Die Eiszeit war ganz anders! - Findlinge beweisen dies.
Die Teufelsburdi auf dem Jolimont
Mit einer Ergänzung über ein paar Findlinge am Bantiger
Erratische Blöcke, welche den Mythos von der "Eiszeit" widerlegen
von Christoph Pfister
Die Teufelsburdi auf dem Jolimont, Gemeinde Gals BE
Koordinaten: 572213/209364
aus: E. Gerber/K.L. Schmalz: Findlinge; Bern 1948, S. 33 (Berner Heimatbücher, Nr. 34)
Die drei Blöcke der Teufelsburdi auf dem Jolimont
Photo: Internet
Schalenstein auf dem Jolimont
Gabbro-Gestein. Koordinaten: 572'088/209'961
Für die Aufnahme wurde der Stein geputzt und die deutlichen Schalen mit Holzkohle ausgerieben.
aus: Karl Ludwig Schmalz: Namensteine und Schalensteine im Kanton Bern; Bern u. Stuttgart 1988, S. 75
Nach der erwähnten Theorie soll die Erde in jüngerer erdgeschichtlicher Zeit mehrere Kaltzeiten erlebt haben. Diese führen zu riesigen Vergletscherungen auf der Nord- und Südhalbkugel der Erde und in den Gebirgen.
Die Gletscher, die sich stellenweise mit ihren Zungen weit von den Bergen ins Flachland vorschoben, sollen nicht nur die Landschaft entsprechend ausgehobelt haben. Sie hätten auch die riesigen Massen an Geschiebe, an Kies, Sand und eben Findlingen herangebracht und bei ihrem Rückzug abgelagert.
Unser Schweizer Mittelland sei in ihrer Oberflächengestalt hauptsächlich von Gletschern, also glazial überprägt.
Diese Auffassung war in der Mitte des 19. Jahrhunderts nur eine von vielen Theorien. Aber aus bestimmten Gründen hat sie sich zu einer dominanten Lehrmeinung entwickelt. - Und heute regiert die Eiszeit-Theorie als Dogma an den Hochschulen.
Schon in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts haben einige Gelehrte gewichtige Einwände gegen die Eiszeit-Erklärung vorgebracht. Doch erst in den letzten zehn Jahren wurden diese Einwände wieder aufgenommen und weiter entwickelt.
Zwei wichtige Kritiker sollen mit ihren Büchern vorgestellt werden:
Horst Friedrich: Jahrhundert-Irrtum "Eiszeit"?; Hohenpeißenberg 1997
Friedrich zählt in lesbarer und übersichtlicher Form die Gründe auf, welche das universale Erklärungsmodell der Eiszeiten widerlegen. - In unserem Zusammenhang gilt es zu wissen, daß es auch Findlinge in Gebieten gibt, die nie vergletschert waren. - Und vor allem gibt es heute auf der ganzen Welt keine Gletscher, die hundert oder mehr Kilometer Länge haben.
Christian Blöss: Ceno-Crash: neue Überlegungen zum Ursprung und zum Alter des Menschengeschlechts; Berlin 2000
Blöss verwirft die meisten Dogmen der offiziellen Erdgeschichte: Weder sind Millionen Jahre für die Gestalt der Oberfläche der Erde einzusetzen, noch sind Eiszeiten brauchbare Erklärungs-Modelle für "glaziale" Erscheinungen.
Der Weg zweier Findlinge zum Bantiger
A: Eklogit-Block vom Allalinhorn im Wallis über den "Rhonegletscher" nach Harnischhut bei Geristein, nördlich des Bantigers
B: Findlinge von verschiedenen Gesteinsarten aus dem oberen Haslital, vom "Aaregletscher" auf 850 Meter über Meer auf dem Katzensteig südlich des Bantiger-Gipfels abgelagert.
aus: Karl Ludwig Schmalz: Heimatkundlicher Führer Bolligen; Bern 1985, S. 26
Drei Dinge sind es, die stutzig machen, wenn man sich die Dinge genau überlegt.
Zum ersten sollen Gletscher Findlinge aus den Alpen hinabgeführt und im Mittelland wieder auf bis 900 Meter über Meer gehievt haben. Ist das nicht etwas zu viel verlangt vom gesunden Menschenverstand?
Dann sollen Findlinge von zwei verschiedenen Gletschern - dem Rhone- und dem Aaregletscher - zum gleichen Mittellandberg gebracht worden sein, wobei sie sich nicht vermischten. Dabei sind die Findlinge der beiden Gletscher teilweise weniger als 1000 Meter voneinander entfernt!
Endlich sind es die geschlängelten Transportwege, welche für die Findlinge behauptet werden, die wenig glaubwürdig sind. Wie können Blöcke einen so komplizierten Weg nehmen und trotzdem ihre volle Schubkraft behalten?
