Die Erdburg Schwanden bei Zäziwil (Kanton Bern)

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NB: Es gibt auch eine Burgstelle Schwanden oder Schwandenberg bei Wynigen.


Ansicht der NE-Ecke des Burghügels von Schwanden oberhalb von Zäziwil

Foto: Markus Schilt, 5.2.2011


Der Sod in der NW-Ecke auf dem Burghügel von Schwanden bei Zäziwil

Foto: Markus Schilt, 5.2.2011


Plan der Erdburg Schwanden oberhalb von Zäziwil

Äquidistanz der Höhenkurven: 1 m

Planskizze: Autor, 2.2011


Lage und Beschreibung

Die Burgstelle Schwanden liegt nordöstlich von Zäziwil im Emmental in der gleichnamigen Gemeinde. Die Bergrippe heißt im Südwesten Bühlenberg, gegen Norden nach dem Gehöft Schwanden der Schwandenberg. - Weiter im Osten gibt es den Weiler Steffisberg. - Die Burg könnte also auch den Namen Bühlenberg oder Steffisberg getragen haben.

Schwanden ist eine Spornanlage, südlich des heute von Zäziwil bis zur Blasenfluh und zur Moosegg verlaufenden Weges. Der Wehrbau besteht aus einem dreieckigen, allseitig sehr steilen und guterhaltenen Burghügel. Diesem war gegen Norden ein Graben und Wall vorgelagert. Die letztgenannten Befestigungen sind heute fast ganz eingeebnet, aber gut zu rekonstruieren.

Das Plateau des Burghügels mit dem höchsten Punkt 921 M.ü.M. in der Nordostecke ist gegen Süden ganz schwach geneigt. Vor der Nordwestecke ist noch die Grube eines Sods zu erkennen.

Auffällig ist die an die Südspitze des Burgplateaus sich anschließende Fortsetzung des Sporns.

Die Vermessung zeigt, daß mit dem Burghügel ein gleichschenkliges Dreieck mit den Massen 26 x 26 x 20 m beabsichtigt war, wobei die Spitze der genannte höchste Punkt 921 bildete.

Mauerspuren sind nirgends zu entdecken. Schwanden bei Zäziwil war eine reine Erdburg.

Die gute Erhaltung ist dem Umstand zu danken, daß die Burg südlich des Fahrwegs und auf ziemlicher Höhe liegt.

Die Figur der Anlage

Wie bei so vielen alten Burgen und Städten ist auch bei Schwanden im Grundriß eine Figur zu vermuten. Die Form des Burghügels zeigt klar einen Tierkopf, mit dem Sod als Auge und der Schnauze gegen Süden. - Man kann vermuten, dass die genannte Fortsetzung des Sporns im Süden als Schnabel oder besser als Zunge des Tiers zu deuten ist.

Interessierte Leute sind aufgefordert, Vermutungen zu äussern, welcher Tierkopf hier abgebildet sein könnte.


7.2.2011