Über Burgen und Erdburgen, besonders im Kanton Bern

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Über Berner Burgstellen vergleiche neuerdings den Ordner

Berner Burgen-Artikel


Der Chutzen auf dem Frienisberg BE

Der Chutzenhubel auf dem Frienisberg von Nordosten, Stelle einer alten Erdburg

Aufnahme: Autor, 2004

NB: Auf dem Chutzen entsteht bis Herbst 2009 ein 42 m hoher hölzerner Aussichtsturm.


Über bernische Burgen und Erdburgen vergleiche auch das 2008 erschiene Buch

Die Ursprünge Berns. Materialien für eine Neubetrachtung


Über die Erdburg Münnenberg bei Grünenmatt im Emmental existiert ein besonderer Artikel!

Ebenfalls gibt es einen Artikel über die Erdburg Bärhegen oberhalb von Wasen.



Alt Burgistein oder Schönegg

Alt Burgistein oder Schönegg: Zugang mit dem Schildwall und Mauerresten der SE-Ecke

Foto: André Alborghetti, 22.5.2008


Bekannt ist im oberen Gürbetal das Wohnschloß Burgistein. Dieses thront auf beherrschender Höhe nördlich von Wattenwil und unmittelbar östlich des Gemeinde-Ortes Burgistein.

Nördlich davon, in der gleichen Gemeinde, finden sich am Ostabhang des Längenbergs zwei Burgstellen.

Zuerst ist Alt Burgistein oder Schönegg zu nennen. Dieser Burgplatz liegt auf einer bewaldeten Hügelkuppe gleich östlich des Weilers Äbnit.

Es ist dies eine ausgedehnte Wehranlage. Sie besteht aus einem rechteckigen Plateau mit den ungefähren Massen 24 X 34 Metern. Der Platz ist gegen Südwesten durch einen Schildwall verstärkt und war ursprünglich von einer Ringmauer begrenzt. Von dieser sind an der SE-Ecke und gegen E hin noch Reste erkennbar (vgl. das Foto).

Die Burg war gegen S und W durch einen doppelten Graben und einen Wall gesichert. Der innere Graben ist gänzlich erhalten, der äußere teilweise zugeschüttet.

Bühlhölzli

Östlich unterhalb von Alt Burgistein (Schönegg) findet sich, durch eine Talsohle vom Berghang isoliert, das Bühlhölzli, ein länglicher, in Ost-West-Richtung verlaufender Hügel, dessen Höhe der Punkt 653 bildet. Dieser Platz war ehemals gegen den nördlichen Hang hin durch eine bogenförmige Böschung geschützt, die noch deutlich erkennbar ist. - Man darf davor einen ehemaligen Graben vermuten. Und die Böschung war wohl ehemals durch eine Palisade verstärkt.

Ein mächtiger Findling steckt im westlichen Teil der künstlichen Böschung.

Das Bühlhölzli macht Sinn als eine mit der oberen Burg, also Alt Burgistein verbundenen Wehranlage. Und beide Burgen bewachten sicher den alten Weg durch das Gürbetal. Dieser verlief gleich unterhalb des Bühlhölzli durch die markante Talsohle. Der ursprüngliche Wegverlauf ist auf den Wiesen noch heute schwach erkennbar.

Der alte Gürbetal-Weg verlief auf der Westseite des Tals, etwas erhöht von der Ebene. Denn diese war ursprünglich Schwemm- und Sumpfgebiet.

22/5/2008


Seit dem Erscheinen der neuen Burgenkarte der Schweiz in zwei Teilen (Rezension)  sind für den westlichen Teil ein paar weitere Erdwerke in der Umgebung des Aspikopfes bekannt.

Die folgende Burgstelle wurde am 27.10.2007 besucht:

Golaten

(585'520/203'735)

Die Burgstelle liegt östlich des Dorfes Golaten (über den Ortsnamen vergleiche: Der Vesuv ist überall). Der Platz ist ein bewaldeter Sporn, der auf der einen Seite steil zum Hof Wittenberg abfällt, auf der anderen Seite gegen Westen durch einen tief eingeschnittenen Bach vom flachen Gelände getrennt wird.

