Die Burgstelle Spitzenberg im Gohlgraben bei Langnau (Kt. Bern)

Ein interessanter Burghügel im Napfgebiet

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Spitzenberg im Gohlgraben bei Langnau BE: Ansicht des Burghügels von Nordosten aus.

Man erkennt auf dem Bild den in Z-Form geführten Aufgangsweg zum Burgplateau

Foto: Autor, 24.7.2013


Spitzenberg im Gohlgraben bei Langnau BE: Der zentrale Teil des Burghügels von Süden aus.

Man erkennt auf dem Bild deutlich den höheren östlichen Teil (rechts) und den niederen westlichen Teil (links).

Foto: Autor, 24.7.2013


Spitzenberg im Gohlgraben bei Langnau BE: Sicht von der Ostflanke des Burghügels auf die Grabenwand im Nordosten.

Foto: Autor, 24.7.2013


Spitzenberg im Gohlgraben bei Langnau BE: Ansicht des Burghügels von NW

Foto: Markus Schilt

Man erkennt rechts unten den Ansatz der Geländeschulter gegen Nordwesten.


Spitzenberg im Gohlgraben bei Langnau BE: Plan

Äquidistanz der Höhenkurven: 2 m

Plan: Autor, nach einer archäologischen Aufnahme

Die Mauer- und Konstruktionsbefunde auf dem Burgplateau sind als approximativ anzusehen.


Die Lage

Die Burgstelle Spitzenberg liegt an einer steilen östlichen Flanke des Gohlgrabens, östlich oberhalb des Weilers Gohl (Gol) und südwestlich unterhalb des Gehöfts Multen, nordöstlich von Langnau im Emmental, zu welcher Gemeinde das Objekt gehört.

Die relative Abgelegenheit des Orts im Gohlgraben verdient erwähnt zu werden.

Beschreibung

Spitzenberg besteht zuerst und vor allem aus einem sehr steilen, länglich-ovalen Burghügel mit einer Längsachse gegen Nordosten. Die Motte ist gegen den Berg im Nordosten durch einen tiefen Grabeneinschnitt abgetrennt.

Der Burghügel hat von der Grabensohle im Nordosten eine Sprunghöhe von gut zehn Metern.

Durch den Graben hindurch zieht sich ein von Nordwesten hinaufführender Weg, der im Osten nach dem Verlassen des Burgareals zu einem kürzeren, aber sehr breiten Hohlweg wird und im Nordosten ausläuft.

Die Grabenwand im Nordosten ist sehr ausgeprägt (siehe Bild).

Vom Südfuß des Burghügels bis in den Nordosten ist der Motte ein deutlicher Geländeabsatz vorgelagert, der sich gegen Nordosten zu einem länglichen und geneigten Plateau ausweitet.

Vor dem nördlichen Ende des Vorgeländes der Burg ist das Terrain durch jüngere Zufahrtswege und Planierungen ziemlich stark verändert worden.

Die Befunde auf dem Burgplateau

Die Höhe der Motte von Spitzenberg hat ein kompliziertes Aussehen und ist nicht leicht zu entschlüsseln.

Charakteristisch ist zuerst die Zweiteilung des Plateaus, einerseits in einen höheren nördlichen und einen durch einen Geländeabsatz markierten niedrigeren südlichen, dann vor allem in einen höheren östlichen und einen niedrigeren westlichen Teil. 

Diese Unebenheiten des Plateaus stellen keine Zerstörungen dar, sondern lassen eine ursprüngliche Bebauung der Höhe erkennen.

Gegen Norden deuten Mauerspuren auf eine mögliche Schildmauer hin. Gegen Süden scheint eine andere Mauer den Hügel zweigeteilt zu haben. Gegen Westen und Süden lassen die Einsenkungen im Terrain drei ehemalige Gebäude erkennen, die sich an die Teilmauer gelehnt haben.

Man kann mutmaßen, daß nur die Fundamente der Gebäude gemauert, die Hochbauten aber aus Holz waren.

Mauerreste sind oberirdisch keine mehr zu erkennen. Doch Mörtelspuren sind da und dort zu sehen.

Der Ortsname

SPITZEN-Berg hat wie SPIEZ das deutsche Wort SPITZ als Ursprung. Dahinter steht die Konsonanten-Folge SPST, was revokalisiert SEBASTIAN ergibt. Jener Heilige wurde bekanntlich durch Pfeile, also spitze Gegenstände getötet. Als Heiland-Figur genoß der heilige Sebastian großes Ansehen.

Die Figur im Grundriß der Burg

Schaut man sich den Plan der Burg von Spitzenberg mit dem Vorgelände an, so springt deutlich ein Phallus heraus.