Die Heidenfluh bei Hasle b. Burgdorf: eine merkwürdige Erdburg

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Skizze des Erdwerks Heidenfluh über dem Biembach bei Hasle bei Burgdorf

Plan: Autor, 9.2018


Heidenfluh: Ansicht des Sodlochs

Foto: Markus Schilt, 17.2.2008


Der Nagelfluh-Felsen unterhalb der Burgstelle. Ansicht von Osten.

Foto: www.brodmann.ch

21.9.2018


Lage

Das Erdwerk Heidenfluh, auch Auf Heiden genannt, liegt 1, 5 km südwestlich der Kirche von Hasle bei Burgdorf, am Ende eines langgezogenen Grats auf der linken Seite des Biembach-Tals, oberhalb des Gehöfts Stampfe.

Das Erdwerk

Das Objekt auf dem nordöstlichen Ausläufer des Grats ist gegen NW an einen steilen Nagelfluh-Felsen angelehnt.

Die Erdburg besteht aus einem runden Burghügel. Dieser ist gegen den Grat im Westen um etwa fünf Meter überhöht.

Gegen die nordöstliche Talseite hat die Motte jedoch eine Sprunghöhe von etwa 15 Metern.

Gegen die südliche Talseite ist noch deutlich ein geschwungener Graben und Wall zu erkennen.

Die Höhe des Burghügels beträgt ungefähr 770 Meter über Meer und hat einen Durchmesser von etwa acht Metern. Die Mitte des kleinen Plateaus wird von einem Sodloch eingenommen, das heute noch etwa vier Meter breit und zwei Meter tief ist.

Man kann die Höhe des Burghügels also nur an seinem Rand umgehen.

Das Rätsel der Anlage

Grundsätzlich ist die Heidenfluh eine klassische kleine Erdburg aus Burghügel, Sod, Graben und Wall.

Merkwürdig aber ist der Sod. Dieser findet sich hier im Zentrum des kleinen Hügelplateaus und füllt dieses bis an die Ränder aus.

Die Heidenfluh stellt also im Grunde ein hochgelegenes befestigtes Sodloch dar.

Auf Heiden oder die Heidenfluh beweist, daß die Erdburgen nur bedingt einen Wehrzweck hatten.

Orientierungen des Objekts in der alten Landvermessung

Innerhalb der alten "keltischen" Landvermessung ist bisher aufgefallen: Die Heidenfluh liegt auf der gleichen geographischen Breite wie die östlich davon gelegene Burgstelle Hopferen im Dürrsgraben (Heimbachgraben).