Die Burgstelle auf dem Klosterhubel oberhalb von Schwanden bei Schüpfen BE

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Anmerkung: Die Örtlichkeit am Fuss des Bergs heisst HETZISTALL. - Darin erkennt man neben STALL das hebräische Wort ha'ets = das Feuer


Die bergseitige, nach Süden gerichtete Stirn des Burghügels Klosterhubel

Deutlich ist zu erkennen, wie ein Fahrweg die Stirn des Burghügels frontal zweigeteilt hat.

Aufnahme: Autor, 9.2011


Der Klosterhubel bei Schüpfen im LIDAR-Bild


Planskizze der Burgstelle auf dem Klosterhubel bei Schwanden (Schüpfen BE)

  Der auf der Westseite zum Hals des Sporns hinaufführende Fahrweg, der den Burghügel heute an seinem Fuß angerissen hat, ist auf diesem Plan wegretouchiert worden.

Das Vorplateau am West-Abhang stellt die Flosse des Fischs dar.

Äquidistanz der Höhenkurven: 1 m

Planskizze: Autor, 9.2011


Klosterhubel oder Schwanden bei Schüpfen

Die Burgstelle, von der gesprochen wird, heißt Klosterhubel oder Schwanden. Den ersten Namen hat sie, weil das Terrain einmal zur Johanniterkomturei Münchenbuchsee gehört haben soll. - Der zweite Name begründet sich durch den am Fuß des Berges liegenden Weiler Schwanden.

Da es im Kanton Bern noch zwei andere Burgstellen Schwanden gibt, nämlich Schwanden bei Wynigen und Schwanden bei Zäziwil, wird hier, um Verwechslungen auszuschließen, dem Namen Klosterhubel der Vorzug gegeben.

In der alten Burgenkarte der Schweiz der 1970er bis 1990er Jahre wird die Burgstelle unter Schwanden geführt, in der neuen Karte von 2007 unter Klosterhubel (Chlosterhubel).

Lage und Beschreibung

Die Burgstelle Klosterhubel liegt auf einem markanten gegen Norden gerichteten Sporn des bewaldeten Schwandenbergs, ungefähr 600 Meter Luftlinie und 100 m oberhalb des südlich am Fuße des Bergs gelegenen Weilers Schwanden, zur politischen Gemeinde Schüpfen BE gehörig.

Die Burg ist eine klassische Spornanlage: Mit dem Berg ist der Burgplatz durch einen Geländehals verbunden. Dieser ist heute eben, war aber früher zweifellos von einem oder zwei Halsgräben durchzogen.

Die Burg selbst besteht aus einem länglichen und in westlicher Richtung gekrümmten Hügel, der gegen die Bergseite eine etwa vier Meter hohe Böschung hat und bis zum endgültigen Steilabfall gegen Norden eine etwa 18 Meter abfallende Oberfläche aufweist.

Die Gesamtlänge des gekrümmten Burghügels beträgt gute 90 Meter.

Der südlichste oberste Teil gegen den ehemaligen Halsgraben hin weist gegen Norden eine deutliche Geländestufe auf.

Im obersten Teil ist auch die eigentliche ehemalige Burganlage, wahrscheinlich eine Holzburg zu vermuten.

Mauerspuren werden von alten Beschreibungen des 19. Jahrhunderts behauptet, sind aber nirgends nachzuweisen. Der Klosterhubel war eine reine Erdburg.

Die Halsgräben vor dem Burghügel auf der Bergseite sind eingeebnet, haben aber sicher existiert.

Etwas anderes ist es mit dem angeblichen Flankenwall gegen Westen, welche die alte und neue Burgenkarte behaupten. Ein solcher ist wohl nur behauptet worden, weil der ganze Westfuß des langgestreckten Burghügels durch einen von unten heraufführenden Fahrweg angeschnitten ist. Der Weg durchschneidet auch ein unteres Plateau in der Mitte vor dem Westfuß der Burg. So sind dort Erderhebungen entstanden, die als Wall gedeutet wurden.

Etwa 50 Meter nach dem Südende der Burg ist am Berghang deutlich ein Grabhügel zu erkennen, durch einen Fahrweg im Südosten angerissen.

Die Form und Figur der Burg

Die längliche, gekrümmte Form des Burghügels des Klosterhubels sticht auf der Planaufnahme in die Augen. - Da der Autor in vielen anderen Grundrissen von Burgen, Erdburgen und alten Städten Figuren nachgewiesen hat, ist auch hier nach einem Bild zu suchen.

Man muß nicht lange raten: Deutlich ist in der Form des Burghügels ein Fisch zu erkennen. Der oberste Teil gegen die Bergseite hin bildet dabei den Kopf.

Das untere Vorplateau in der Mitte der Westseite könnte eine Flosse des Fischs darstellen.

Auch beim Klosterhubel wird klar: Die Burg hatte nicht nur eine Wehrfunktion, sondern in gleichem Masse oder noch mehr eine symbolische Bedeutung.

Es gibt sogar die Meinung, daß die Erdburgen allgemein eher Kultanlagen gewesen seien.