter der absurde pseudohistorische Hinweis angefügt, dieser sei „1298“ von den Bernern zerstört worden.

Und überhaupt werden in der neuen Burgenkarte alle Objekte willkürlich phantastischen Epochen zugewiesen. Von der Bronzezeit über die Eisenzeit, zu den Römern, dann dem Früh- und Hochmittelalter ist alles vertreten. – Und urkundliche Erwähnungen eines Platzes scheinen dem Bearbeiter wichtiger zu sein als eine korrekte Beschreibung der Anlage.

In der neuen Burgenkarte gibt sogar inhaltliche Fehler: Die Burgstelle Räsch bei Düdingen findet sich auf der Karte auf der anderen Seite der Saane bei Freiburg eingefügt. – Und von wo die Herausgeber die Angaben über eine nicht existierende Burgstelle Sternenberg im Forst bei Neuenegg haben, wird nicht gesagt.

Seit Jahren gibt es über mehrere Objekte Artikel in der Wikipedia. Diese sind jedoch in den meisten Fällen wertlos: Sie geben nur die konventionellen Angaben wieder, erzählen jedoch eine Menge angeblicher Geschichte. – Die Autoren haben die behandelten Burgstellen offenbar gar nicht besucht.

Man hüte sich auch vor Aussagen über Burgen von Archäologen: Diese geben nur konventionelle Ansichten wieder und ersticken jeden vernünftigen Ansatz mit unsinnigen Zeitstellungen und Jahrzahlen.

Der Autor beschränkt sich bei der Kritik der neuen Burgenkarte auf den westlichen Teil. – Wenn hier der Anfang einer Korrektur unternommen wird, so sollen zuerst die wichtigsten Burgstellen rund um Bern aufgeführt werden.

Vor allem wurden hier Erdburgen, Burgruinen und sichere Burgstellen aufgenommen werden. – Erhaltene Schlösser, unsichere Objekte und Wohnschlösser (Campagnen) hingegen wurden weggelassen.

Jeder Burgenartikel enthält eine genaue Ortsangabe und eine kurze Beschreibung der Anlage. Dazu kommen Hinweise auf alte Abbildungen und auf Ausgrabungen und Sondierungen.

Die Datierungen sind gemäß der Geschichts- und Chronologiekritik anzusetzen. Nur in Ausnahmefällen werden Datierungsansätze vorgeschlagen.

Beispiel: Der Rundturm von Geristein, ein typisches Beispiel eines Wehr- oder Artillerieturms der Gotik, ist etwa gegen 1750 anzusetzen.

Falls der Autor einen besonderen Online-Artikel über das Objekt verfaßt hat, so ist dies vermerkt.

Sonstige Literatur ist nicht aufgeführt. Zu den Burgen in Bern und in der Westschweiz gibt es keine neueren Beschreibungen, die brauchbar sind.

Zu etlichen Burgen gibt es exakte Pläne. Diese jedoch sind privat oder in den Händen von archäologischen Dienststellen.

Die Koordinaten-Angaben der Burgstellen wurden hier weggelassen. – Es ist zu wissen, daß solche Punkte für die Vermessung nicht willkürlich gesetzt werden dürfen. Beispielsweise ist der Standort eines Sods oder einer Mauerecke häufig zutreffend.

Der Autor hat alle verzeichneten Burgstellen besucht. – Bei einigen Objekten kann eine erneute Begehung möglicherweise zu Änderungen in der Beschreibung führen.

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Liste der Burgstellen rund um Bern

Ägerten am Gurten

Erdburg mit geringen Mauerspuren auf einem Hügel auf der Ostseite des Gurten-Bergs südlich von Bern in der Gemeinde Köniz.

Markante Motte, auf drei Seiten von einem Graben mit Ringwall umgeben. Die vierte Seite gegen NE verläuft gegen einen Steilabfall.

Der Burghügel trug ehemals einen Donjon von ungefähr 12 x 15 Metern und ca. 10 Metern Höhe. Dieser ist auf einem Aquarell von Kauw noch fast ganz erhalten, auf einem Stich von Lory um 1815 noch mit hoch aufragendem Mauerwerk.

Heute sind von dem Turm sind heute nur noch ein paar geringe Mauerreste zu sehen.

Auf der NW- und der SE-Seite der Motte ist je ein Geländeabsatz zu erkennen.

Im Süden des Ringwalls finden sich ein großer Findling sowie ein Vorwerk, welches als Erdzeichnung zu deuten ist.

Die Herren von Ägerten oder Egerdon sind Geschichtssage.

Anmerkung: Eine Erdburg Ägerten gibt es im Kanton Bern auch unterhalb von Waldhäusern auf der Moosegg im Emmental, sowie auf dem Goldhubel an der Zihl westlich von Ägerten und südlich von Brügg.

Vergleiche den Online-Artikel über Ägerten am Gurten. Ebenfalls beachte man die vom Verfasser neu herausgegeben Erzählungen von Johann Rudolf Wyss Der Abend zu Geristein und Der Ritter von Ägerten.

Allmendingen bei Bern

Der Burgenmaler Albrecht Kauw stellt in einem Aquarell eine mit Allmendingen betitelte Ruine eines mächtigen quadratischen Turms dar.

In den 1980er Jahren wurde der Grundriß jenes verschwundenen Turms im Unterbau eines Einfamilienhauses im SW des Dorfes festgestellt.

Alt Bubenberg

Burgstelle auf einem zum Südufer der Aare hinabführenden Grat nordöstlich von Frauenkappelen.

Ein Hohlweg führt von Süden zur Anlage.

Das Objekt gliedert sich in vier Kuppen, die teilweise durch künstlich erweiterte oder geschaffene Einschnitte entstanden sind: eine niedrige südliche, eine mittlere höhere sowie den eigentlichen Burghügel, mit Felsen auf der Nord- und Ostseite.

Der Burghügel hat an seinem Steilhang gegen Westen einen in den Sandstein getriebenen Sodbrunnen.

