Die SCHWANDIBURG bei Deisswil (Stettlen) BE


Startseite: www.dillum.ch

Erwähnt wird die Schwandiburg auch in dem Buch des Autors: Die Ursprünge Berns (2013)


Das Fundament des Bergfrieds der Schwandiburg nach den Ausgrabungen, ca. 1940

aus: Die Burgen und Schlösser des Kantons Bern: Mittelland, Emmental und Oberaargau, II. Teil, Basel 1942; S. 24

Innerhalb von fünfzig Jahren ist dieser Turmstumpf fast vollständig verschwunden. Heute läßt sich nur noch das Geviert feststellen, aber nicht mehr die exakten Dimensionen und auch nicht die Mauerdicke.


Die Schwandiburg im digitalen Oberflächenbild (LIDAR oder DOM

Man beachte wie genau auf dem Bild auch die ausgegrabenen Mauerbefunde wiedergegeben werden.


Das Plateau der Schwandiburg. Blick gegen SE mit dem erhöhten Teil, auf dem sich noch die Fundamente eines rechteckigen Bergfrieds abzeichnen.

Foto: Autor, 21.3.2012


Der Burghügel der Schwandiburg vom nördlichen Vorplateau aus

Foto: Autor, 21.3.2012


Schwandiburg bei Deisswil, Gemeinde Stettlen BE: Blick auf den Burghügel vom unteren Plateau im SE.

Foto: Autor, 21.3.2012


Schwandiburg bei Deisswil, Gemeinde Stettlen BE: Blick vom Burghügel auf das untere Plateau im NW

Foto: Autor: 21.3.2012


Schwandiburg bei Deisswil, Gemeinde Stettlen BE: Blick vom Burghügel auf das untere Plateau im SE

Foto: Autor, 21.3.2012


Skizze der Schwandiburg bei Deisswil

In den Höhenkurven-Plan sind in rot die bei den Ausgrabungen von 1938 festgestellten Mauerzüge eingetragen.

Grafik: Autor, 11.2012


Die Burg im Schwandiholz

Das Schwandiholz ist auf der Nordseite des Worblentals zwischen Worblaufen und Worb gelegen. Am Südostfuß liegt der Weiler Deisswil mit der ehemaligen Kartonnagefabrik. Politisch gehört die Ortschaft zur Gemeinde Stettlen, die sich gleich östlich davon anschließt.

Die erste Geländestufe des Bantiger-Berges läuft gegen Südosten, also gegen Deisswil hin, in einem markanten oval geformten Berg aus. Die Hügelkuppe bot sich für die Anlage einer Wehranlage förmlich an.

Die Schwandiburg nimmt den gesamten höchsten Teil des Schwandibergs ein. Die Burg besteht zuerst aus einem nach Nordwesten (Südosten) gerichteten Burgplateau mit der größten Höhe 621 M.ü.M.

Dem länglichen Burghügel ist sowohl gegen NW wie gegen SE in etwa 9 m Tiefe je ein unteres Plateau vorgelagert (siehe den Plan).

Der ursprüngliche Zugang ist schräg von Südosten zu vermuten.

Ansicht des Burghügels der Schwandiburg von NW, vom nordwestlichen Vorplateau her

Foto: Autor, 18.11.2005


Die Schwandiburg war eine ursprüngliche Erdburg, auf die zuoberst zu einer gewissen Zeit eine Steinburg aufgesetzt wurde. Der Burghügel wurde durch eine Ringmauer geschützt, die dem Rand entlang lief. Von dieser Befestigung sind noch etliche Spuren, besonders auf der Nordostseite sichtbar.

In dem südöstlichen, leicht überhöhten Teil des Burgplateaus wurde ein Wehrturm aufgemauert (vergleiche die Abbildung). Dieser war aus Bruchsteinen und behauenen Steinen mit Mörtel gefügt. Die Dimensionen des Bergfrieds waren ca. 6.50 auf 8.00 Meter bei einer Mauerdicke von 1.30 m.

Das Turmfundament war lange Zeit nach den Ausgrabungen gut erkennbar. Jetzt ist es fast ganz abgetragen.

Blick auf die Turmfundamente auf dem Plateau der Schwandiburg von Süden her

Der Grundriß des rechteckigen Turmes ist auch auf der Aufnahme zu erkennen.

Foto: Autor, 18.11.2005


Vom Burgplatz kann man trotz der heutigen Bewaldung etliche benachbarte Hügel sehen, so den Bantiger, die Höhe von Flugbrunnen und - etwas weiter entfernt - den Gurten. - Auch das Gümligentäli liegt in Sichtlinie.

Ausgrabungen

Entdeckt und ausgegraben wurde die Schwandiburg 1938. In diesem Jahr wurden auf dem Burgplateau im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms für arbeitslose Lehrer ausgiebige Sondierungen durchgeführt. Freigelegt wurden die noch heute sichtbaren Grundmauern eines Bergfrieds an der höchsten Stelle des Burgplateaus.

Ebenfalls freigelegt, aber heute nicht mehr sichtbar, wurden Teile der Ringmauer, ein Gebäude im NW und eine Kapelle im SE des Turms (vgl. den Grabungsplan).

Plan der Ausgrabungen auf der Schwandiburg 1938


Besonders die Existenz einer Kapelle im Perimeter der alten Burg im Schwandiholz ist interessant. - Viele Hinweise deuten darauf hin, daß die christlichen Kirchen und Kapellen zuerst des Schutzes von Kastellen und Burgen bedurften. - Damit enthält die Schwandiburg einen wichtigen Fingerzeig zur Entwicklung des Christentums in Helvetien.

Von der Burg ist nichts Historisches bekannt. Aber Wissenschafter wollten trotzdem etwas herausfinden. Also setzte man den Platz in Beziehung zu urkundlich erwähnten "Herren von Stettlen".

Aber wie ich nachgewiesen habe, wurden die "mittelalterlichen" Urkunden frühestens nach etwa 1750 - 1760 verfaßt. Diese Dokumente enthalten nur erfundene Geschichte, sind also wertlos

Der Ortsname Schwand(en)

Die Burgstelle oberhalb von Deisswil wird Schwandiburg genannt und liegt im Schwandiholz.

Orts- und Flurnamen mit Schwand(en) sind bekanntlich außerordentlich häufig. Sie lassen nach dem Ursprung fragen.

Ich halte heute fast alle deutschen Wörter, die mit SCH beginnen, für hebräisch: Schloß, Schlacht, schlecht, schön, usw.

In dem Ortsnamen SCHWAND(EN) steht das hebräische shevah, shvah = sieben dahinter.

Ein Zahlwort als Burgen- und Flurname mag zuerst erstaunen. Aber jede Burg ist bekanntlich fest wie Neapel oder Troja. Und die Sieben ist eine trojanische Zahl: Jene Sagenstadt hatte sieben Könige und sieben Tore.

Auch die Schwandiburg ist also ein (hebräisches) Troja.

Vergleiche dazu das Buch des Autors: Die Ortsnamen der Schweiz (2016).