Die Höhenburg auf der Gysnaufluh (Gisnaufluh) bei Burgdorf

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Die nördliche Gysnaufluh bei Burgdorf

Foto: Autor, 13.9.2016


Plan der Erdburg Gysnaufluh bei Burgdorf

Skizze: Autor


Lage und Beschreibung

Burgdorf im Emmental liegt auf der linken Seite der Emme. Das rechte Ufer neben der Stadt wird durch die schroffen Steilwände der Gysnauflühe oder Gisnauflühe eingefaßt. Diese überragen das Flußufer um etwa hundert Meter.

Auf dem Sporn des nördlichen Felskopfs der Gysnaufluh findet sich eine Erdburg.

Den zentralen Teil des Sporns nimmt ein rundlicher Burghügel oder Motte von mehreren Metern Höhe ein. Dieser ist durch ein großes Loch ausgehöhlt.

Die markante Vertiefung könnte einen ehemaligen gemauerten Turm anzeigen. Doch ist eher an ein Sodloch zu denken. Auch die Erdburgen Schmidslehn oder Jegerlehn im Talgraben bei Lützelflüh und Auf Heiden oder Heidenfluh bei Hasle zeigen noch heute solche großen Löcher auf den Burgkuppen.

Gegen Osten wird die Motte durch einen halbkreisförmigen Graben geschützt.

Etwa vierzig Meter östlich trennt ein geradliniger Wall mit einem davorliegenden Graben den Sporn von Osten ab.

Die Orientierung von Wall und Graben folgt einem Himmelswinkel von 40° NE – also etwa jenem Winkel, den wir im folgenden Abschnitt ansprechen werden.

Die Erdburg ist als Ganzes gut erhalten. Einzig im Süden schneidet ein neuerer Weg die Anlage leicht an.

Die Gysnaufluh auf einer Linie von Höhenburgen

Der Autor hat schon vor längerer Zeit eine alte Landvermessung in der Schweiz entschlüsselt. Diese Vermessung basiert auf der „keltischen“ Meile oder Leuge mit 2225 Metern und folgt bestimmten, von den Sonnenständen abgeleiteten Himmelswinkeln.

In diesem System liegen die Höhenburgen von La Feyla bei Le Mouret FR, dem Bantiger oberhalb von Bolligen und der Gysnaufluh bei Burgdof auf einer Linie von 42° NE, einem Winkel, der häufig anzutreffen ist: Dieser stellt eine Drittelung der Sonnenwendachse von 126° SE dar.

Die Rechnung stimmt:

La Feyla N Gysnaufluh (Graben oder Wall S):

Orientierung: 42° NE - Distanz: 50050 Meter (= 22.5 Meilen oder Leugen)

(1 Meile/Leuge = 2225 m)

Die 42° NE-Linie läßt sich weiterziehen: Grimmenstein bei Wynigen liegt darauf, ferner Freudenau im Aargau.

Überlegungen zum Ortsnamen

Der namensbildende Teil in Gysnauflüh ist GIS, zu ergänzen als GISEN, entvokalisiert GSM oder CSM. Es gibt in der Schweiz die Ortsnamen GIS-Wil, GIS-ikon und GYSEN-Stein, aber auch KIESEN. - In Deutschland ist die Stadt GIESSEN zu erwähnen.

Giessen ist auch ein Flußname. Bekannt ist die GIESSEN, ein Nebenflüßchen der Aare bei Belp.

Dahinter steht das hebräische kiss'e = Thron, das auch namensgebend wurde für Küsnacht oder Küssaburg.

Selbstverständlich hat auch das deutsche Verb giessen diesen Ursprung.


1.7.2016