Bärhegen - eine Erdburg hoch im Emmental

Die Burgstelle Bärhegen nördlich von Wasen BE und das Geheimnis ihrer Form

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Der bewaldete Hügel von Bärhegen von Westen aus gesehen

Foto: Autor, 7.2008


Bärhegen von N (Oberwald) aus

Foto: Autor, 7.2008


Bärhegen von N (Oberwald) aus

Foto: Felix Brodmann, 15.7.2010

Vgl. die Webseite: http://www.verges.ch/


Bärhegen - bekannt dank Gotthelf

Jeder kennt Jeremias Gotthelf, den Emmentaler Schriftsteller der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Und sein wohl bekanntestes Werk ist die Erzählung Die Schwarze Spinne. Darin werden auch zwei Erdburgen in der Gegend von Sumiswald erwähnt: zum ersten die gewaltige Burgstelle Münnenberg bei Grünenmatt und die Burg Bärhegen auf dem Bärhegenknubel, nordnordöstlich von Wasen (Kanton Bern).

Wir wollen uns nicht weiter mit Gotthelfs Novelle befassen, sondern die bekannte und doch rätselhafte Burgstelle Bärhegen betrachten.

Plan der Erdburg Bärhegen bei Wasen BE

Die Fischform ist deutlich zu erkennen. - Neben einem Delphin könnte der lange Schnabel gegen SW auch einen Schwertfisch andeuten.

Plan: Autor, 7.2010


Darstellung eines Schwertfischs in der Cosmographia von Sebastian Münster


Die Burgstelle Bärhegen

Der Bärhegenknubel liegt auf einem Höhenzug nördlich von Wasen im Emmental. Der künstlich erhöhte Burghügel erreicht eine Höhe von 985 m über Meer.

Die Burgstelle bildet ein längliches, geschwungenes Dreieck mit einer gegen NNW ausgerichteten Achse. Bärhegen ist auch eine typische Höhenburg, wie im Bernbiet etwa Tschuggen bei Oberbalm oder der Bantiger-Berg.

Der heutige Zugang führt von Norden über einen schwanzartigen und geschwungenen Ausläufer. Auf diesem erreicht man einen ersten steilen Hügel, eindeutig ein Vorwerk. Dieses war gegen den Ausläufer durch einen Graben abgetrennt, der heute zugeschüttet, aber noch erkennbar ist. Vom Vorwerk aus erreicht man über einen tiefen Graben den überhöhten länglichen Burghügel.

Dem Burghügel ist an seiner südlichen Seite ein halbkreisförmiger Graben mit Grabenwand vorgelagert. - Der Graben und die Grabenwand waren vermutlich auch am Ostfuss bis zur Höhe des Vorwerks fortgesetzt, aber nicht erhalten.

Die Masse des Burgplateaus sind etwa mit 9 x 21 m anzusetzen.

Auffällig ist die schnabelartige Fortsetzung der Burganlage gegen SSW. Man möchte meinen, dieser schmale Erdgrat sei künstlich nachbearbeitet worden.

Vom "Schwanz" bis zur "Schnauze" hat die Anlage von Bärhegen eine Länge von ca. 230 m.

Die Anlage war wohl immer eine reine Erdburg geblieben. Mauerspuren sind keine zu entdecken.

Man muß wissen, daß die Burg in den letzten anderthalb Jahrhunderten nicht unberührt geblieben ist. Wohl hauptsächlich auf der Motte wurden 1859, 1914. 1921, 1937 und 1967 Sondierungen durchgeführt. Der Grund für diese wiederholten sinnlosen Grabungen war wohl die Bekanntheit, welche Bärhegen durch Gotthelfs Novelle erlangt hatte.

Blick vom Burghügel von Bärhegen auf das nördlich gelegene Vorwerk. Im Vordergrund der Hauptgraben.

Aufnahme: Felix Brodmann, 15.7.2010


Welches Tier stellt der Grundriß der Burg dar?

Die Alten bauten Wehranlagen und Stadtgrundrisse meistens nicht nach rein rationalen Grundsätzen. Etliche Forscher - auch der Autor - widmen sich seit Jahren den Figuren und figürlichen Formen, die in Burgen und alten Städten versteckt sind.

Im Plan der Teufelsburg bei Rüti bei Büren etwa ist die Figur eines Vogels enthalten. - Und die Erdburg Fenis oder Hasenburg südlich von Vinelz BE stellt überdeutlich einen Penis dar (genau wie Bern: vgl. Die Ursprünge Berns. Materialien für eine Neubetrachtung (2008).

Auch die Erdburg Bärhegen enthält zweifellos eine Figur in ihrem Grundriß. Besonders wenn man den Plan um 90° dreht, so rätselt man über die Tierform, welche darin sicher versteckt ist.

Wir nehmen des Rätsels Lösung voraus: Die Burganlage Bärhegen stellt zweifellos einen Fisch dar.

Vielleicht ist ein Delphin gemeint. In alten Zeiten wurde aber bei Wasserlebewesen nicht besonders unterschieden zwischen Fisch, Schwertfisch, Delphin und Wal.

Mosaik aus Ostia Antica mit der Darstellung eines Delphins


 Bärhegen = Fischbrunnen

HEGEN könnte haggan = der Garten (Eden) enthalten. Die gleiche Wurzel ist auch im Namen des höchsten Berges des Emmentals enthalten, dem HOHGANT (Vgl. Der Vesuv ist überall).

Aber damit wird die Fischfigur im Grundriß der Burg nicht erklärt.

Ich neige dazu, den Burgnamen aus be'er = Brunnen, Wasserstelle und dag'im = Fische zu erklären. - Ein Bärdegen wäre also durch Vertauschung von d zu h zu Bärhegen geworden.

Also bedeutet Bärhegen Fischbrunnen.

Man wisse, dass das Hebräische nur ein Wort für Fisch, nicht jedoch für Delphin und Wal kennt.

Es gibt auch den Familiennamen BARHEGEN. Dieser enthält sicher BÄRHEGEN.

Die hebräischen Bestandteile im Ortsnamen Bärhegen zeigen, wie stark das deutsche Sprachgebiet durch das Hebräische durchdrungen ist. Aber Hebräisch ist auch hier in Oberdeutschland, in Helvetien, vielleicht sogar im Bernbiet entstanden (vgl. dazu auch: Hebraica historica).


 Juli 2008/Juli 2010