Burgen und Erdburgen im Oberaargau (Bern)

Die Burgen Hunze (Buchberg), Fuchsmatt und Grauenstein


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Hunze(n) oder Buchberg

Idealtypischer Plan der Hunze: kreisrunder überhöhter Burghügel mit Ringwall und Graben und einem zusätzlichen Graben am Ost-Ende des Sporns

Auch hier scheinen die unbekannten Erbauer eine bewusste Figur in den Grundriss hineingearbeitet haben.

Grafik: Autor, 6/2009


Das Erdwerk liegt östlich von Kleindietwil auf dem Hunze(n) genannten Hügelzug, auf einem Buchberg genannten flachen Sporn auf 696 m Höhe.

Die Wehranlage besteht aus einem nahezu kreisrunden und überhöhten Burghügel, der vom Sporn auf der Ostseite durch einen Graben abgetrennt ist. Geschützt wird die Motte auf den übrigen drei Seiten zusätzlich durch einen Ringgraben und Ringwall. Letzterer ist teilweise verschliffen.

Ein grosses Loch im Burghügel der Hunze ist vielleicht das Ergebnis von alter Schatzgräberei. Andere halten es für die Stelle eines Sodlochs.

Im Osten war dem Halsgraben in einiger Entfernung noch ein zweiter Graben vorgelagert.

Das Erdwerk Hunze ist gut erhalten und stellt in seinen kleinen Massen eine interessante ringförmige Anlage mit runden Burghügel dar. Leider verhindert der starke Bewuchs und der überalterte Baumbestand eine zusammenhängende Sicht und versperrt jede Aussicht ins Langetental.

Fuchsmatt

Die Burgstelle liegt auf einem halbwegs isolierten Hügelzug zwischen dem Bergzug der Hunze und dem Buchberg in einem weitläufigen, abgelegenen Waldgebiet nordwestlich oberhalb von Rohrbach und nördlich des Gehöfts Betzlisberg.

Die Wehranlage Fuchsmatt besteht aus einem ungefähr 30 m langen und 20 m breiten unebenen Burghügel, der im Südosten durch einen Halsgraben abgetrennt ist. Dieser geht auf der Westseite in einen Ringwall und Graben, der auch die ganze nördliche Stirnseite des Platzes umschliesst. Gegen Nordosten fehlt ein Wall und Graben. Die Zugangshindernisse sind stark verschliffen, aber noch gut erkennbar.

Ob der Burghügel ehemals auf allen Seiten von einem Ringwall und Graben umschlossen war, lässt sich heute nicht mehr feststellen.

Die Fuchsmatt ist weniger imposant als etwa Rohrberg, stellt aber eine Wehranlage von einem ähnlichen Typus dar.

Die Burgstelle liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Madiswil.


Über die Burgstelle Gutenburg bei Madiswil existiert ein eigener Artikel.


Über die Erdburg Bürgisweiher bei Madiswil existiert ein eigener Artikel.


Grauenstein

Gute 300 m östlich der genannten Erdburg Weiherköpfli findet sich eine weitere, gut erhaltene Wehranlage, die Grauenstein genannt wird.

Die Burg bestand aus einem länglichen, gegen Westen gerichteten Sporn. Dieser ist gegen das Plateau auf der Ostseite durch einen etwa 10 m tiefen Halsgraben abgetrennt. Gegen Westen fällt der Burghügel etwa fünf Meter tief zu einem halbrunden Graben und Wall.

Ein grosses Loch auf dem Burghügel von Grauenstein könnte einen alten Sod andeuten.

Nach dem Sinn einer Wehranlage in unmittelbarer Nähe der Burg Weiherköpfli darf nicht gefragt werden.

Plan der Burgstelle Grauenstein nach Bendicht Moser, 1934

Wie die meisten Burgenpläne dieses Geometers hat diese Skizze zwar grafische Wirkung, ist aber nicht sehr genau.


Einzelheiten zu weiteren Burgen in der genannten Gegend: Grünenberg, Langenstein

Auf dem Festi-Berg bei Melchnau befinden sich bekanntlich zwei Burgruinen: Grünenberg (im Westen) und Langenstein (im Osten). Der Hügel war also mit einer Doppelburg besetzt.

Die Burg Grünenberg umschloss auch eine Kapelle mit einem seitwärts angeordneten Sod.

Und der Bergfried der genannten Burg zeigt eine hoch interessante Besonderheit: Die Aussenmauern des Turm sind mit grossen Buckelquadern verkleidet (siehe Abbildung). - Unwillkürlich wird man an Burgen wie den Rundturm von Geristein erinnert - auch an die Bossenquader der Aussenwände der Münsterplattform in Bern.

Bossierte Aussenquader des Bergfrieds der Burgruine Grünenberg bei Melchnau BE

Aufnahme: 20.6.2009


Die Ortsnamen Hunze und Rohrberg

Der merkwürdige Name Hunze des Hügelzuges östlich von Kleindietwil stammt wegen des anlautenden H sicher aus dem Hebräischen.

Sehr wahrscheinlich ist der Ortsname eine stark kontrahierte Form von chanukkah = Widmung, also dem hebräischen Lichterfest.

CHANUKKA > HANUZE > HUNZE

ROHR-Berg ist schwieriger zu deuten. Die beiden R sind in den alten Ortsnamen-Elementen unüblich.

Es besteht eine Ähnlichkeit mit dem angeblich antiken Namen RAURACUM (RRCM), also dem Stamm der Rauraker.

Vielleicht steht das lateinische Wort PRORA = Vorderdeck, Schiff dahinter. In diesem Falle wäre der Verschlusslaut P am Anfang weggefallen.