Die Findlingsgruppe "Teufelsburdi" und die Schalensteine auf dem Jolimont (Gals BE)


Mit einem Anhang: Die erratischen Blöcke oder Findlinge widerlegen den Mythos von der "Eiszeit".


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Die Teufelsburdi auf dem Jolimont: Der mittlere Block. Ansicht von Norden.

25.9.2017

Im linken Bildteil erkennt man die abgeschrotete Wand gegen Westen mit der Inschrift von 1872,


Die Teufelsburdi auf dem Jolimont, Gemeinde Gals BE

Koordinaten: 572213/209364

aus: E. Gerber/K.L. Schmalz: Findlinge; Bern 1948, S. 33 (Berner Heimatbücher, Nr. 34)


Jolimont (Gals BE): Planskizze mit der Teufelsburdi, den vier Schalensteinen und den Grabhügeln

Plan: Autor, 2017

Die Numerierung der Schalensteine folgt dem Findlings-Forscher Karl Ludwig Schmalz.


Der Jolimont

Der Jolimont ist ein etwa hundert Meter über der Zihlebene herausragender Hügel zwischen Bielersee und Neuenburgersee und gehört zum Kanton Bern. - Die lieblichen Südhänge um die Ortschaft Tschugg sind mit Reben bepflanzt. Die steilen Nordhänge und fast das ganze Hügelplateau sind bewaldet. Man nennt den Wald nach dem ehemaligen Kloster Sankt Johannsen an der Zihl den Klosterwald.

Am Nordostfuß des Berges liegt das malerische Städtchen Erlach (französisch Cerlier) mit einem ehemaligen bernischen Landvogtei-Schloß.

Schon die "Römer" schätzten die angenehme Lage von Tschugg am Jolimont. Dort wurden nämlich die Reste einer weitläufigen Villa rustica freigelegt.

Während des Ersten Weltkrieges diente der Hügel der Armee als rückwärtige befestigte Position. Etliche alte Bunker und vorbereitete Artilleriestellungen sind noch zu sehen.

Die Teufelsburdi

Bekannt ist der Jolimont durch eine Gruppe von gewaltigen Findlingen, die sich in der Mitte des Plateaus am nördlichen Rand befinden: die sogenannte Teufelsburdi, eine Ansammlung von drei erratischen Blöcken. Die großen Steine erheben sich teilweise mehrere Meter aus dem Waldboden und laden zum Klettern ein (vgl. die Abbildungen).

Vom Gestein her sind die Blöcke Granit aus dem Val de Bagnes (Wallis).


Die Teufelsburdi auf dem Jolimont. Blick von Westen.

Foto: Autor, 25.9.2017


Der westlichste Block ist der größte. Man schätzt sein Volumen auf über 300 Kubikmeter. - Der mittlere Block mit etwa 70 Kubik Volumen trägt eine Inschrift von 1872 und fällt durch eine sauber geglättete Wand  gegen Osten auf. - Der östliche der drei steinernen Giganten ist etwa so groß wie der mittlere.

Die Findlinge der Teufelsburdi sind von der Steinausbeutung und damit der Zerstörung verschont geblieben und seit 1872, beziehungsweise 1940 staatlich geschützt.

Der Platz um die drei großen Blöcke ist ein beliebter  Picknickplatz.

Im Kanton Bern gab und gibt es noch andere erratische Blöcke, die den Namen TEUFELSBURDI tragen und trugen:

Am Fuße des Gurten-Berges, gleich oberhalb der ehemaligen Gurten-Brauerei, befand sich die Teufelsburdi von Wabern. Vergleiche darüber den Artikel  Der Gurten als alter Burgberg von Bern.

Dann findet sich es auf dem Längenberg westlich von Belp die viereinhalb Meter hohe Felspyramide der Teufelsburdi bei Winzenried.


Eine Frosch-Figur in dem westlichen Stein der Teufelsburdi

Schaut man sich den westlichen der grossen Blöcke von Westen an (siehe Abbildung oben), so erkennt man zur Verblüffung die Gestalt eines Frosches. - Je nach Lichtverhältnissen ist die Tier-Figur mehr oder weniger deutlich erkennbar. Doch klar schaut ein Maul gegen Süden, während an den Seiten Beine hervortreten.

