Die SCHWANDIBURG bei Deisswil (Stettlen) BE
Die Spuren jener Burg sind noch deutlich sichtbar. Von einer Geschichte ist jedoch nichts bekannt.
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Erwähnt wird die Schwandiburg auch in dem Buch des Autors: Die Ursprünge Berns (2012)
Über weitere Burgen im Bernbiet und im westlichen Schweizer Mittelland vgl.: Burgenseite BE, SO, FR, VD
Über die Schwandiburg vgl. auch den interessanten Artikel mit Rekonstruktionen von Harry Mischler:
http://www.burgen.uechtland.ch/Schwandiburg/index.html
Das Plateau der Schwandiburg. Blick gegen SE mit dem erhöhten Teil, auf dem sich noch die Fundamente eines rechteckigen Bergfrieds abzeichnen.
Foto: Autor, 21.3.2012
Der Burghügel der Schwandiburg vom nördlichen Vorplateau aus
Foto: Autor, 21.3.2012
Schwandiburg bei Deisswil, Gemeinde Stettlen BE: Blick auf den Burghügel vom unteren Plateau im SE.
Foto: Autor, 21.3.2012
Schwandiburg bei Deisswil, Gemeinde Stettlen BE: Blick vom Burghügel auf das untere Plateau im NW
Foto: Autor: 21.3.2012
Schwandiburg bei Deisswil, Gemeinde Stettlen BE: Blick vom Burghügel auf das untere Plateau im SE
Foto: Autor, 21.3.2012
Skizze der Schwandiburg bei Deisswil
Grafik: Autor, 4.2012
Die Burg im Schwandiholz
Das Schwandiholz ist auf der Nordseite des Worblentals zwischen Worblaufen und Worb gelegen. Am Südostfuß liegt der Weiler Deisswil mit mit der ehemaligen Kartonnagefabrik. Politisch gehört die Ortschaft zur Gemeinde Stettlen, die sich gleich östlich davon anschließt.
Die erste Geländestufe des Bantiger-Berges läuft gegen Südosten, also gegen Deisswil hin, in einem markanten oval geformten Berg aus. Die Hügelkuppe bot sich für die Anlage einer Wehranlage förmlich an.
Die Schwandiburg nimmt den gesamten höchsten Teil des Schwandibergs ein. Die Burg besteht zuerst aus einem nach Nordwesten (Südosten) gerichteten Burgplateau mit der größten Höhe 621 M.ü.M.
Dem länglichen Burghügel ist sowohl gegen NW wie gegen SE in etwa 9 m Tiefe je ein unteres Plateau vorgelagert (siehe die Bilder).
Der ursprüngliche Zugang ist schräg von Südosten zu vermuten.
Ansicht des Burghügels der Schwandiburg von NW, vom nordwestlichen Vorplateau her
Foto: Autor, 18.11.2005
Die Schwandiburg war eine ursprüngliche Erdburg, auf die zuoberst zu einer gewissen Zeit eine Steinburg aufgesetzt wurde. Der Burghügel wurde jetzt durch eine Ringmauer geschützt, die dem Rand entlang lief. Von dieser Befestigung sind noch etliche Spuren, besonders auf der Nordostseite sichtbar.
In dem südöstlichen, leicht überhöhten Teil des Burgplateaus wurde ein Wehrturm aufgemauert (vergleiche die Abbildung). Dieser war aus Bruchsteinen und behauenen Steinen mit Mörtel gefügt. Die Dimensionen des Bergfrieds waren ca. 6.50 auf 8.00 Meter bei einer Mauerdicke von 1.30 m.
Das Turmfundament war lange Zeit nach den Ausgrabungen gut erkennbar. Jetzt ist es fast ganz abgetragen.
Blick auf die Turmfundamente auf dem Plateau der Schwandiburg von Süden her
Der Grundriß des rechteckigen Turmes ist auch auf der Aufnahme zu erkennen.
Foto: Autor, 18.11.2005
Vom Burgplatz kann man trotz der heutigen Bewaldung etliche benachbarte Hügel sehen, so den Bantiger, die Höhe von Flugbrunnen und - etwas weiter entfernt - den Gurten. - Auch das Gümligentäli liegt in Sichtlinie.