In der Literatur wird of ein Flankenwall gegen Westen erwähnt, der aber nicht existiert hat. Dagegen ist im NE unterhalb des Haupthügels ein Vorhügel zu erkennen.

Die Burgruine Neu Bubenberg bei Schliern hat keinen Bezug zu dem Objekt bei Frauenkappelen. Das Geschlecht der Bubenberg ist sagenhaft.

Vergleiche den Online-Artikel über Alt Bubenberg.

Alt Burgistein oder Schönegg

Burgstelle an der Südostecke eines gegen das linke Gürbetal vorspringenden Sporns, beim Weiler Äbnit, in der Gemeinde Burgistein gelegen.

Sichtbar sind ein eckiger Burghügel. Dieser ist auf der Süd- und Ostseite durch einen steilen Abhang geschützt. Auf der Nord- und Westseite war der Burg ein doppelter Wall und Graben vorgelagert. Von diesem ist die Nordseite fast vollständig erhalten. Gegen Westen ist der äussere Wall und Graben verschwunden, da er ausserhalb des Waldes zu liegen kam.

Auf dem Burghügel sind geringe Mauerreste zu sehen.

Sondierungen in den Jahren 1959 - 1964 auf dem Burgplatz legten den Grundriss einer Umfassungsmauer in Form eines unregelmässigen Rechtecks oder Trapezoides frei.

Vergleiche auch den Artikel über Alt Burgistein oder Schönegg.

Alt Hünigen

Gut erkennbarer länglicher, heute baumbestandener Burghügel linkerhand der Strasse von Konolfingen nach Niederhünigen, in einer ehemals sumpfigen Gegend.

Auf der südlichen Schmalseite ist noch schwach ein Graben zu erkennen, ansonsten finden sich auf der abgeflachten Kuppe keine alten Spuren.

Auf einem Aquarell von Albrecht Kauw wird eine imposante hoch aufragende Burgruine in einer Gegend abgebildet, die an das Aaretal in der Gegend von Münsingen erinnert. Das Bild ist von späterer Hand falsch mit Münsingen beschriftet worden.

Der Autor hat vor Jahren nachgewiesen, daß Kauws Aquarell die ehemalige Burgruine Alt Hünigen darstellt. Es war demnach eine Wehranlage mit einer Umfassungsmauer und einem rechteckigen oder runden Turm.

Da nur Kauw (etwa um 1770) die Ruine darstellt, muß man annehmen, daß die Reste von Alt Hünigen spätestens um 1800 vollständig abgetragen wurden. Die ehemalige Ruine der Sumpfburg geriet in Vergessenheit.

Vergleiche den Online-Artikel über Alt Hünigen.

Alt Münsingen

Die Burgstelle liegt auf der Südseite am Rande des Steilabfalls des Grabentälchens, im Osten der Gemeinde Münsingen. Bei Ausgrabungen 1920 wurden auf dem Burghügel Mauern festgestellt.

Aspikopf oder Aspitanne

Erdwerk auf einem bauchigen, gegen den Leubach vorspringenden Sporn, westsüdwestlich von Murzelen in der Gemeinde Wohlen. Ein flach gewölbtes ovales Plateau war gegen die Hochfläche im Osten durch zwei kurze Wälle und Gräben abgeschnitten. Von diesen sind neben einem Fahrweg noch deutliche Spuren zu sehen.

Ballmoos

Burgstelle südwestlich von Uettligen, am linken Rand des bewaldeten Burggrabens, zur Gemeinde Wohlen gehörig. Der namensgebende Weiler Ballmoos liegt in einiger Entfernung vom Objekt auf der anderen Seite des Bachs.

Ovaler, leicht überhöhter Burghügel auf einem Felsen über dem Burgbach. Im Norden ist noch der Halsgraben erhalten, welcher auf der Ostseite eingeebnet ist, da er dort auf dem freien Feld liegt.

Unterhalb der Burgstelle findet sich auf einer Felskanzel der Eingang zu einem Tunnel. Dieser hatte jedoch keine Beziehung zur Burg.

Anmerkung: Auf den Burgenkarten wurde die Burg in der Nähe des Weilers Ballmoos bei Jegenstorf gesucht, aber nicht gefunden.

Bantiger

Die Kuppe des 947 Meter hohen Bantigers nordöstlich von Bern wird seit 1954 von einer Sendeantenne dominiert. Diese wurde in den 1990er Jahren neu errichtet und kann bis zu einer Aussichtsplattform bestiegen werden.

Namensgebend für den Berg wurde der südwestlich gelegene Weiler Bantigen.

Der alte Name des Bantigers war Rietlisberg.

Die Höhe des Bantigers nahm in alten Zeiten eine Wehranlage ein, mit einer gegen WNW gerichteten Längsachse. Im Osten ist zu beiden Seiten des Fahrwegs noch deutlich ein gegen NE gerichteter langer und tiefer Halsgraben zu sehen, mit einer leichten Abwinkelung gegen Süden auf der Höhe des heutigen Zugangswegs.

Die eigentliche Burg bestand aus einem länglichen, schmalen Grat mit den Massen von ungefähr 140 x 20 Meter. - Der Burghügel war allseitig teilweise künstlich geböscht.

Die westliche Schmalseite hat ein tiefer gelegenes, gegen NW gerundetes, markantes Felsplateau, welches Teil der Anlage war.

Die Burganlage mit dem unteren Plateau bildete ein gegen NW gerichtetes Dreieck.

Trotz den heutigen technischen Anlagen auf dem Bantiger ist der Grundplan der Höhenburg mit der digitalen Luftaufnahme LIDAR im Grossen und Ganzen zu bestimmen.

Vergleiche auch den Online-Artikel über die Höhenburg Bantiger.

Bremgarten bei Bern

Die bauchige Aareschleife von Bremgarten bildete in alter Zeit einen integralen Bestandteil des Systems der Engehalbinsel.

