Die Burgstelle Alt Bubenberg bei Frauenkappelen BE:

eine Biber-Burg!


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Alt Bubenberg: der Sod

Foto: Autor, 16.6.2013


Alt Bubenberg: der felsige zentrale Burghügel von NE

Foto: Autor, 16.6.2013


Alt Bubenberg: der Hohlweg. Sicht gegen NE.

Foto: 16.6.2013


Planskizze der Erdburg Alt Bubenberg

Plan: Autor, 2013

Mit grünen Konturen ist die Tierform der Anlage angedeutet. Der Sod bildet dabei das Auge.

Der Plan zeigt die längliche Anlage in einem nach Norden gerichteten Sporn: zentraler Burghügel mit seitlich eingetieftem Sod, sowie den ersten und zweiten Vorhügel gegen den nördlichen Abhang hin. Der alte Weg ist deutlich mit der Burg verschränkt.


Die Burgstelle Alt Bubenberg liegt nordöstlich von Frauenkappelen auf einem gegen Norden zur Aare (heute dem Wohlensee) gerichteten Sporn. Dieser wird sowohl im Westen wie im Osten durch einen Bach eingefaßt. Der steile, bewaldete Abhang wird dort Katzensteig-Wald (Chatzestygwald) genannt.

Man erreicht das Objekt, das in der Mitte des Hangs gelegen ist, über einen Hohlweg von der südlichen Hochfläche her – oder von Norden vom Südende des Wohlensees aus.

Alt Bubenberg ist eine ausgedehnte, an einer Nord-Süd-Achse aufgereihte Anlage mit insgesamt vier Burghügeln und einer Länge von ca. 160 m. – Vom erwähnten Hohlweg im Süden her betritt man die Burg über einen schmalen, rampenförmigen Zugang.

Man kommt zu einem ersten Vorhügel. Dieser ist länglich und schmal und gegenüber dem Weg um etwa 4 m überhöht. Die Ostseite – an welcher der Weg vorbeiführt – ist felsig.

Der erste Vorhügel hat am Südende eine auffällige Verbreiterung.

Es folgt ein zweiter, rundlicher Vorhügel. Dieser ist vom ersten Hügel durch eine breite Senke getrennt, durch welche der Weg zum Wohlensee die Seite wechselt.

Der zweite Vorhügel ist höher und steiler.

Nach dem zweiten Vorhügel folgt, durch einen Graben abgeschnitten, der zentrale Burghügel. Von länglich-ovalem Grundriß. Die zentrale Motte ist gegenüber dem südlichen Vorhügel um einige Meter und gegenüber dem westlich vorgelagerten kleinen Plateau um ca. 10 m überhöht.

Der steile Burghügel wird im Norden und Osten durch Sandsteinfelsen eingefaßt. Mauerspuren sind auf der Hügelkuppe keine zu sehen. Es muß dies also eine reine Erdburg gewesen sein.

Bemerkenswert ist auf dem zentralen Burghügel der Sod. Dieser liegt jedoch nicht auf der Höhe, sondern am westlichen Steilhang. Das Loch ist heute noch etwa 5 m tief.

Am nordöstlichen Fuß der Motte ist ein kleiner länglicher Vorhügel zu erkennen.

Der erwähnte Hohlweg von der südlichen Hochfläche her ist gut erhalten und hat gegen Westen teilweise noch ausgeprägte Randwülste, besonders oberhalb des Burgareals.

Auch im NE des Burghügels sind im Wald gegen den Wohlensee hinunter deutliche Spuren eines Hohlwegs zu erkennen.

Ohne zuviel zu spekulieren, darf gesagt werden, daß Alt Bubenberg einen alten Weg über die Aare, zwischen Frauenkappelen und Wohlen bewachte.

Auch der merkwürdigerweise im Abhang, nicht auf der Kuppe des zentralen Burghügels gelegene Sod deutet auf die Wegverbindung hin: Der Brunnen diente wohl den Reisenden, die sich vielleicht von unten her über eine Stiege oder Leiter dem Loch nähern konnten.

Der Name scheint eher willkürlich gesetzt worden zu sein. Jedenfalls ist kein Zusammenhang mit der Burgruine Neu Bubenberg bei Schliern (Köniz BE) zu erkennen.

Die Burganlage Neu Bubenberg – besonders die drei Hügel und die Einschnitte – sind heute von starkem Unterholz besetzt. Das erschwert zwar die Bestandesaufnahme, verhindert sie aber nicht.

Die Erdzeichnung (Geoglyphe) oder Burgzeichnung (Burgenglyphe) in Alt Bubenberg

Die Burgenkenner wissen schon von mehreren anderen Burgen- und Stadtgrundrissen, daß darin häufig Figuren, meistens Tierfiguren - aber auch menschliche Geschlechtsteile (Penis, Vulva) zu erkennen sind. Je nachdem, wo diese Figuren eingezeichnet sind, spricht man von Geoglyphen (Erdzeichnungen), Burgenglyphen (Burgenzeichnungen) oder Stadtzeichnungen (Urbanoglyphen).

Je länger man den Plan von Alt Bubenberg betrachtet - vor allem wenn man den Plan nach rechts dreht - desto deutlicher erkennt man hier ein Tier. Es muß dies ein langgestrecktes Lebewesen sein, den Kopf mit dem Auge (zentraler Burghügel mit dem Sod) nur unwesentlich vom Rumpf unterschieden.

Bevor man einen Tiernamen ausspricht, ist der Name der Burg zu analysieren.

Bubenberg (in Österreich Babenberg) in folgender Weise zu entschlüsseln:

BUBEN = PPM = PPM = PAPAM, papa = Papst

Auch die unzähligen BIBER-Orte haben die gleiche Namenswurzel:

BIBER = PPL = papalis = päpstlich

Die Burg Bubenberg ist also eine BIBER-Burg (auch diesen Ortsnamen gibt es).

Wenn die Burgstelle bei Frauenkappelen Bubenberg heißt, so bestätigt sich hier, daß der Name oft die Bedeutung liefert (nomen atque omen).

Vergleiche darüber: Die Ortsnamen der Schweiz (2016)

Ergänzung: Unzureichende Kurzbeschreibungen der Burgstelle

Wie viele Burgstellen, so wird auch Alt Bubenberg sowohl in der alten wie der neuen Burgenkarte unzureichend bis falsch beschrieben.

In der alten Burgenkarte der Schweiz 1 (Beschreibung der Objekte), 3. Aufl., Basel u. Wabern 1989 steht als Beschreibung lakonisch:

Doppelhügel, Abschnittsgraben und Flankenwall. Keine Mauerspuren.

Fast identisch ist die Beschreibung in der sehr diskutablen neuen Burgenkarte der Schweiz von 1207.

Fast als Kuriosum zu werten ist ein Artikel über Alt Bubenberg in Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Alt-Bubenberg

Dort steht als Beschreibung:

Heute sind noch der Burghügel, zwei Erdwälle, der Halsgraben und der Sodbrunnen zu erkennen.

Sowohl von einem Flankenwall wie von zwei Erdwällen gibt es keine Spuren. Die Leute, die das geschrieben haben, waren nie auf der Burgstelle.