Die Teufelsburg bei Rüti bei Büren (Kt. Bern)

Eine Erdburg in der Gestalt eines eierlegenden Vogels!


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Über andere Burgen vergleiche: http://www.dillum.ch/html/dillum_burgen_artikel_be_so_vd_fr.htm


Der Aufgang zur Teufelsburg von Süden. Links die Motte, rechts die Enden der zwei östlich anliegenden Wälle.

Foto: Brigitte Reist


Der Burghügel (die Motte) der Teufelsburg von NE

Foto: Brigitte Reist


Die Motte der Teufelsburg im Abendlicht, von Südosten her gesehen

Foto: Brigitte Reist


Panorama-Ansicht der Teufelsburg von NE, mit der Motte in der Mitte des Hintergrunds

Standpunkt ist die Wall-Ecke bei Punkt 544. Man erkennt die beiden östlich anliegenden Wälle links und die beiden nördlichen rechts.

Foto: Brigitte Reist, 2008


Planskizze der Teufelsburg

Aufnahme: Autor, 2015. Mit Korrekturen nach dem digitalen Oberflächenmodell.

Äquidistanz der Höhenkurven: 1 m


Die Teufelsburg im digitalen Oberflächenmodell LIDAR oder DOM

LIDAR = light detection and ranging - DOM = digitales Oberflächenmodell

Bei dieser Methode wird die Erdoberfläche von einem Flugzeug aus mittels eines Laserstrahls gescannt.

Das Laser-Scanning der Erdoberfläche offenbart wie hier staunenswerte Ansichten. Diese sind vor allem für die Burgenforschung interessant und ersparen teilweise aufwendige terrestrische Geländeaufnahmen.


Die Teufelsburg bei Rüti bei Büren: Die Struktur der Anlage, mit transparenter Flächenfarbe auf das digitale Oberflächenmodell gezeichnet.

Autor, 2015


Die Anlage stellt einen eierlegenden Vogel dar, wahrscheinlich einen Pelikan. Letzteres ist ein Neapel-Wort:

Pelicanus, PELICANUM = PLCNM > PLSN > NPLS = NEAPOLIS

Neapel ist eine feste Burg (vgl. das Kirchenlied!), ein fester Ort.


Die Teufelsburg: eine der größten Erdburgen des Schweizer Mittellandes

Die Teufelsburg liegt südöstlich von Rüti bei Büren an der Aare, am Nordrand des zur Aare führenden Leimbachs, heute inmitten eines großen Waldgebietes.

Die Anlage ist sehr gross, sie hat einen Durchmesser von etwa 150 Metern und eine Fläche von gut einer Hektare.

Zentrum der Anlage ist ein gewaltiger, gegenüber dem Nordfuss um etwa zehn Meter überhöhter rundlicher Burghügel. Um diesen herum findet sich gegen die Nord- und Ostseite ein kompliziertes System von mehreren Wällen und Gräben.

Unmittelbar vor der Motte befindet sich gegen N ein isoliertes Wallstück. - Und der erste Wall gegen Osten ist im Norden gegen den zweiten durch eine Biegung wie angelötet.

Der grösste und höchste Wall ist der zweite. Dieser bildet einen ungefähren Winkel, mit dem höchsten Punkt (544) in der Biegung.

An den Hauptwall schliesst sich gegen N und E je ein weiterer Wall an. Diese sind ebenfalls unverbunden.

Die drei Wälle im N des Burghügels verlaufen parallel, ebenso die beiden Wälle im E.

Gegen N wird das System durch einen Graben mit einem wenig hohen Randwulst abgeschlossen. - Gegen E folgen zwei kleine Wälle oder Rinnen. Und der erwähnte Randwulst ist gegen NE zu einer Rundung  geformt und findet in der äusseren Rinne seine Fortsetzung und seinen Abschluss.

Deutlich ist auf dem heutigen Plan zu erkennen, dass das Wall- und Grabensystem gegen NE gezogen und gebogen verläuft. - Und besonders die kleine Böschung als Abschluss gegen NE ist weniger als einen Meter hoch. Zusammen mit den beiden gegen SE verlaufenden Rinnen machen sie als wehrhaftes Erdwerk wenig Sinn.

Den Ostabschluss des Erdwerks bildet ein Bach, der heute ausgetrocknet ist. Dessen Quelle liegt im Innenbereich der merkwürdigen kleinen und gewinkelten Böschung am nordöstlichen Ende der Anlage. - Man kann annehmen, dass sich dort eine Art Quellheiligtum befand. Denn eine kultische Bedeutung hatte die Burg sicher.

Von der Teufelsburg gibt es zwei alte Pläne, der eine von einem Müller aus Nidau, um 1870 erstellt, und jener von Bendicht Moser aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts (siehe Abbildungen). Diese Aufnahmen sind grafisch reizvoll, aber in wesentlichen Teilen ungenau.

Teufelsburg: Plan von ca. 1870

Der Plan hat nur historischen Wert. Er stellt eine verzogene Anhäufung von teils richtigen Einzelmerkmalen dar.


Teufelsburg: Plan von Bendicht Moser, ca. 1920

Der Plan gehört zu den besseren Arbeiten des Zeichners. Viele Einzelheiten hat Moser genau beobachtet. Das Gesamtbild ist jedoch ungenau.


Die Figur des Vogels

Der Plan der Teufelsburg zeigt einen Burghügel, der durch ein System von verschiedenen, gestaffelt angelegten Wällen und Gräben geschützt ist.

Aber im Plan der Wehranlage steckt auch eine Figur. Die Skizze wird zu einem Vexierbild. Der Verlauf der Erdwerke im Nordosten lassen bald einen Vogelkopf mit einem langen Schnabel und sogar einem Auge erkennen. Die Wälle und Gräben zu beiden Seiten der nach Nordosten ausgerichteten Achse stellen die Flügel und Federn des Tiers dar.

Der Burghügel selbst ist rund und stellt wohl ein Ei dar.

Zusammen ergibt sich die Erdzeichnung eines eierlegenden Vogels, wahrscheinlich eines Pelikans oder eines Storchs.

Die Teufelsburg bei Rüti bei Büren an der Aare, zwischen Biel und Solothurn, ist in jeder Hinsicht eigenartig und einzigartig.

Figuren in den Grundrissen von alten Burgen und Städten sind geläufig. - Der Autor widmet diesen Bildern seit Jahren seine besondere Aufmerksamkeit.


PS: Der Autor hat den Plan auch Herrn Herwig Brätz (Rostock), dem Spezialisten für Figuren in Stadt- und Burgplänen gezeigt. Dieser hat dazu bemerkt, daß auch die Altstadt von Duisburg einen Vogel im Grundriß zeige.