Seedorf bei Noréaz FR: eine gewaltige und doch unbekannte Erdburg

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Seedorf FR: Der Graben des Vorwerkes von NW aus gesehen.

Foto: Autor, 8.2010


Seedorf FR: Der Hauptgraben von W gesehen

Foto Autor, 8.2010


Seedorf FR: Der Burghügel von N gesehen

Foto: Autor, 8.2010


Plan der Erdburg Seedorf bei Noréaz FR

Die Äquidistanz der Höhenkurven beträgt 1 m.

Der Steinbruch östlich des Burghügels wurde ignoriert, d.h. das vermutlich ursprüngliche Terrain nachgezeichnet.

Zeichnung: Autor, 11.2010


Die Erdburg Seedorf (FR): eine Spornanlage mit mehreren Terrassen

Das Objekt Seedorf liegt 7 km westlich von Freiburg auf einem gegen SE gerichteten Sporn des Waldberges Piamont und nordwestlich oberhalb des klassizistischen Schlosses von Seedorf.

Die Erdburg ist zwar gewaltig, war aber bisher weitgehend unbekannt. In der alten Schweizer Burgenkarte aus den 1980er Jahren war das Objekt nur vermutet. Erst in der - sehr diskutablen - neuen Burgenkarte der Schweiz von 2007 ist Seedorf verzeichnet.

Seedorf stellt sich als terrassierte Spornanlage dar.

Man betritt das Burgareal meistens von der ebenen nördlichen Fläche des Waldes her und gelangt zu einem ersten halbkreisförmigen Graben, der einen ersten Wall mit dahinter liegender schmaler Terrasse - also ein Vorwerk - vom Plateau abtrennt.

Hinter dem Vorwerk folgt ein gewaltiger, ebenfalls halbkreisförmiger und ca. 10 m tiefer Halsgraben, der an einzelnen Stellen in den Sandsteinfelsen gehauen ist.

Der Halsgraben trennt den mächtigen ovalen Burghügel vom Vorwerk. Die Motte ist ist an seiner höchsten Stelle fast gleich hoch wie das Plateau im Norden.

Der Burghügel ist nach Süden geneigt und hat auf seiner Nordseite Reste eines Schildwalls - vielleicht einst durch eine Mauer verstärkt.

Der künstlich abgeböschte Burghügel hat gegen Süden ein etwa 10 m niedrigeres Vorplateau, und nochmals um den gleichen Betrag tiefer eine zweite untere Terrasse.

Im Osten ist der Sporn durch einen ausgedehnten alten Steinbruch angerissen, die Burganlage als solche aber nicht beschädigt.

Seedorf ist von der Länge des Sporns, dem tiefen Halsgraben und der zentralen Motte eine gewaltige Erdburg. - Unverständlich also, daß diese Anlage bisher unbeachtet blieb.

Die gute Erhaltung der alten Wehranlage ist ebenfalls bemerkenswert.


25.8.2010