Der Grabhügel im Bois de Moncor
(Gemeinde Villars-sur-Glâne bei Freiburg - Fribourg)
Am Südrand des Bois de Moncor, südwestlich der Stadt Freiburg im gleichnamigen Kanton, befindet sich der wohl größte Grabhügel der Schweiz. - Nur der Tumulus bei Robank, westlich von Wetzikon im Kanton Zürich, kommt diesem gleich.
Der Sturm Lothar von Ende 1999 hat in der Umgebung des Monuments im Bois de Moncor viele Bäume umgeworfen und zwang so zu einer flächenhaften Abholzung und Neuaufforstung des Waldes. So ist der Hügel von den Waldseiten her gegenwärtig besser und vor allem aus viel größerer Distanz besser zu erkennen als vor dem Orkan (vgl. die beiden Abbildungen). Allerdings ist die Verkrautung gegenwärtig (2010) enorm.
Der Grabhügel im Bois de Moncor (Villars-sur-Glâne, FR) von E
Aufnahme des Autors vom 1.4.2004
Der Grabhügel von Moncor (Koordinaten: 575285/182920) überrascht vor allem durch seine Größe: Die Grundfläche des Tumulus beträgt etwa 80 m. Und noch heute ist der Hügel bis 10 m hoch.
Wie die meisten Grabhügel ist auch derjenige von Moncor angestochen und geplündert worden, wie mehrere Eintiefungen und Rinnen, sowie die eingeebnete Kuppe beweist.
1983 hat ein Forscherteam den Grabhügel im Moncor-Wald mit einem Erd-Scanning untersucht haben. Angeblich sei dabei in mehreren Metern Tiefe ein Steinkisten-Grab festgestellt worden.
Diese Vermutung ließe sich nur durch Ausgrabungen klären.
Doch auch dann blieben wesentliche Fragen offen:
Aus welchen Gründen ließen sich Adelige in der Vorzeit in solchen mächtigen Hügeln begraben?
Wie wurden diese riesigen Erdmassen aufgeschüttet - und wo wurde das Material gewonnen?
Welche Kriterien galten für den Standort eines Grabhügels?
Bei dieser Gelegenheit soll darauf hingewiesen werden, daß sich in der Nähe des Grabhügels von Moncor andere bedeutende Anlagen aus vorgeschichtlicher Zeit finden:
700 m westsüdwestlich des Tumulus lassen sich im Wald von Belle-Croix, westlich des Wasserwerkes, noch dürftige Spuren einer sogenannten Viereckschanze erkennen. Die Anlage behandle ich in meinem Artikel Die keltischen Viereckschanzen in der Schweiz (dort auch ein Plan).
Südlich des Moncor-Waldes liegt auf einem Sporn am Zusammenfluß der Glane mit der Saane die Glane-Burg von Châtillon-sur-Glâne. Ein mächtiger Abschnittswall und Abschnittsgraben hat sich gegen Westen erhalten. - Westlich davon finden sich im Wald mehrere weitere Grabhügel.
Grabhügel waren auch immer bedeutende Ankerpunkte der alten Landvermessung. Das gilt auch für den Grabhügel von Moncor. Dazu zwei Beispiele:
- Der erwähnte Abschnittswall der Glaneburg ist gewinkelt. Der südliche Teil hat eine Orientierung von 150° SE/330° NW. Läßt man diese Linie nach NW weiter laufen, so trifft sie nach 0.8 Leugen (keltischen Meilen) exakt auf den Grabhügel von Moncor.
- Die erwähnte Erdburg im Pérolles-Wald in Freiburg liegt genau östlich des Grabhügels von Moncor, also auf einer Ost-West-Linie in 1 2/3 Leugen Entfernung!
Die Gegend von Moncor und Villars-sur-Glâne ist heute zu einer fast gänzlich überbauten Stadtlandschaft aus Wohnbauten, Industrieansiedlungen, Einkaufszentren und Verkehrsflächen geworden. Man hat Mühe, sich inmitten dieser modernen Banalität in die Geheimnisse der Vorzeit einzufühlen.