Solche Figuren in Steinen entspringen nicht der Phantasie des Betrachters. Es kommt häufig vor, dass in Felsen oder erratische Blöcke Figuren eingearbeitet sind.

Hier sollen nur die Felsentore erwähnt werden, zum Beispiel der Elefant von Geristein.

Und nordöstlich von Solothurn gibt es im Wald bei St. Niklaus zwei Findlinge, die zusammen eine Schildkröte darstellen.

Ein anderes, weites Gebiet stellen die Figuren in den Grundrissen von Burgen und Städten dar. Man konsultiere hierzu die Burgenartikel des Autors.

Die Schalensteine

Auch sonst finden sich auf dem Jolimont einige alte Spuren.

Besonders besprochen sollen hier vier sogenannte Schalensteine, alle südlich der Teufelsburdi über die Hochfläche verstreut.

Schalensteine nennt man Findlinge, welche an ihrer Oberfläche meist runde Vertiefungen von unterschiedlicher Größe und Anzahl tragen.

Diese Schalen sind künstlich angebracht. Über ihre Bedeutung gehen die Meinungen auseinander. Doch hat der Autor durch zahlreiche Rechnungen herausgefunden, daß diese überaus wichtige Markpunkte einer alten Landvermessung waren. Das läßt sich auch für mehrere Schalensteine hier am Jolimont nachweisen.

Wichtig ist besonders der Schalenstein 2, ein Gabbro-Block, etwa 350 Meter im SW der Teufelsburdi (Koordinaten 572'088/209'061). Dessen ungefähr sieben sichere Schalen auf der gerundeten Oberfläche haben einen fast künstlerischen Charakter (vgl. die Abbildungen).

Der Schalenstein 2 bildet eine wichtige Markierung, die zur Engehalbinsel bei Bern führt: Der dortige "Keltenwall" hat die gleiche Orientierung von 281° NW. - Und führt man diese Linie weiter, so trifft man nach 12,9 keltischen Meilen oder 28'790 m auf den Jolimont auf den Gabbro-Stein.

Der Schalenstein 1, ein Gneis-Block, befindet sich im SW der Findlingsgruppe Teufelsburdi und weist drei sichere Schalen auf.

Der Schalenstein 3, ein Schiefergestein, liegt nordwestlich des Gabbro-Blocks (2) und hat neun sichere Schalen.

Klein und plattenförmig ist der Schalenstein 4. Auf seiner Oberfläche sind vier deutliche Schalen zu sehen (vergleiche die Abbildung).


Der (kleine) Schalenstein 4 auf dem Jolimont

Foto: Autor, 25.9.2017


Der Schalenstein 2 auf dem Jolimont

Gabbro-Gestein. Koordinaten: 572'088/209'961

aus: Karl Ludwig Schmalz: Namensteine und Schalensteine im Kanton Bern; Bern u. Stuttgart 1988, S. 75

Der Stein wurde für die Aufnahme geputzt und die deutlichen Schalen mit Holzkohle ausgerieben.


Der Schalenstein 2 (Gabbro) auf dem Jolimont

Foto: Autor, 25.9.2017

Die Schalen an der Oberfläche des Steins sind auf dieser Aufnahme weniger deutlich zu erkennen.


Die Grabhügel

Im südlichen Teil der Hochfläche des Jolimont, südsüdwestlich der Teufelsburdi, finden sich ferner drei Grabhügel oder Hügelgräber (französisch: tumulus oder tertre). - Diese sind heute allerdings schwer zu erkennen, da nur ein bis zwei Meter hoch und von Tannen-Jungwuchs verdeckt.

Wie fast alle derartigen Erdaufschüttungen sind auch diese Monumente geplündert, wie die Vertiefungen auf den Kuppen erkennen lassen.

Am Südhang des Jolimont in Tschugg wurden - wie bereits erwähnt - die Reste einer Römervilla (Villa rustica) festgestellt.

Es ist interessant, daß römische Gutshöfe und Grabhügel oft nahe beieinander liegen. - Waren sie vielleicht zeitgleich? Wir wissen es nicht.