Die Anlage besteht aus einem etwa länglich rechteckigen Burgplatz, der gegen den Waldrand hin durch einen halbkreisförmigen, teilweise zugeschütteten Graben getrennt wird. Der Burghügel läßt gegen die Grabenseite noch einen Schildwall erkennen.


Die folgenden Beschreibungen gründen auf einer Geländebegehung vom Samstag, den 20. Oktober 2007.

Heugraben

589'890/202'460

Die Burganlage nimmt einen gegen SW orientierten Sporn am nördlichen Abhang gegen das Aaretal südlich von Murzelen ein.

Der längliche Burghügel ist gegen die Bergseite durch einen teilweise erhaltenen Graben abgetrennt. Gegen die Grabenseite hat der Burgplatz eine hügelartige Erhöhung.

Ohne Zweifel ist dies die interessanteste Wehranlage im Gebiet von Innerberg.

Usser Mülital (Äußeres Mühletal)

588'940/202'870

Der Burgplatz ist ein gegen SW gerichteter länglicher Hügel, der von der Bergseite früher offenbar durch einen schmalen Halsgraben getrennt war. - Von diesem sind jedoch keine Spuren vorhanden.

Der Platz ist aber sehr wahrscheinlich keine Burgstelle.

Sandbühl

590'050/203'980

Die Wehranlage am Rande des Plateaus gegen den Weidhausgraben besitzt einen rundlichen Burghügel, der durch die Anlage eines Feldweges angeschnitten ist. - Verschwunden ist der zwingend anzunehmende Abschnittsgraben und vielleicht Abschnittswall.

Der Platz Sandbühl zeigt, wie etliche Wehranlagen durch die intensive Nutzung der Äcker und Wiesen ihr ursprüngliches Aussehen eingebüßt haben.

Weidhaus

589'630/204'890

Der Burgplatz liegt auf einem länglichen, nach Süden gerichteten Sporn zwischen zwei Bächen, die zum schluchtartigen Weidbach führen.

Von der Burganlage läßt sich nur mehr ein länglicher Burghügel erschließen. - Der Abschnittsgraben und vielleicht Abschnittswall sind verschwunden. Schuld daran ist ein Forstweg, der zu dem Hügel führt und dabei die Spuren eingeebnet und überdeckt hat.

Ob der Platz wirklich eine Burg trug, ist unsicher.


Aspikopf oder Aspitanne

Die Burgstelle liegt südwestlich von Murzelen, etwa 15 km nordwestlich von Bern, in einem weitläufigen durch tief eingeschnittene Bäche gegliederten Waldgebiet. Der Platz bildet einen gegen den zur Aare führenden Leimbach gerichteten Sporn (Koordinaten: 588’875/203’200) und ist heute durch eine Waldstrasse erschlossen.

Der Burgplatz bildet ein ungefähres Dreieck, dessen längste Seite gegen Norden etwa in ost-westlicher Richtung orientiert ist.

Der dreieckige Platz, der Sporn, war ehedem gegen Osten durch je zwei kurze Abschnittswälle mit je einem vorgelagerten Graben abgetrennt. An den nördlichen Rändern des Weges sind davon noch schwache Erhebungen der beiden Wälle und geringe Spuren der Gräben zu erkennen. Der Abstand zwischen den Abschnittswällen betrug ungefähr 15 – 20 m. – Die alten Befestigungen wurden bei der Anlage der Waldstrasse zerstört.

In den Ortsnamen Aspitanne und Aspikopf steckt das häufig vorkommende Element ASPI, das VESPASIANUS, den bekannten Vesuv-Kaiser enthält (vergleiche Der Vesuv ist überall).

Plan der Wehranlage Aspikopf bei Murzelen

Plan: Autor, 7/2007

Der nach Westen in das Waldtal des Leimbachs vorspringende bewaldete Sporn hat eine dreieckige Form und ist durch einen schmalen Hals mit dem ebenen Terrain des weiten Waldes von Aspitanne verbunden.

Man kann bei dem Dreieck im Norden eine Ost-West-Orientierung ergründen, gegen Westen eine solche von 340° NW und gegen Süden eine von ca. 65° NE.