Jetzt aber kommt der Vergleich mit dem ungefähren Weg der Teufelsburdi vom Wallis bis ins Seeland (vgl. die Abbildung).
Der ungefähre Weg der Teufelsburdi vom Val de Bagnes in den Walliser Alpen bis auf den Jolimont
Der geschwungene Weg ist ebenso deutlich wie bei den Blöcken am Bantiger
Grafik: Ch. Pfister, 5/2004
Die Blöcke der Teufelsburdi beschrieben auf alle Fälle nicht einen direkten, sondern einen geschwungenen Weg vom Ursprungs- zum Ablagerungsort. Dieser führte nicht unbedingt den Tälern entlang, da sonst der Schwung des Transports gebremst oder ganz verloren gegangen wäre.
Unter dieser Annahme muß der Weg der Findlinge aus den Alpen zum Bantiger im NE von Bern anders gezeichnet werden (Abbildung)
Der Weg zweier Findlinge von den Alpen zum Bantiger bei Bern
rot: konventionelle Annahme des Transportweges
grün: Annahme des Autors
Grafik: Ch. Pfister, 5/2004
Auch die Findlinge im Norden und Süden der Bantiger-Höhe sind wie die Teufelsburdi nicht auf einem gebrochenen, sondern auf einem geschwungenen Weg an ihre heutigen Orte gebracht worden.
Und in allen Fällen war dies ein Schubweg mit einer weiten Kurve nach Westen. - Das hat sicher eine besondere Ursache.
Die Elemente für eine neue Erklärung des Transports der Findlinge aus den Alpen ins Mittelland sind folgende:
Die Blöcke, gleich wie das Geschiebe und der Kies, wurden durch erdgeschichtliche Katastrophen, nicht durch Gletscher transportiert.
Bei dem katastrophischen Ereignis muß das auslösende Moment ein gewaltiger Stoss gewesen sein, den die Erde bekommen hat.
Der Stoss scheint der Erde einen gegen Norden linksläufigen Drall versetzt zu haben. Von daher erklären sich die geschwungenen Transportwege der hier betrachteten Findlinge.
Welche Kraft hinter diesem Drall gestanden hat, kann man nur erahnen. Dazu sollte man die Erdgeschichte kennen - die wir bekanntlich nie erfahren werden.
Immerhin haben schon frühere Forscher, aber auch solche der letzten zehn Jahre, etliche glaubwürdige Erklärungen geliefert. - Es würde jedoch zu weit führen, hier diese Hypothesen zu diskutieren.
Die Betrachtung über ein paar Findlinge zeigt, daß sich eine allgemeine Theorie an einzelnen Objekten bewähren muß - oder von diesen widerlegt werden kann.
Die keltische Landvermessung an der Teufelsburdi
Als letztes soll noch erwähnt werden, daß wenigstens der mittlere der drei großen Blöcke der Teufelsburdi auf dem Jolimont in alter Zeit künstlich bearbeitet wurde.
Der mittlere Stein weist eine gegen NE schauende, sehr steile geglättete Wand auf (vgl. die Abbildung). Diese trägt die besagte Inschrift von 1872.
Teufelsburdi auf dem Jolimont, mittlerer Block: geglättete Wand mit einer SE/NW-Orientierung
Photo: Autor, 2003
Eine Findlingsgruppe wie diese wurde in alter Zeit so gut wie sicher als bedeutender Ankerpunkt für die Vermessung der Landschaft benutzt. Also lassen sich viele wichtige Bezüge herausfinden, welche von, zu und über dieses Naturwunder führen.
Die erwähnte Wand nun hat eine Orientierung, welche man durch Rechnungen zu 101° SE, beziehungsweise 281° NW ergänzt. - Dieser Himmelswinkel war eine der wichtigen im System der keltischen Landvermessung, die ich herausgefunden habe.
In südöstlicher Richtung führt diese Linie nach ungefähr dreizehn keltischen Meilen (Leugen) zur Engehalbinsel bei Bern, genauer gesagt zum dortigen Badgebäude im Reichenbachwald!
Und schon vor Jahren ist mir der wichtige Markpunkt des westlichen Wallwinkels im Zehendermätteli auf der Engehalbinsel aufgefallen. Der dortige "Keltenwall" hat die gleiche Orientierung von 281° NW. - und führt man diese Linie weiter, so trifft man auf den Jolimont auf den bereits genannten Gabbro-Schalenstein südwestlich der Teufelsburdi!
Die Alten haben jeden Winkel des Landes vermessen. Und jeder bedeutende Stein hatte seine Funktion in einem ausgeklügelten System, welches den Himmel auf der Erde abzubilden suchte.
Ich habe diese Dinge in meinem Buch Der antike Berner Bär. Die Vorgeschichte einer mächtigen Stadt (2002) erklärt.
Das Buch wird 2007 ersetzt werden durch Die Ursprünge Berns. Materialien für eine Neubetrachtung.
Oktober 2004