Die Teufelsburg bei Rüti bei Büren, BE

Eine Erdburg von der Gestalt eines eierlegenden Vogels, eines Pelikans!


Panorama-Ansicht der Teufelsburg von NE

Foto: Brigitte Reist, 2008


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Über andere Burgen vergleiche: Artikel über Berner Burgen


Frau Brigitte Reist aus Nidau hat einen informativen und reich illustrierten Artikel über Burgen rund um Biel. - Die Teufelsburg wird dort erwähnt.

http://www.reist-design.ch/

(Siehe unter BERICHTE)


Planskizze der Teufelsburg

Aufnahme: Autor, 1.2009

Die Skizze wurde auf der Grundlage des Vermessungsplanes erstellt und dabei versucht, die ursprünglichen Bezüge zu rekonstruieren. Denn besonders die Wall- und Grabenwinkel im NE des Burghügels sind heute durch einen Wegzugang teilweise verwischt und eingeebnet.

Ich und Brigitte Reist sind uns einig, daß der Grundriß der Teufelsburg einen Vogel, genauer einen Pelikan darstellt.

Aber weshalb ein solcher Vogel? Nun, Pelikan ist ein Neapel-Wort:

Pelicanus, PELICANUM = PLCNM > PLSN > NPLS = NEAPOLIS

Neapel ist eine feste Burg (vgl. das Kirchenlied!), ein fester Ort.


Erdburgen und Steinburgen

Etwa die Hälfte aller Burgstellen im Schweizer Mittelland blieben reine Erdburgen. Sie bestanden aus Erdwerken, also Burghügel, Wällen und Gräben. Verhaue, Palisaden, Trockenmauern und Holztürme haben diese Befestigungen ehemals ergänzt.

Aus Mörtel gefügte steinerne Bauten wie Türme, Ringmauern und Gebäude wurden erst in einer weiteren Ausbaustufe in die ursprünglichen Erdburgen hineingebaut.

Heute, nachdem die meisten Steinwerke zerfallen oder abgetragen sind, zeigen sich eine Mehrzahl der zahlreichen Burgstellen wieder als reine Burgstellen.

Die Teufelsburg: eine der größten Erdburgen des Schweizer Mittellandes

Zu den großen Erdburgen der Schweiz gehört zweifellos die sogenannte Teufelsburg. Diese liegt südöstlich von Rüti bei Büren an der Aare, am Nordrand des zur Aare führenden Leimbachs, heute inmitten eines großen Waldgebietes.

Die Teufelsburg hat mit allen ihren Erdwerken einen Durchmesser von etwa 150 Metern.

Zentrum der Anlage ist ein gewaltiger, gegenüber der Umgebung um etwa fünfzehn Meter überhöhter ovaler Burghügel. Um diesen herum findet sich gegen die Nord- und Ostseite ein kompliziertes System von vier Wällen und Gräben. Diese Zugangshindernisse sind vom Burghügel, der Motte einsehbar. Am mächtigsten ist der zweite halbrund oder winkelförmig verlaufende Wall.

Von der Teufelsburg gibt es einen alten Plan von Bendicht Moser aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts (siehe Abbildung). Diese Planaufnahme ist grafisch reizvoll, aber in wesentlichen Teilen ungenau.

Heute gäbe es von der Teufelsburg einen äußert genauen Plan, erstellt von Herrn Jens Wolfensteller. Der Autor konnte diesen einsehen, aber leider nicht bekommen. - Wohl oder übel mußte er auf der Grundlage des Vermessungsplans eine eigene Skizze erstellen.

Man muß zuerst wissen, daß heute von Norden her ein Weg zum Burghügel führt. Dieser schneidet die Anlage genau in den Winkeln der Wälle. Dadurch sind wesentliche Bezüge der Anlage verwischt worden und geben womöglich Anlaß zu Fehlinterpretationen.

Besonders verwirrend erscheint das äußere Graben- und Wallsystem im Nordosten des Burghügels. Welches war das ursprüngliche Aussehen und die Funktion dieser Teile?

Die Figur des Vogels

Der Plan der Teufelsburg zeigt einen Burghügel, der durch ein fast überdimensioniert anmutendes System von Zugangshindernissen aus verschiedenen, gestaffelt angelegten Wällen und Gräben geschützt ist.

Aber wenn man den Plan etwas ergänzt, erkennt man in dieser Wehranlage eine Figur. Die Planskizze wird zu einem Vexierbild. Besonders die Erdwerke im Nordosten lassen bald einen Kopf erkennen. Und die daran angefügten Wälle und Gräben sehen aus wie Flügel und Federn.

Der Burghügel ist rund bis leicht eiförmig.

Der mächtige Burghügel (die Motte) der Teufelsburg ist von Brigitte Reist sehr wirkungsvoll aufgenommen


Je mehr man sich in den Plan vertieft, desto mehr wird deutlich: In die Anlage haben die Erbauer bewußt eine Figur hineingearbeitet. Man muß nicht lange überlegen:

Der Plan der Teufelsburg enthält die Figur eines eierlegenden Vogels!

Die Teufelsburg bei Rüti bei Büren an der Aare, zwischen Biel und Solothurn, ist in jeder Hinsicht eigenartig und sogar einzigartig.

Die eindrucksvolle Motte der Teufelsburg im Abendlicht, von Südosten her gesehen.

Foto: Brigitte Reist


PS: Der Autor hat den Plan auch Herrn Herwig Brätz (Rostock), dem Spezialisten für Figuren in Stadt- und Burgplänen gezeigt. Dieser hat dazu bemerkt, daß auch die Altstadt von Duisburg einen Vogel im Grundriß zeige.


18.8.2007/1.2009