Das
Erdwerk Büfelhölzli oder Kästlifuren bei Fultigen
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Über
weitere Berner Burgen vgl.: Burgen-Artikel
Die Burgstelle Büfelhölzli (Koordinaten 599'400/187'300) liegt am Nordabhang des Bergrückens von Fultigen, auf ca. 880 m Höhe, in einem Wäldchen nördlich des Hofes Kästlifuren und 500 m östlich des Weilers Vorderfultigen (vergleiche den Plan).
Erdwerk Büfelhölzli oder Kästlifuren bei Vorderfultigen: Blick vom inneren Wall gegen Osten. Links erkennt man den zentralen Burghügel.
Deutlich sind die rezenten Störungen im Wallverlauf zu erkennen.
Foto: Autor, 28.1.2011
Erdwerk Büfelhölzli oder Kästlifuren; Ansicht des nördlichen Walls von Süden.
Foto: Autor, 28.1.2011
Die Höhenkurven haben eine Äquidistanz von 2 m und geben den heutigen Zustand wieder. - Die Flächenfarben suchen die ursprüngliche Struktur des Erdwerks zu veranschaulichen. Der südöstliche Bereich ist unsicher: Die Anlage eines Fahrweges von der Strasse gegen Süden hat das Wallsystem dort zerstört.
Skizze: Autor: 2.2011
Die
Burg ist
vom südlich gelegenen Berghang durch einen großen Einschnitt abgetrennt ist. In
letzterem finden sich zwei längliche Hügel, die wahrscheinlich alt sind und als
Zugangshindernisse dienten.
Die Motte war gegen die Bergseite durch ein System aus doppeltem Wall und Graben gesichert. - Beide Wälle waren gegen die Mitte zu einem Schildwall überhöht. Beim ersten, südlichen Wall sind diese Eigenheiten noch deutlich kenntlich.
Gegen den nordwestlichen Abhang schützte den Burghügel ebenfalls ein tiefer gelegener Graben. Auch gegen Osten bestand wohl ursprünglich ein Graben vor der Böschung der Motte.
Nordöstlich
der Burganlage, gleich jenseits der Drittklaß-Strasse, steht ein
Hügel in der Matte. Diese Motte gehörte vielleicht zu den vorgelagerten
Verteidigungseinrichtungen.
Im Plan von Büfelhölzli steckt eine Figur: Ein gegen N gerichteter Fischkopf ist deutlich zu erkennen, wobei der Burghügel das Auge darstellt.
Welches war
das ursprüngliche Aussehen der Erdburg Büfelhölzli?
In der
Burgenkarte der Schweiz, Teil 1, Beschreibung der Objekte (Wabern 1990), wird
die Burg folgendermaßen beschrieben:
Erdwerk unbekannter Zeitstellung 200 m nördlich des Hofes
Kästlifu(h)ren. Anlage im Wäldchen durch Kiesausbeutung zerstört.
Die
Feststellung ist nicht ganz richtig: Die Erdburg
Büfelhölzli ist
nur teilweise zerstört.
Vor
allem ist der von Norden, vom Sträßchen her, nach Süden gezogene Einschnitt
mit dem Fahrweg ein Eingriff des frühen 20. Jahrhunderts. Dadurch wurde
das dem Burghügel vorgelagerte Wall- und Grabensystem im östlichen
Teil zerstört. Die Wälle und Gräben waren länger -
Übrig blieb nur der östliche Abschluß, der mit drei Höckern den Eindruck eines
Flankenwalls erweckt, aber keiner war.
Trotz
den Zerstörungen stellt Büfelhölzli oder Kästlifuren noch heute eine
imposante Erdburg dar. - Man staunt über die gewaltigen Erdbewegungen, die
nötig waren, um dieses ausgeklügelte Verteidigungswerk zu errichten.
Die
Lage der Erdburg in dieser abgelegenen Gegend von Fultigen
verdient ebenfalls hervorgehoben zu werden.
Als Anhang soll hier eine alte Skizze der Burgstelle bei Vorderfultigen wiedergegeben werden. - Der Plan ist summarisch, in wesentlichen Teilen ungenau. Doch er beweist eines: Um 1900 existierte der Einschnitt im östlichen Teil des Burgstocks noch nicht. Dieser ist also nachher entstanden.
Der
Plan ist aus dem Werk von Emanuel Lüthi: Die Alamannen in der Westschweiz.
Beiträge zur Berner Burgenforschung; ND Bern 1966 genommen.
Das
Buch ist reichlich konfus. Es stellt einen Neudruck dar. Lüthi publizierte
anfangs des 20. Jahrhunderts. - Außer den Plänen trug jener
Autor aber herzlich wenig zur Burgenforschung bei.
Die
Ortsnamen
Bei dieser Gelegenheit soll auch auf die äußerst interessanten Ortsnamen Fultigen, Büfelhölzli und Kästlifuren hingewiesen werden. - Sie finden sich in dem erwähnten Werk Der Vesuv ist überall erklärt.
BÜFEL = VPL > NPL = NEAPEL (vgl. den französischen und italienischen Burgen-Namen BUFFA-VENTO).
FUREN = PRM = PRIAMUM, Priamus
Kästlifuren = Burg des Priamus (Oberkönig von Neapel, bzw. von Troja)
12.6.2005,
30.1.2011 ff.