An der engsten Stelle der Flußschleife von Bremgarten stand in alter Zeit eine Burg. In gotischer Zeit wurde an diese im Osten ein weitläufiges Schloß angebaut. Dieses wurde im ausgehenden 18. Jahrhundert abgetragen und das heutige Neue Schloß errichtet. Zur Anlage des Gartens wurde bald darauf die alte Burg eingeebnet.  Auf alten Bildern ist diese jedoch noch vollständig erhalten zu sehen (siehe Bild).

Die alte Burg Bremgarten war demnach eine kreisrunde Anlage, bestehend aus einer markanten Motte, auf beiden dem Land zugewandten Seiten mit einem Graben gesichert. Eine doppelte Ringmauer umgab den Burghügel. Auf der Kuppe selbst erhob sich ein rechteckiger Turm, der gegen die Ostseite hin offen war.

Auf der Aareseite im Norden sind noch geringe Reste der äußeren Ringmauer der Burg zu sehen.

Über das Rätsel der Gleichartigkeit von Bremgarten bei Bern und Bremgarten im aargauischen Freiamt (gleich wie Wohlen und Muri) vergleiche den Online-Artikel: Bern, Muri, Wohlen: bei Bern und im Aargau

Bremgartenwald bei Bern

In der Mitte des Bremgartenwalds bei Bern verzeichnet die aktuelle Landeskarte eine "prähistorische Wehranlage".

Es ist dies jedoch eine "keltische" Viereckschanze oder Rechteckschanze.

Vergleiche darüber den Artikel über die Viereckschanzen oder Rechteckschanzen in der Schweiz.

Büfelhölzli oder Kästlifuren

Westlich von Vorderfultigen in der Gemeinde Rüeggisberg findet sich unterhalb des Hofes Kästlifuren eine mächtige gegen N gerichtete Erdburg.

Im E hat eine in den Burgkörper gegrabene Zufahrt die Befunde teilweise zerstört. Doch ist die Anlage noch deutlich zu erfassen.

Gegen die Bergseite hat die Burg zwei Abschnittswälle. Diese schützen einen kreisrunden Burghügel, der gegen N und W durch Gräben ausgeschnitten ist.

Ein steiler Abhang schützt die gesamte W-Seite.

Vergleiche den Artikel über Büfelhölzli oder Kästlifuren.

Bühlhölzli

Vorgeschichtliche Wehranlage auf der Höhe bei Pt. 653 eines länglichen, gegen das linke Gürbetal vorspringenden Sporns, 400 m östlich und 50 m tiefer der Burgstelle Alt Burgistein oder Schönegg (siehe diese).

Sichtbar ist eine gegen Norden gerichtete bogenförmige Böschung. Davor ist ein ehemaliger Graben zu vermuten. Die Südseite war durch einen steilen Abhang geschützt.

Am Westende der Böschung befindet sich ein grosser Findling.

Bümpliz

Das Alte Schloß Bümpliz ist archäologisch untersucht worden. Es war eine ursprüngliche Wasserburg von rundlichem Grundriß. Die spätere Steinburg bestand aus einer Ringmauer mit einem Rundturm in der Mitte.

Schon Albrecht Kauw stellte in einem seiner Aquarelle das Schloß ungefähr in dem heutigen Zustand dar.

Das Neue Schloß Bümpliz steht südlich des Altschlosses.

Bürglen

Spuren einer großen Abschnittsbefestigung auf dem westlich unterhalb der Falkenfluh vorgelagerten Bürglen-Hügel, mit dem höchsten Punkt 860, rechterhand der Strasse zwischen Oberdiessbach und Bleiken.

Sichtbar ist im Süden des Plateaus eine künstliche Böschung, die sich in leichter Biegung gegen Nordosten zieht. Davor kann ein ehemaliger Graben vermutet werden. Das schmale dreieckige Plateau mit einem langhalsigen Kopf im Norden hat die ungefähren Masse 210 (gegen Westen) x 130 (Böschung) x 140 (gegen Osten).

Der Hubel gehört größtenteils zur Gemeinde Brenzikofen; der nördliche Kopf jedoch zu Herbligen und die Böschung gegen SE zu Bleiken.

Die drei Gemeindegrenzen stossen jenseits der Strasse an dem Teufelsstein genannten Findling zusammen.

PS: Die Burgstelle ist auf der neuen Burgenkarte der Schweiz von 2007 nicht mehr verzeichnet!

Chutzenhubel bei Frienisberg

Die Kuppe des 820 Meter hohen Chutzenhubels südwestlich oberhalb von Frienisberg trägt eine Erdburg. Diese bestand aus einem länglichen Burghügel, der gegen die Nordseite steil abfällt. Auf den übrigen drei Seiten hatte das Plateau Randwülste und war einst durch einen Graben geschützt.

Der Berg trug einst einen Chutz, eine Hochwacht.

Der Flurname Kastel hat sich in der Umgebung erhalten.

Seit 2010 erhebt sich auf dem Chutzenhubel ein 40 Meter hoher Aussichtsturm.

Vergleiche den Artikel über den Chutzenhubel bei Frienisberg.

Dentenberg

Burgstelle auf einem felsigen, gegen das Gümligental gerichteten Vorsprung am Westrand des Dentenbergs, zur Gemeinde Muri gehörig. Ein Abschnittsgraben im Osten trennt einen zweistufigen Burghügel vom Berg.

Diessenberg

Die Burgstelle liegt südöstlich oberhalb von Oberdiessbach und östlich oberhalb des Gehöfts Unterhaus auf einem steilen, bewaldeten Ausläufer der Falkenfluh.

Die Anlage ist vom Berg durch einen schmalen Grat mit einem Halsgraben getrennt. An den Graben schließt sich eine sehr steile, ca. 15 Meter hohe Böschung an, deren Kuppe zuoberst felsig ist. Diese schützt einen darunter gelegenen Burgplatz, der ehedem von einer Mauer umschlossen war. Der Turm oder Donjon oder Bering hatte gegen W eine spitzen Winkel und eine leicht gewinkelte Hauptseite gegen Norden. Mauerreste sind keine mehr vorhanden. - Doch zeigt eine alte Abbildung noch hoch aufragende Mauern.

