Die Burgstelle La Vuarda(z) bei Ecuvillens FR: Erdburg und Erdzeichnung

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Burgen im Bernbiet, Freiburg und Waadt


Plan von La Vuardaz bei Ecuvillens (Kt. Freiburg)

Äquidistanz der Höhenkurven: 1 m


Anmerkung: Der Grundriss stellt sicher einen Fischreiher dar.

Die Etymologie unterstützt die Deutung: Der Reiher heisst lateinisch ARDEAM, ardea. Das Wort ist identisch mit VUARDA(Z).


La Vuardaz: Der Burghügel von Süden her gesehen. Links erkennt man den Waldweg mit der Stützmauer

Aufnahme: Autor, 7.4.2010


 Lage und Name

Der Burgplatz von La Vuardaz liegt ungefähr 5 km südwestlich von Freiburg (Fribourg) und etwa 1 km nordöstlich von Ecuvillens am rechten Ufer der Glane (La Glâne). Die Anlage versperrt den Abstieg zu einer markanten, nach NW gerichteten Schlaufe dieses Nebenflusses der Saane (Sarine).

In der alten Schweizer Burgenkarte aus den 1980er Jahren ist die Anlage unter La Vuardaz verzeichnet. In der neuen Burgenkarte von 2006 muß man unter Ecuvillens nachschauen. Das Vuardaz ist manchmal ohne z am Schluß geschrieben: La Vuarda oder sogar La Vuerda.

Der Name verrät einen deutschen Ursprung: VUARDAZ = VRT enthüllt einen Namen wie WART-Burg oder WARTEN-Stein.

Doch das ist nichts Neues. Die Westschweiz war nämlich ursprünglich deutsch und wurde erst gegen die Mitte des 18. Jahrhunderts romanisiert, also französisiert.

Beschreibung der Burgstelle

La Vuardaz besteht zum ersten aus einem markanten und steilen Burghügel von länglicher Form. Gegen Osten ist die Kuppe kam 2 m breit, gegen Westen doppelt so viel. Im westlichen Teil finden sich ferner auch Mauerreste eines offenbar rundlichen Baus. Es kann dies ein Turm oder ein Sodbrunnen gewesen sein. Den Resten fehlt an der sichtbaren Oberfläche das Blendmauerwerk. Deshalb ist die Bestimmung des Bauwerks vorderhand unklar.

Auch an der Ostseite der Motte finden sich Mauerspuren.

Der Burghügel hat gegen NW eine Fortsetzung in Form eines länglichen, schmalen Geländesporns. Dieser wird heute von dem Fahrweg durchschnitten, der zur Flußschlaufe der Glane hinab führt.

Sicher war die längliche Motte von La Vuardaz gegen Süden durch einen Halsgraben gesichert. Dieser ist jedoch nur noch im Osten deutlich sichtbar. Die übrigen Partien - besonders auch gegen den westlichen Steilabfall zur Glane hin - sind zugeschüttet.

Der ursprüngliche Zugang muß ebenfalls von Süden zu sehen sein. Am westlichen Fuß des Burghügels, entlang des heutigen Fahrweges zur Flußschlaufe der Glane hinunter, sind nämlich noch sauber gearbeitete Reste einer Stützmauer in nordwestlicher Richtung zu erkennen. Vermutlich wurde der Zugang auf die Motte von Norden geführt.

Ebenfalls sind im Nordwesten des Burghügels, gleich rechts vom Fahrweg zur Flußschlaufe hinunter, deutliche Mauerreste zu erkennen. Das kann ein befestigtes Tor oder eine Stützmauer gewesen sein.

Eigenartig, wenn auch nicht einzigartig, wird die Burgstelle von La Vuardaz aber vor allem durch ein System von fünf länglichen Wällen, die alle mit ihren Schmalseiten auf den Burghügel zulaufen. Der nördliche Teil des westlichsten Walls ist dabei durch die Anlage des Fahrweges zerstört. - Dieser "Wallgarten" beweist, daß die Anlage nicht nur fortifikatorische, sondern auch symbolische Elemente einschloß.

Nach Süden erstreckt sich nach den Wällen ein leicht ansteigendes Podium, das hernach von einem Graben abgeschlossen wird. Doch auch dieser Graben verläuft an seiner äußeren, südöstlichen Seite in Windungen.

An einigen Stellen des Wallgartens haben sich ferner Findlinge erhalten.

In der Struktur steckt eine Figur

Wir haben es bei La Vuardaz nicht nur mit einer Befestigungsanlage zu tun haben. Wie bereits an vielen Stadt- und Burgengrundrissen nachgewiesen, enthält der Grundriß zweifellos auch eine Erdzeichnung, eine Geoglyphe. Der hier beschriebene "Wallgarten" südlich an den Burghügel anschließend beweist es.

Vorweg sei festgehalten: La Vuardaz liegt auf der gleichen Ost-West-Achse liegt wie Pitor oder Pi Tord südlich von Marly. Jene Anlage ist eine reine Erdzeichnung, ohne jeden fortifikatorischen Zweck.

Und zwischen La Vuardaz und Pi Tord beträgt die Entfernung exakt 3 keltische Meilen (Leugen).

La Vuardaz ist beides: Erdburg - später wenigstens teilweise zu einer Steinburg ausgebaut - und Erdzeichnung.

La Vuardaz stellt einen Vogel (oder einen Fisch?) dar. - Damit besteht nicht nur eine vermessungstechnische Verwandtschaft mit Pi Tord: Auch in letzterer Anlage erkennt man einen Vogel.

La Vuardaz: Blick von der Mitte des Wallsystems auf den Burghügel im Hintergrund


La Vuardaz: Die Stützmauer am westlichen Fuß des Burghügels