Gegen Osten war der Burgplatz durch einen doppelten Abschnittswall und –Graben gesichert. – Diese hatten eine Orientierung von etwa 340° NW. – Die Befestigungen sind durch die Anlage eines Zufahrtsweges zerstört worden. Am Nordrand des Weges sind von den beiden Wällen jedoch noch geringe Spuren zu erkennen.

Die dreieckige Form des Burgplatzes soll ausdrücklich vermerkt werden.


Die Teufelsburg bei Rüti bei Büren

Vergleiche: Die Teufelsburg bei Rüti bei Büren


Älteres Schweinsberg

Die Burgstelle liegt zwischen Eggiwil und Aeschau im Emmental, auf der rechten Talseite, etwa 30 m neben dem Hof Burg (Koordinaten: 626’160/194’150). Der Burgplatz nimmt einen Sporn ein, der sich über einem Steilabfall zur Emme erhebt. Im Osten ist der Sporn durch einen Bach abgegrenzt.

Das steile, nach drei Seiten abschüssige Burgplateau hat seine höchste Stelle gegen die Bergseite. Der Burghügel war ehedem durch einen tiefen Graben, einen Wall und einen zweiten Graben gegen den Berg hin abgetrennt. Davon ist noch der erste Graben gut erkennbar. Am Nordende sieht man noch einen kleinen Rest des Walls und Spuren des zweiten, äußeren Grabens. - Letzterer aber ist nach Ansicht eines anderen Burgenkenners unbewiesen.

Plan der Burgstelle Älteres Schweinsberg (Eggiwil BE)

(Der Plan wird gegenwärtig revidiert)


Anmerkung:

In der gleichen Region gibt es eine Burgstelle, die Jüngeres Schweinsberg genannt wird. Diese liegt am Nordrand des Plateaus von Mutten, auf einem felsigen Sporn über der linken Seite der Emme, südöstlich von Schüpbach.

Diese Erdburg bestand aus einem Burghügel und einem Ringwall und Graben.


Zwigarten

Die Burgstelle liegt südlich von Langnau im Emmental, auf einem schmalen Sporn, der von der Hochwacht hinabführt (Koordinaten: 628’400/197’180). Die Strasse zu dieser Höhe führt gleich westlich unterhalb des Burgplatzes vorbei. Ebenfalls zweigt von der Strasse ein Fußweg zur Hochwacht ab, der durch den südlichen, bergseitigen Abschnittsgraben der Burg führt. Der Platz liegt auf etwa 920 m Höhe und wird wie viele andere Burgstellen Zwingherrenhubel genannt.

Die Burg besteht zum Ersten aus einem außerordentlich steilen, länglichen Burghügel. Dieser hat gegen die Bergseite seine höchste Stelle. An diese schließt sich nach Norden über die Rippe eine erhöhte Fortsetzung an. Vielleicht daß diese auffälligen Erhöhungen einen Mauerwinkel darstellen.

Die Burgenkarte der Schweiz (Teil 1) spricht von einem gemauerten Brunnen, dessen Spuren noch erkennbar seien. – Was die Erhöhungen auf dem Burgplatz andeuten, könnten aber wohl nur Ausgrabungen klären.

Der Burghügel ist zu beiden Seiten – gegen Süden wie gegen Norden – durch tiefe Halsgräben abgetrennt, die in ungefähr noch erhalten sind. Gegen die Langnau-Seite ist dem tiefer gelegenen Graben noch ein kurzer, aber steiler Wall vorgelagert.

Man erkennt in der Mitte des Sporns den länglich-ovalen Burghügel der sowohl gegen Süden – die Bergseite – als auch gegen Norden – die Talseite – durch einen tiefen Graben abgetrennt ist. – Zusätzlich ist der Motte gegen Norden ein Schildwall vorgelagert.

Links führt die Strasse Langnau – Hochwacht an der Burg vorbei. – Durch den südlichen Halsgraben führt der Fußweg zur Hochwacht.

Plan der Burg Zwigarten bei Langnau (Kt. Bern)

Grafik: Autor


22. Juli 2007 ff.