Anhang: Das Eiszeit- und Gletscher-Dogma und seine Kritiker

Wir kehren zur Teufelsburdi zurück und fragen uns, wie denn diese Blöcke hierher kamen. Die Steine sind nämlich ortsfremd. Die Geologen erkennen sie als Arkesin-Blöcke aus der Val de Bagnes im Wallis.

Welche Kraft war in der Lage, solche gigantische Steine über weite Distanzen zu bewegen? Die untenstehende Grafik zeigt den ungefähren Weg, den die Blöcke der Teufelsburdi von ihrem Ursprungsort bis auf den Jolimont gemacht haben müssen: In einer gewaltigen Kurve legten die Steine einen Weg von rund 150 km zurück.

Für die Alten war klar, daß nur der Teufel in der Lage war, solch ein vermessenes Werk auszuführen. - Von daher rührt der volkstümliche Name der Blockgruppe her.

Die heutige universitäre Wissenschaft hat für den Transport solcher Blöcke aus den Alpen bis an den Südfuß des Juras eine andere Erklärung: Es seien Gletscher gewesen, welche vor angeblich vielen tausend Jahren diese ungeheuren Lasten zu ihren heutigen Orten schoben.

Die Theorie der Eiszeiten scheint einleuchtend. Aber tiefer gehende Überlegungen erzwingen andere Erklärungen.

Nach der erwähnten Theorie soll die Erde in jüngerer erdgeschichtlicher Zeit mehrere Kaltzeiten erlebt haben. Diese führen zu riesigen Vergletscherungen auf der Nord- und Südhalbkugel der Erde und in den Gebirgen.

Die Gletscher, die sich stellenweise mit ihren Zungen weit von den Bergen ins Flachland vorschoben, sollen nicht nur die Landschaft entsprechend ausgehobelt haben. Sie hätten auch die riesigen Massen an Geschiebe, an Kies, Sand und eben Findlingen herangebracht und bei ihrem Rückzug abgelagert.

Das Schweizer Mittelland sei in ihrer Oberflächengestalt hauptsächlich von Gletschern, also glazial überprägt.

Diese Auffassung war in der Mitte des 19. Jahrhunderts nur eine von vielen Theorien. Aber aus bestimmten Gründen hat sie sich zu einer dominanten Lehrmeinung entwickelt. - Und heute regiert die Eiszeit-Theorie als Dogma an den Hochschulen.

Schon in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts haben einige Gelehrte gewichtige Einwände gegen die Eiszeit-Erklärung vorgebracht. Doch erst in den letzten zehn Jahren wurden diese Einwände wieder aufgenommen und weiter entwickelt.

Zwei wichtige Kritiker sollen mit ihren Büchern vorgestellt werden:

Horst Friedrich: Jahrhundert-Irrtum "Eiszeit"?; Hohenpeißenberg 1997

Friedrich zählt in lesbarer und übersichtlicher Form die Gründe auf, welche das universale Erklärungsmodell der Eiszeiten widerlegen. - In diesem Zusammenhang gilt es zu wissen, daß es auch Findlinge in Gebieten gibt, die nie vergletschert waren. - Und vor allem existieren auf der ganzen Welt keine Gletscher, die hundert oder mehr Kilometer Länge haben. 

Christian Blöss: Ceno-Crash: neue Überlegungen zum Ursprung und zum Alter des Menschengeschlechts; Berlin 2000

Blöss verwirft die meisten Dogmen der offiziellen Erdgeschichte: Weder sind Millionen Jahre für die Gestalt der Oberfläche der Erde einzusetzen, noch sind Eiszeiten brauchbare Erklärungs-Modelle für "glaziale" Erscheinungen.

Die Gletscher erklären den Transport nicht

Wir haben anfangs gefragt, welche Kräfte denn solch große Findlinge wie die Teufelsburdi auf dem Jolimont über so weite Distanzen transportiert haben.

Und diese Frage wird zum zentralen Punkt der Kritik an der Eiszeit-Theorie. Es gab keine so langen Gletscher, welche diese Gesteinsblöcke über so weite Strecken bewegt hätten. Es gab sie nicht, weil dazu ganz einfach der Schub gefehlt hat. - Um Steine wie diejenigen der Teufelsburdi zu transportieren, sind Kräfte notwendig, welche keine normalen Naturvorgänge - Gletscher, Wind, Wasser, Schwerkraft - liefern.