Unterhalb des Burghügels im W ist ein geschwungener Halsgraben festzustellen.

Vergleiche den Artikel über Diessenberg bei Oberdiessbach

Eggliburg bei Rapperswil BE

Nordwestlich der Ortschaft und westlich der Ziegelei findet sich auf einem Geländesporn über dem Hoschwerzibach ein markanter ovaler Burghügel von ca. 40 x 50 Metern mit einer steilen Böschung gegen SE.

Es wird von einer Sondierung 1951 berichtet.

Anmerkung: Östlich, auf der anderen Seite des Tals, gibt es ein Waldstück, das Eggliburg heisst. Der Burgname ist gewandert.

Engehalbinsel bei Bern

Die Enge ist nach den Erkenntnissen des Autors durch eine Flußumleitung der Aare künstlich geschaffene Halbinsel in Form einer Schwurhand. An der schmälsten Stelle markiert eine Delle im Gelände noch heute den ehemaligen Verlauf der Aare Richtung Westen.

Die Engehalbinsel bildete in alten Zeiten ein Oppidum, was Burg bedeutet. Im Westen haftet noch heute der Flurname Burgau oder Felsenau.

Die Engehalbinsel ist zusammen mit der auffälligen bauchigen Flußschleife von Bremgarten bei Bern zu sehen (siehe dieses).

Befestigt war die Engehalbinsel zuerst durch einen tiefen Halsgraben im Süden, der stark verändert noch heute besteht. Der Zugang führt noch heute über eine Brücke.

Weiter sind auf der Engehalbinsel „keltische“ Wälle nachgewiesen. Vor allem fällt ein relativ gut sichtbarer Wall gegen das Zehendermätteli hin auf. An der Nordspitze gegen Reichenbach sind Spuren einer Zugangsbefestigung sichtbar. Ferner findet sich im Osten, am Absturz des Thormannbodenwalds gegen die Aare hin, ein kurzes, gegen Norden gerichtetes Wallstück.

Auf dem Roßfeld, bei der gallorömischen Arena, wurde ein winkelförmiges Stück Wall festgestellt. – Der Autor hat nachgewiesen, daß dieses gegen Norden hin mit einem gegen den heutigen Reichenbachwald gerichteten Abschnittswall verbunden war. – Das Roßfeld mit der Arena und drei Viereckstempeln bildete also eine abgeschlossene Befestigung.

Die Behauptung der Archäologen, die ganze neun Kilometer lange Innenseite der Engehalbinsel sei von Wällen umgeben gewesen ist nicht nachzuweisen.

Über die Engehalbinsel äußert sich der Autor in dem Buch Die Ursprünge Berns, sowie in verschiedenen Online Artikeln, besonders: Die Arena auf der Engehalbinsel bei Bern.

Englisberg am Längenberg

Ehemalige Burgstelle bei Englisberg, früher auch Entlisberg (Gemeinde Wald), auf dem Längenberg südlich des Gurtens.

Der Standort der Burg wird heute auf der Englisberg-Egg nordöstlich des Weilers Englisberg angegeben.

Doch nach einer Karte von 1818 ist der Standort der Burgstelle am Westrand der Hochebene, am Rande des Waldtobels Gummersloch, westlich der Anstalt Kühlewil zu suchen. Deutliche Spuren sind jedoch nicht mehr vorhanden.

Ebenfalls erwähnt eine Karten-Skizze von 1815 die Ruinen von Englisberg am Ostrand des Gummerslochs.

Eine Burg mit Namen Englisberg gab es auch über der linksufrigen Saane nördlich von Freiburg - Fribourg. Vergleiche darüber den Artikel über Englisberg bei Granges-Paccot.

Flugbrunnen

Oberhalb von Flugbrunnen, eigentlich Fluh-Brunnen, in der Gemeinde Bolligen findet sich auf einem markanten südwestlichen Ausläufer des Stockerenbergs eine Erdburg. Diese ist zuerst kenntlich an einem in nordwestlicher Richtung verlaufenden Abschnittgraben, dann einer ersten und in einem gewissen Abstand dahinter einer zweiten Böschung.

150 Meter im Nordosten oberhalb der Burgstelle liegt die markante Luderfluh, welche als Vorwerk der Anlage anzusehen ist.

Im steilen Südhang unterhalb der Burgstelle findet sich ein auffälliges Felstor.

Vergleiche den Online-Artikel über Flugbrunnen, die Luderfluh und über das Felstor.

Frumberg (Hünliwald bei Allmendingen bei Bern)

Erdburg auf einer länglichen, nach Nordwesten gerichteten Höhe im Hünliwald zwischen Muri bei Bern und Allmendingen bei Bern.

Das Objekt besteht aus einem Burgplatz, der ein Doppelquadrat von etwa 14 x 28 Metern bildet. Der Platz ist gegen beide Längsseiten durch je einen Abschnittsgraben gesichert. Das Plateau zeigt auf drei Seiten – außer gegen Nordosten - Randwülste.

Vor dem nordwestlichen Ende des Hügels ist ein weiterer Graben zu erkennen.

Auf den Burgenkarten ist das Objekt namenlos. Der Autor hat nachgewiesen, daß die Burg Frumberg hieß, ein Name, der heute an einem Waldstück im Westen des Hünlibühls haftet.

Vergleiche über den den Online-Artikel über den Frumberg.

Geristein

Burgstelle auf dem östlichen, spitzen Ende eines auffälligen dreieckigen Sandstein-Grats beim Weiler Geristein nördlich von Bolligen.

Der felsige Burgplatz ist im Osten und im Süden durch je einen in den Felsen gehauenen Graben abgetrennt. Gegen Nordwesten hat der Platz ein niedrigeres Plateau mit einer auffälligen, künstlich geschaffenen Höhle gegen die Burg hin.