Von einer Burg-Geschichte wissen wir nichts. Das erstaunt nicht, gehört die Wehranlage doch in vorgeschichtliche Zeit, die bekanntlich schon im 18. Jahrhundert einsetzt.
Ausgrabungen
Entdeckt und ausgegraben wurde die Schwandiburg 1938. In diesem Jahr wurden auf dem Burgplateau im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms für arbeitslose Lehrer ausgiebige Sondierungen durchgeführt. Freigelegt wurden die noch heute sichtbaren Grundmauern eines Bergfrieds an der höchsten Stelle des Burgplateaus.
Ebenfalls freigelegt, aber heute nicht mehr sichtbar, wurden Teile der Ringmauer, ein Gebäude im NW und eine Kapelle im SE des Turms (vgl. den Grabungsplan).
Plan der Ausgrabungen auf der Schwandiburg 1938
Besonders die Existenz einer Kapelle im Perimeter der alten Burg im Schwandiholz ist hoch interessant. - Viele Hinweise deuten darauf hin, daß die christlichen Kirchen und Kapellen zuerst des Schutzes von Kastellen und Burgen bedurften. - Damit enthält die Schwandiburg einen wichtigen Fingerzeig zur Entwicklung des Christentums in Helvetien.
Von der Burg ist nichts Historisches bekannt. Aber Wissenschafter wollten trotzdem etwas herausfinden. Also setzte man den Platz in Beziehung zu urkundlich erwähnten "Herren von Stettlen".
Aber wie ich nachgewiesen habe, wurden die "mittelalterlichen" Urkunden frühestens nach etwa 1750 verfaßt. Diese Dokumente berichten nur erfundene Geschichte.
Das Oval der Schwandiburg als Typus
Der Grundriß der Schwandiburg ist wie gesagt ein Oval, das einem schon natürlich elliptischen Hügelform aufgesetzt ist (vergleiche den obigen Plan). - Die Steinburg veränderte das Oval zu einem Rechteck.
Eine alte Wehranlage hatte häufig eine von der Geometrie abgeleitete Grundform. Das Oval ist eine mögliche Figur und kann deshalb überall vorkommen. Die ehemalige Erdburg auf dem Bantiger hatte einen solchen Grundriß, aber auch die Knebelburg auf dem Jensberg südlich von Biel.
Ein Vergleich von Burgengrundrissen zeigt, daß der ovale Typus nicht nur in Europa, sondern auch östlich des Mittelmeers vorkommt. Untenstehend sind einige Skizzen von Wehranlagen im Libanon und im südlichen Syrien abgebildet. Diese zeigen eine teilweise verblüffende Ähnlichkeit mit der Grundform der Schwandiburg bei Bern.
Die Verwandtschaft der Grundrisse weist auf eine ähnliche Entstehungszeit und eine ähnliche Kultur hin.
Schematisierte Pläne verschiedener Burgstellen im südlichen Syrien und im Libanon
aus: Nicolas Faucherre: La fortification au temps des croisades; Rennes 2004, p. 220
Der Ortsname Schwand(en)
Die Burgstelle oberhalb von Deisswil wird Schwandiburg genannt und liegt im Schwandiholz.
Orts- und Flurnamen mit Schwand(en) sind bekanntlich außerordentlich häufig. Sie lassen nach dem Ursprung fragen.
Ich halte heute fast alle deutschen Wörter, die mit SCH beginnen, für hebräisch: Schloß, Schlacht, schlecht, schön, usw.
In dem Ortsnamen SCHWAND(EN) steht das hebräische shevah, shvah = sieben dahinter.
Ein Zahlwort als Burgen- und Flurname mag zuerst erstaunen. Aber jede Burg ist bekanntlich fest wie Neapel oder Troja. Und die Sieben ist die trojanische Zahl: Jene Sagenstadt hatte sieben Könige und sieben Tore.
Auch die Schwandiburg ist also ein (hebräisches) Troja.
Vergleiche dazu das Buch des Autors: Die Ortsnamen der Schweiz (2012).