Die Gletscher-Theorie ist falsch, weil sie alles evolutionär erklären will. Aber die Erdgeschichte besteht zu einem großen Teil nicht aus Evolution, sondern aus Katastrophen.

Die Findlinge, welche aus den Gebirgen in die flacheren Regionen gebracht wurden, sind das Ergebnis von Naturkatastrophen von unvorstellbarem Ausmaß.

Wogen von Überschwemmungen und Wasserfluten

Die alten Forscher bis weit ins 19. Jahrhundert hinein waren hier der Wahrheit näher. Sie erkannten, daß Blöcke aus den Alpen sich auch an weit entfernten Orten im Unterland finden und dachten darüber nach. - Ihrer Meinung nach konnten nur Katastrophen das Findlings-Phänomen erklären.

Der Luzerner Moritz Anton Cappeller etwa schrieb gegen Ende des 18. Jahrhunderts, daß die Alpentrümmer im Vorland durch Wogen von Überschwemmungen weggespült wurden, indem ein sie begleitendes Gewirr von Steinen und Sand noch weiter geschwemmt wurde (zitiert nach: Gerber /Schmalz: Findlinge, 1948, S. 14 f.).

Diese Auffassung sollten heutige Geologen wieder als Grundlage von Erklärungen nehmen. Gewaltige Wasserfluten, vermischt mit Sand und Kies, waren allein in der Lage, Blöcke von bis zu mehreren hundert Tonnen über hundert und mehr Kilometer zu transportieren.  Die Findlinge sind nicht über Jahrtausende gewandert, sondern durch einzelne katastrophale Ereignisse an ihren Ablagerungsort gebracht worden.

In der Erdgeschichte wirken Kräfte, die wir manchmal nicht einmal erahnen.

Der Weg einiger Findlinge am Bantiger im Vergleich zur Teufelsburdi vom Jolimont

Wir möchten gerne wissen, welche Kräfte die Katastrophen auslösen, deren Zeugnisse unter anderem die Findlinge sind. - Wir wissen es nicht und werden es nicht wissen.

Doch gerade bei der Teufelsburdi auf dem Jolimont und bei anderen Findlingen kommen wir durch eingehende Überlegungen etwas weiter.

Der bereits mehrfach zitierte Berner Heimatkunde-Forscher Karl Ludwig Schmalz aus Bolligen erörtert in seinem Bolligen-Führer von 1985 den Weg von ein paar rund um den Bantiger abgelagerten Findlingen aus den Alpen (vgl. die Abbildung).

Der Weg zweier Findlinge zum Bantiger

A: Eklogit-Block vom Allalinhorn im Wallis über den "Rhonegletscher" nach Harnischhut bei Geristein, nördlich des Bantigers

B: Findlinge von verschiedenen Gesteinsarten aus dem oberen Haslital, vom "Aaregletscher" auf 850 Meter über Meer auf dem Katzensteig südlich des Bantiger-Gipfels abgelagert.

aus: Karl Ludwig Schmalz: Heimatkundlicher Führer Bolligen; Bern 1985, S. 26


Drei Dinge sind es, die stutzig machen, wenn man sich die Dinge genau überlegt.

Zum ersten sollen Gletscher Findlinge aus den Alpen hinabgeführt und im Mittelland wieder auf bis 900 Meter über Meer gehievt haben. Ist das nicht zu viel verlangt vom gesunden Menschenverstand?

Dann sollen Findlinge von zwei verschiedenen Gletschern - dem Rhone- und dem Aaregletscher - zum gleichen Mittellandberg gebracht worden sein, wobei sie sich nicht vermischten. Dabei sind die Findlinge der beiden Gletscher teilweise weniger als 1000 Meter voneinander entfernt!

Endlich sind es die geschlängelten Transportwege, welche für die Findlinge behauptet werden, die wenig glaubwürdig sind. Wie können Blöcke einen so komplizierten Weg nehmen und trotzdem ihre volle Schubkraft behalten?

Jetzt aber kommt der Vergleich mit dem ungefähren Weg der Teufelsburdi vom Wallis bis ins Seeland (vgl. die Abbildung).