Geristein besteht aus einem in Sandstein aufgeführten Rundturm mit einer an der Basis gut drei Meter dicken Mauer. Die inwendigen Quader sind glatt, die Blöcke gegen außen mit charakteristischen Buckeln versehen.

Der Stumpf des Rundturms wurde in den 1970er Jahren unglücklich durch abgetreppte Betonplatten gesichert.

Ein Aquarell von Albrecht Kauw zeigt den Turm noch in ursprünglicher Höhe. Auch das erste Photo von 1875 belegt noch eine größere Höhe der Ruine.

Fehlende Öffnungen auf den alten Bildern lassen darauf schließen, daß der Turm keine besondere Funktion hatte. Auch der Sandstein als Baumaterial und die Bossierung der Quader belegt eine Entstehungszeit kurz nach der Burgen-Ära.

Das Plateau des Rundturms war durch eine Mauer umschlossen, von welcher beim Turm noch Reste sichtbar sind.

Der ursprüngliche Zugang war wie heute von Osten.

Auf der Innenseite des südlichen Halsgrabens findet sich in drei Metern Höhe eine Nische.

Der nach Südwesten gerichtete Felsgrat von Geristein weist an seinem Ende ein auffälliges, künstlich geformtes Felstor, den sogenannten Elefanten auf.

An der Außenwand des östlichen Felseinschnitts findet sich die Figur eines Mannes.

Vergleiche die Online-Artikel über den Rundturm von Geristein und über Die Felsfigur des Elefanten bei Geristein. Vergleiche auch die vom Autor neu herausgegebene Erzählung von Johann Rudolf Wyss Der Abend zu Geristein von 1825.

Grauholz

Erdburg auf einem steilen, nach NNW gerichteten Grat unterhalb der Höhe des Grauholz-Bergs beim Punkt Schwarzkopf.

Ein in westöstlicher Richtung verlaufender Abschnittsgraben bildet ein Burgplateau von dreieckiger Form.

Der Burgplatz scheint in alter Zeit als Chutz, als Hochwacht gedient zu haben.

Vergleiche einen Online-Artikel über die Burgstelle im Grauholz (im Zusammenhang mit den Felsportalen in der Region Bern).

Gümmenen

Auf dem Festihubel südlich des Weilers Gümmenen finden sich die Reste einer gewaltigen Burganlage.

Über dem Felsabsturz zur Saane liegt der Burghügel, der eine ursprünglich rechteckige Form hatte. Am NE-Ende findet sich ein halbrunder Vorsprung, der wohl einen Sod darstellte. Im südlichen Teil des Plateaus deuten geringe Mauerspuren auf einen rechteckigen Turm hin.

Den Burghügel schützte ein mächtiger Ringwall, mit einem Scheitel im Osten. Ein zweiter Graben trennte den Wall vom Plateau im Osten.

Der südliche Ringgraben vor dem Burghügel weitet sich gegen Norden hinab fast zu einer Schlucht.

Das Zwingherrenloch, ein unterirdischer Gang vom Felsabsturz unter dem Burghügel, ist heute nicht mehr sichtbar.

Der ursprüngliche Name der Burg war wohl Maus(s), der Weiler östlich der Anlage.

Vergleiche den Online-Artikel über die Burg Gümmenen.

Gurten

Der bekannte Berg südlich von Bern weist heute keine alten Spuren mehr auf - ausgenommen die Burgstelle Ägerten im Ostteil des Hügels.

Doch kann angenommen werden, daß der Gurten der ursprüngliche Burgberg der Stadt darstellte und befestigt war.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts sollen beim heutigen Westsignal noch Reste eines Ringwalls vorhanden gewesen sein.

Ein ehemaliger Abschlußwall gegen Osten kann beim heutigen Ostsignal vermutet werden.

Vergleiche den Online-Artikel des Autors über den Gurten.

Gysnaufluh oder Gisnaufluh

Im Osten von Burgdorf findet sich auf dem nördlichen Ende der Gysnauflüe, ca. 100 Meter über dem Steilabsturz zum rechten Ufer der Emme eine Erdburg.

Die Mitte des gegen Nordwesten gerichteten Sporns nimmt ein runder Burghügel ein, der gegen die Bergseite durch einen halbkreisförmigen Graben geschützt ist.

Ein grosses Loch in dem Burghügel deutet wahrscheinlich einen ehemaliges Sod an.

In vierzig Meter Entfernung ist der Sporn durch einen ausgeprägten, etwa vierzig Meter langen Wall mit davorliegendem Graben geschützt. - Wall und Graben haben eine Orientierung von etwa 40° NE.

NB: Die Gysnaufluh ist durch eine 42° NE-Linie mit der Höhenburg Bantiger und der Höhenburg Feyla bei Le Mouret FR verbunden.

Vergleiche den Online-Artikel über die Gisnaufluh.

Heugraben

Erdburg südlich von Murzelen (Gemeinde Wohlen BE) im Heugraben.

Als südlicher Abschluß eines langen, schmalen Geländesporns im Heugraben erhebt sich, durch einen Halsgraben abgetrennt, ein markanter Burghügel. Dieser weist einen deutlich erkennbaren ehemaligen Sod auf und hat zwei Geländeabsätze, einer gegen Süden, der andere gegen Südwesten.

Vergleiche den Online-Artikel über Heugraben.

Hohburg

Die Hohburg, ursprünglich Hoch-Burg, liegt auf halber Höhe der steilen Nordseite des Belpbergs, südwestlich von Belp und in dieser Gemeinde gelegen. Es ist dies eine von zwei Tobeln eingefaßte, gegen drei Seiten steil abfallende, teils felsige Spornanlage von über 60 Metern Länge.

Ein in NS-Richtung verlaufender Graben trennt den Sporn vom Berg.

Die Anlage besteht zuerst aus einem, besonders von der Bergseite markanten, pyramidal aussehenden Burghügel. Diesem ist unterhalb, gegen den Graben hin, ein schief laufender Geländeabsatz vorgelagert.

