Die Burg La Roche (Gemeinden La Roche und Pont-la-Ville) im Kanton Freiburg

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Lage

Die Burgstelle La Roche (deutsch: Zurflüh) liegt auf einem langgezogenen, in nordöstlicher Richtung verlaufenden Grat, etwa 1, 3 km westlich vom Zentrum des gleichnamigen Ortes und im SW des Gehöfts Vers les Châteaux. Die höchste Erhebung des Objekts beträgt 872 m. Gegen Norden ist der Grat im Gelände steil, gegen Süden teilweise in senkrechten Felsen abfallend.

Von der Burg selbst ist im empirischen Sinne nichts bekannt. Die pseudohistorischen Mitteilungen darüber sind abzulehnen.

La Roche war eine Steinburg, die wahrscheinlich in einem Zuge erbaut und wie alle anderen solchen Wehranlagen zu einer bestimmten Zeit aufgegeben und unbrauchbar gemacht worden sind.

Ansicht auf das östliche Ende der Burgstelle La Roche (Gemeinde La Roche, Kanton Freiburg)

Foto: Autor, 4.2013

Man erkennt die steile östliche Stirn der Burganlage und davor die Eintiefungen des östlichen und nördlichen Grabens.

Die Sprunghöhe vom freien Plateau im Vordergrund zur Höhe des Plateau-Endes beträgt etwa zehn Meter.


Beschreibung

Der Burggrat ist im Nordosten vom Gelände durch einen im Norden natürlichen, im Osten durch einen künstlich ausgehobenen Graben abgetrennt. Diese Gräben sind, da im offenen Gelände befindlich, noch gut sichtbar.

Der gesamte Grat bis gegen das südwestliche Ende selbst ist heute bewaldet.

Die Länge des gesamten Burgareals vom östlichen Graben aus beträgt ungefähr 200 Meter.

Die steile östliche Schmalseite (siehe Bild) führt zu einem ersten Geländeabsatz, der Mauerspuren trägt. Es scheinen Reste einer Schildmauer zu sein, die nicht mit der Anlage dahinter verbunden war.

Es folgt die höchste Stelle des Grates mit den Mauerspuren eines länglichen Gebäudes. Darauf folgen die Mauerspuren wahrscheinlich eines Turms.

Östlich beim Hauptturm kann ein Sod vermutet werden.

 

Der Bergfried von La Roche FR von Nordwesten

Zeichnung von Combaz, um 1820

aus: Heribert Reiners: Die Burgen und Schlösser des Kantons Freiburg; II, Basel 1937, 45


Der Bergfried von La Roche FR: Blick auf die Nordwest-Ecke

La Roche FR: Ansicht des Bergfrieds von Westen


Ungefähr in der Mitte des von der Burg eingenommenen Grats steht ein massiver rechteckiger Wehrturm, von dem allein - neben Stützmauern - hoch aufragende Reste erhalten sind (siehe die Bilder).

Der Bergfried ist aus aus nur teilweise bearbeiteten Feldsteinen aufgemauert.

Auf der Ostseite deutet eine tiefe Delle in der Mauer einen ehemaligen Hocheingang des Turms an.

Die Nordost-Ecke des Wehrturms ist abgebrochen. Am Fuß der Nordwand hat die Mauer einen höhlenförmigen Ausbruch, den schon eine Zeichnung um 1820 festhält.

Der Turm nimmt die ganze Schmalseite des Grats ein. - Die Mauerdicke hat etwa 2, 5 Meter betragen.

Nach dem Turm folgen weitere Mauerspuren. Besonders ist eine teilweise erhaltene Terrassenmauer am Steilabfall zu erwähnen (siehe Bild). - Es scheint, daß die ganze Südseite gegen den Steilabfall durch Mauern gesichert war.

Das Gelände fällt in Stufen und schmalen, länglichen Terrassen gegen Südwesten ab. - Dort deuten Mauerspuren einer zweiten Schildmauer (siehe Bild) das westliche Ende des Burgbezirks von La Roche an.

La Roche FR: Reste der südlichen Stützmauer im westlichen Teil der Burg


Bedeutung

Von der Ausdehnung her gehört La Roche zu den ganz großen Burganlagen. Man kann sich das Aussehen der Anlage anhand der Reste gut vorstellen: ein bewehrter Felsgrat mit einem hohen Bergfried in der Mitte.

Für längliche, auf Felsgraten angelegte Burgen gibt es Vergleiche in der Schweiz, im übrigen Europa und in der Levante.

Wenn man sich die Wehranlage von La Roche im Kanton Freiburg im ursprünglichen Zustand vorstellt, so springt ein Merkmal der Steinburgen hervor: Diese waren nicht nur befestigte Anlagen, sondern wollten durch ihre bloße Erscheinung imponieren. Burgen waren Imponierobjekte.