Der ungefähre Weg der Teufelsburdi vom Val de Bagnes in den Walliser Alpen bis auf den Jolimont

Der geschwungene Weg ist ebenso deutlich wie bei den Blöcken am Bantiger

Grafik: Autor, 2004


Die Blöcke der Teufelsburdi beschrieben auf alle Fälle nicht einen direkten, sondern einen geschwungenen Weg vom Ursprungs- zum Ablagerungsort. Dieser führte nicht unbedingt den Tälern entlang, da sonst der Schwung des Transports gebremst oder ganz verloren gegangen wäre.

Unter dieser Annahme muß der Weg der Findlinge aus den Alpen zum Bantiger im NE von Bern anders gezeichnet werden (Abbildung)

Der Weg zweier Findlinge von den Alpen zum Bantiger bei Bern

rot: konventionelle Annahme des Transportweges

grün: Annahme des Autors

Grafik: Autor, 2004


Die Findlinge im Norden und Süden der Bantiger-Höhe sind wie die Teufelsburdi nicht auf einem gebrochenen, sondern auf einem geschwungenen Weg an ihre heutigen Orte gebracht worden.

Und in allen Fällen war dies ein Schubweg mit einer weiten Kurve nach Westen. - Das hat sicher eine besondere Ursache.

Wer gab der Erde einen Drall?

Die Elemente für eine neue Erklärung des Transports der Findlinge aus den Alpen ins Mittelland sind folgende:

Die Blöcke, gleich wie das Geschiebe und der Kies, wurden durch erdgeschichtliche Katastrophen, nicht durch Gletscher transportiert.

Bei dem katastrophischen Ereignis muß das auslösende Moment ein gewaltiger Stoss gewesen sein, den die Erde bekommen hat.

Der Stoss scheint der Erde einen gegen Norden linksläufigen Drall versetzt zu haben. Von daher erklären sich die geschwungenen Transportwege der hier betrachteten Findlinge.

Welche Kraft hinter diesem Drall gestanden hat, kann man nur erahnen. Dazu sollte man die Erdgeschichte kennen - die wir bekanntlich nie erfahren werden.

Immerhin haben schon frühere Forscher, aber auch solche der letzten zehn Jahre, etliche glaubwürdige Erklärungen geliefert. - Es würde jedoch zu weit führen, hier diese Hypothesen zu diskutieren.

Die Betrachtung über ein paar Findlinge zeigt, daß sich eine allgemeine Theorie an einzelnen Objekten bewähren muß - oder von diesen widerlegt werden kann.

Die keltische Landvermessung an der Teufelsburdi

 Als letztes soll erwähnt werden, daß wenigstens der mittlere der drei großen Blöcke der Teufelsburdi auf dem Jolimont in alter Zeit künstlich bearbeitet wurde.

Der mittlere Stein weist eine gegen NE schauende, sehr steile geglättete Wand auf (vgl. die Abbildung). Diese trägt die besagte Inschrift von 1872.

Teufelsburdi auf dem Jolimont, mittlerer Block: geglättete Wand mit einer SE/NW-Orientierung

Photo: Autor, 2003


Eine Findlingsgruppe wie diese wurde in alter Zeit so gut wie sicher als bedeutender Ankerpunkt für die Vermessung der Landschaft benutzt. Also lassen sich viele wichtige Bezüge herausfinden, welche von, zu und über dieses Naturwunder führen.

Die erwähnte Wand nun hat eine Orientierung, welche man durch Rechnungen zu 101° SE, beziehungsweise 281° NW ergänzt. - Dieser Himmelswinkel  war eine der wichtigen im System der keltischen Landvermessung.

In südöstlicher Richtung führt diese Linie nach ungefähr 13 keltischen Meilen (Leugen = 1 Leuge = 2224 m) zur Engehalbinsel bei Bern, genauer gesagt zum dortigen Badgebäude im Reichenbachwald.

Die Alten haben jeden Winkel des Landes vermessen. Und jeder bedeutende Stein hatte seine Funktion in einem ausgeklügelten System, welches den Himmel auf der Erde abzubilden suchte.


Oktober 2004, 9.2017