Hinter dem Burghügel, durch eine Rinne abgetrennt, findet sich ein ungefähr rechteckiges Plateau mit Mauerspuren. Hier stand der ehemalige rechteckige Turm, welcher auf einem Bild von 1820 dargestellt ist.

An der Spitze des Sporn finden sich die teilweise noch hoch aufragenden Reste einer etwa zwei Meter dicken Mauer. Diese hatte keine Verbindung mit der übrigen Anlage und ist als eine Repräsentations- oder Imponiermauer zu deuten ( mit dem dahinter stehenden Turm).

Der Burghügel trägt etliche Mauerspuren und Mauerreste. Auf der Höhe des Burghügels ist ein Gebäude zu vermuten. Gegen Süden und Osten war die Kuppe durch eine Ringmauer geschützt.

Vergleiche den Online-Artikel über die Hohburg am Belpberg.

Jaberg

Auf der linken Seite der Aare, etwas oberhalb der Aare-Brücke, findet sich ein flacher Burghügel mit Spuren eines Grabens gegen Norden.

Es wird behauptet, daß der ganze, teilweise überbaute Hügelrücken bis zur Brücke, ein Teil der Burg war. Dies ist jedoch fraglich und darf bezweifelt werden.

Klosterhubel

Burgstelle auf einem markanten, gegen Norden gerichteten Sporn unterhalb der Höhe des Schwandenbergs, südlich des Gehöfts Hetzistall, in der Gemeinde Schüpfen gelegen.

In der Literatur wurde das Objekt früher als Schüpfen bezeichnet.

Der leicht gekrümmte, abfallende, etwa 90 Meter lange Burghügel endet zuoberst gegen die Bergseite hin in einer etwa vier Meter hohen Böschung. Der Hals gegen den Berg hin ist heute eben, war aber früher sicher durch einen oder mehrere Gräben und Wälle gegliedert.

An der Westflanke des Burghügels führt heute ein Fahrweg entlang. Die Eintiefung des Wegs führte zur irrigen Ansicht, die Anlage hätte einen Flankenwall besessen.

Im NW oberhalb des Burghügels wird ein Grabhügel vermutet.

Vergleiche den Online-Artikel über den Klosterhubel.

Kramburg

Die Kramburg liegt im südlichen Teil des Belpbergs, linkerhand eines Bach-Tobels, der in die Gürbe mündet, nordöstlich oberhalb von Gelterfingen und zu dieser Gemeinde gehörig.

Zentraler Teil der Anlage ist ein markanter Burghügel. Dieser zeigt im digitalen Luftbild deutlich den Grundriß einer darauf errichteten Steinburg. Diese bestand aus einem quadratischen Turm und gegen Osten einem daran anschließenden gemauerten Bering.

Gegen ein kleines Plateau im Osten fällt der Burghügel bis zu fünf Metern in einen halbrunden Graben ab, der an der Nordseite gegen das Tobel hin in den Felsen gehauen ist.

Die Motte und das Plateau wurden gegen N und E durch einen hohen ersten Wall mit davor liegendem Graben geschützt. Der Wall ist heute durch einen Zugangsweg in zwei Teile geschnitten.

Gegen NE folgte dem ersten Abschnittswall in weniger als zehn Metern Höhe ein zweiter winkelförmiger Abschnittswall mit einem markanten Scheitel in der Mitte.

Am Südfuß des Burghügels findet sich ein in E-W-Richtung leicht gebogen verlaufender noch hoch aufragender Mauerzug, mit einer zurückspringenden Ecke gegen E. - Der gemauerte Geländeabsatz ist als Zugangsrampe zu sehen. Der ursprüngliche Zugang muß von E über den Graben zu dieser Rampe gewesen sein.

Ein Aquarell von Kauw stellt von der Kramburg neben dem Mauerwerk noch einen hoch aufragenden Turm dar.

Vergleiche den Online-Artikel über die Kramburg bei Gelterfingen.

Liebefels

Die Burgstelle Liebefels liegt auf der felsigen Sodfluh, einem nördlichen Ausläufer des Bantigers, rechts neben dem Laufenbach und oberhalb des Weilers Hub in der Gemeinde Krauchthal.

Der Zugang zur Burg ist von der Galgenhöhe, im Südwesten.

Die Anlage besteht aus einem imposanten länglich ovalen Burghügel, der gegenüber dem Graben im Osten und SE eine Sprunghöhe von teilweise über 15 Metern hat.

Dem geschwungenen Abschnittsgraben im Osten ist ein Wall vorgelagert, der gegen SE eine markante Scheitelhöhe hat.

Der Burghügel selbst besteht aus einem niedrigeren südlichen und einem höheren östlichen Teil. Dazwischen liegt eine kleine Delle, in welcher sich ein wiederausgegrabener Sod von unbekannter ursprünglicher Tiefe findet. Der Sod gab der Fluh seinen Namen.

Der nördliche Burgplatz mit einer Höhe von 739 Metern trug einstmals einen rechteckigen Turm, dessen Spuren bei Ausgrabungen Ende der 50er Jahre festgestellt wurden.

An den Burghügel schließt sich an seinem Fuß gegen NW ein länglicher und schmaler felsiger Hals an, der an einer rundlichen Felskanzel über dem Steilabsturz der Sodfluh endet.

Besonders zu erwähnen ist ein Felsaufbruch südlich des Burghügels. Dieser hat eine Orientierung gegen SW hin und ist als Fortsetzung des Burggrabens zu sehen. Zwischen Graben und Felsaufbruch entstand so eine Zugangsrampe zum Burghügel.

Die Angaben in der älteren Literatur, wonach das Felsportal einen alten Steinbruch darstelle, sind zu verwerfen.

Vergleiche den Online-Artikel über Liebefels auf der Sodfluh bei Hub.

Moosseedorf

Nördlich der Kirche von Moosseedorf ist ein ehemaliger Burghügel im Gelände noch schwach erkennbar.

Neu Bubenberg

Am östlichen Ende einer hohen Hügelkuppe südlich von Schliern (Gemeinde Köniz) finden sich bedeutende Mauerreste eines Burgturms oder Donjons.

Gegen NW erhebt sich eine Frontmauer von heute noch beachtlicher Höhe und mit einer Orientierung von ungefähr 64° NE. Die Quader der Außenmauer hatten ursprünglich Bossen oder Buckel. An den Ecken finden sich die Reste von zwei Flankenmauern, die gegen SE zangenförmig zulaufen. An der Hauptmauer ist der Rest einer Innenmauer sichtbar. Ein in OW-Richtung verlaufender Mauerzug im Südteil scheint eine Zugangsrampe darzustellen.

Die Burgruine wurde 1938 untersucht, im Plan aufgenommen und gesichert. Bei der Renovation wurde jedoch der Charakter der Außenmauer entstellt: Die Buckel wurden abgeschlagen, das Mauerwerk so geglättet.

Ein Graben ist im Osten der Anlage zu erkennen.

Von der Art her scheint Neu Bubenberg eher ein - wahrscheinlich gotisches - Wohnschloß gewesen zu sein, denn eine Wehrburg.

Ein Aquarell von Kauw zeigt Neu Bubenberg bereits als Ruine. Die Burg kann nicht lange bestanden haben.

Die Ruine liegt heute auf einem privaten Grundstück, kann aber nach Voranmeldung besichtigt werden.4

Ein Zusammenhang mit dem sagenhaften Berner Geschlecht der Bubenberg ist nicht nachzuweisen.

Vergleiche den Online-Artikel über Neu Bubenberg.

Nydegg

Die Stelle der heutigen Nydegg-Kirche am unteren, östlichen Ende der Altstadt von Bern, nahm in alten Zeiten ein gewaltiger Burghügel ein, der von der späteren Stadt durch einen ringförmigen Graben abgetrennt war.

Der Neubau oder die Sanierung des Nydegg-Quartiers unterhalb der Kirche in den 1950er Jahren erlaubte ausgedehnte Sondierungen, welche die Reste einer Steinburg freilegten.

Auf dem Burghügel erhob sich demnach ein mächtiger rechteckiger Donjon mit den Massen 12,5 x 16,2 Metern und gut drei Metern dicken Mauern.

Gegen die Stadtseite schützte den Turm eine halbkreisförmige Ringmauer, die gleichzeitig die innere Grabenwand bildete. Doch auch die äußere Grabenwand war ausgemauert.

Zwischen Turm und Ringmauer wurde ein 22 Meter tiefer Sod entdeckt, den man darauf rekonstruiert hat. Ebenfalls wurden die wenigen Reste des Donjons gesichert.

Der Wohnturm der Nydegg hat im Umkreis von Bern große Ähnlichkeit mit demjenigen von Oberwangen, von Ägerten am Gurten und von Rorberg bei Rohrbach im Oberaargau.

Die Nydegg-Burg wurde offenbar spätestens um 1750 abgetragen und mit der gotischen Nydegg-Kirche, ehemals St. Peter und Paul geweiht, überbaut.

Das Nydegg-Quartier wirkt noch heute als eigener Teil im Stadtplan und der Stadtansicht von Bern.

Vergleiche über den Online-Artikel über die Nydegg in Bern.

Oberwangen

Das Objekt liegt auf einem gegen NE nach dem Wangental gerichteten Bergsporn, Kehrhübeli genannt, 250 Meter südwestlich der Kirche Oberwangen.

1935/36 wurden dort die Grundmauern eines ungefähr 10 x 14 Meter großen Wohnturms (Donjon) festgestellt, ausgegraben und konserviert. Im Turm kam ein Sod oder eine Zisterne zum Vorschein. Typisch für den Turm waren Ecksockel an den vier Seiten.

Vergleiche den Online-Artikel über den Burg-Turm von Oberwangen.

Oltigen

Imposante Erdburg am nordöstlichen Ende der steil zur linksufrigen Aare abfallenden Runtigenfluh, kurz unterhalb der Einmündung der Saane, in der Gemeinde Radelfingen gelegen.

Die nach NW ausgerichtete Anlage beginnt im SW mit einem Vorhügel, dann einem Graben, an den sich der zentrale Burghügel anschließt, mit einer Sprunghöhe von 25 Metern gegenüber der Grabensohle.

Der rechteckige Burghügel war offenbar von einer Ringmauer umgeben, mit einem rechteckigen Turm in der Mitte.

Auf den Burghügel folgt ein erstes, oberes Plateau, mit den deutlichen Spuren eines Sods am nördlichen Ende.

Auf eine steile Böschung folgt ein zweites, unteres Plateau mit einer Delle gegen Westen, die einen alten Zugang andeutet.

Erwähnenswert ist bei Oltigen das sogenannte Güggelisloch, ein 54 Meter langer unterirdischer Gang, welcher unter dem Graben verläuft. Dieser Tunnel stammt wahrscheinlich aus dem Ersten Weltkrieg, wie auch in der Anlage gegen den Steilhang hin mehrere Maschinengewehrnester beweisen.

Ein ehemaliges Städtchen Oltigen, das konventionelle Historiker behaupteten ist Unfug. Grund der irrigen Auffassung ist die Übersetzung von lateinisch oppidum = Stadt. - Dabei meint das Wort sowohl Stadt wie Burg.

Vergleiche den Online-Artikel über Oltigen an der Aare.

Ram(i)sburg

Burgstelle in unwegsamer Gegend, auf einem Felssporn, links neben dem Mättibach, bei seiner Mündung in den Bütschelbach. Das Objekt liegt in der Gemeinde Rüeggisberg.

Der Burghügel ist gut sichtbar, doch stark zerwühlt. Mauerwerk auf der Kuppe wird vermutet, ebenfalls ein Graben im Osten.

Grund für die starke Zerstörung des Burghügels ist wohl die durch die Sage von einem Goldschatz auf Ramisburg oder Ramsburg, welche zur Schatzgräberei führte.

Riedburg

Die Riedburg liegt auf halber Höhe im nördlichen Steilhang des Schwarzwassergrabens, kurz vor der Mündung des Flusses in die Sense und neben der alten Schwarzenburg- Strasse und gehört zur Gemeinde Köniz.

Die Anlage bildet einen nach NE orientierten Sporn.

Vom Berg ist der Sporn durch einen breiten halbrunden Halsgraben abgetrennt.

Das längliche Burgplateau mit Mauerresten hat seine größte Höhe gegen den Graben hin.

Ausgrabungen 1959/60 ermöglichten die genaue Aufnahme der Steinburg.

Als ältester Teil ist ein rechteckiger Bergfried mit einer Seitenlänge von 10 Metern anzusehen. Er unterscheidet sich von der übrigen Anlage durch sein Mauerwerk und eine andere Orientierung.

Die jüngere gemauerte Burg hatte einen rechteckigen äußeren Grundriß. In diesem wurden bei den Sondierungen die Fundamente eines Wohnhauses und eines Nebengebäudes festgestellt.

Gegen Süden und gegen Osten ist an dem aufrechten Mauerwerk noch deutlich zu erkennen, daß die Sandsteinquader mit Buckeln oder Bossen versehen waren.

Vergleiche den Online-Artikel über die Riedburg am Schwarzwasser.

Sandbühl

Am Ostrand des Sandbühlgrabens bei Innerberg (Gemeinde Wohlen) findet sich am Waldrand eine klar erkennbare, rundliche Motte, durch einen Feldweg angeschnitten. Diese war gegen Osten durch Wall und Graben gesichert. Diese Befestigungen jedoch sind verwischt, da sie in offenes Gelände zu liegen kamen.

Schwandenberg

An der Kante des Schwandenbergs, westlich von Münchenbuchsee, vor dem Steilabfall gegen Norden, finden sich in geringer Entfernung voneinander zwei Burgen.

Schwandenberg-West besteht aus einem gegen Süden gerichteten, nicht ganz halbkreisförmigen Ringgraben, der eine flache Kuppe umschließt.

Schwandenberg-Ost besteht aus drei in NS-Richtung verlaufenden Wällen und Gräben zwischen dem Steilabfall des Schwandenbergs im Norden und einem natürlichen Graben im Süden.

In ebenfalls geringer Entfernung der Objekte des Schwandenbergs liegt nordwestlich im Abhang die Burgstelle Klosterhubel.

Schwandiburg

Das Objekt findet sich auf der Höhe des Schwandiholzes, einem südwestlichen Vorhügel des Bantigers, oberhalb von Deisswil und zur Gemeinde Stettlen gehörig.

Die längliche Kuppe des Burgbergs hatte zu beiden Schmalseiten je ein etwa neun Meter tiefer gelegenes unteres Plateau.

Die Kuppe des nach NW gerichteten Hügels nahm eine Steinburg ein, deren Reste 1938 ausgegraben wurden. Festgestellt wurde ein zentraler Turm (Bergfried), eine Kapelle, Teile der Umfassungsmauer und an der nordwestlichen Schmalseite ein Gebäude.

Vom Bergfried präsentierten sich nach den Ausgrabungen ansehnliche Reste. Heute jedoch sind kaum mehr die Grundmauern zu erkennen.

Vergleiche den Online-Artikel über die Schwandiburg.

Sternenberg bei Scherliau

Burgstelle auf einem markanten Hügel über dem Scherlibach bei Scherliau in der Gemeinde Köniz.

Die Anlage besteht aus einem markanten Burghügel von länglich, dreieckiger Form. Auf der Längsseite gegen Südwesten war das Objekt ehemals durch einen Graben gesichert, wie Spuren im Nordwesten des Hügels, am Rande des Steilhangs gegen den Bach hin beweisen.

Die alte und die neue Burgenkarte nennen auch eine Burgstelle Sternenberg im Forst bei Neuenegg. Diese aber existiert nicht.

Vergleiche den Online-Artikel über Sternenberg bei Scherliau.

Tannstygli oder Tannensteig

Der Tannensteig oder das Tannstygli ist ein schmaler, ca. 300 Meter langer, gegen Westen ins Lindental vorspringender Geländesporn, 600 Meter südlich des Thorbergs und 100 m höher in der Gemeinde Krauchthal gelegen.

Der Tannensteig wurde immer als Wehranlage angesprochen. Spuren eines Halsgrabens gegen Osten sind jedoch nirgends zu entdecken.

Rätselhaft ist das Tannstygli durch einen sich am Westfuß der Felskuppe befindlichen merkwürdigen, aus dem Sandsteinfelsen gehauenen Felskübel mit Öffnungen. Diesen hat man als Sod oder Zisterne angesprochen, was aber kaum stimmt.

Jedoch scheint die "Zisterne" alt zu sein.

Gegenwärtig hält der Autor die "Zisterne" für den Kopf eines reptilienähnlichen Tiers.

Am südlichen Abfall des Tannstygli-Sporns, unterhalb der Felskuppe, findet sich eine Schatzgräberhöhle.

Vergleiche den Online-Artikel über das Tannstygli.

Thörishaus

Nordwestlich der Bahnstation Thörishaus Dorf (Gemeinde Köniz) ist bei der Spitzkurve eines Fahrwegs ein deutlicher Burghügel auszumachen, der zu einer Spornanlage gehörte.

Tschuggen

Der 987 Meter hohe Tschuggen-Berg südöstlich von Oberbalm und in dieser Gemeinde gelegen trägt eine Erdburg mit einem auffälligen, künstlich überhöhten und geböschten dreieckigen Plateau. Gegen den Grat im Osten war der Platz zusätzlich durch einen Graben gesichert, von dem jedoch alle Spuren verwischt sind.

Ein Sod im Norden des Plateaus darf vermutet werden.

Wie der Bantiger bei Bolligen oder die Gysnauflüh ist Tschuggen bei Oberbalm als typische Höhenburg anzusprechen.

Vergleiche den Online-Artikel über Tschuggen bei Oberbalm.


 11.2016