Die Knebelburg auf dem Jensberg südlich von Biel

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Plan der Knebelburg

Äquidistanz der Höhenkurven: 1 m

Planskizze: Autor, 2017


Das Plateau der Knebelburg von Westen

Foto: Autor, 1.7.2013

Das Areal der Knebelburg wurde im Frühjahr 2013 größtenteils gerodet. Jedoch ließ man auf dem Plateau einige der überalterten Bäume stehen.

Die Rodung ist an und für sich zu begrüßen. - Es heißt, man wolle die Knebelburg als Aussichtspunkt wiederherstellen. - Dazu aber müßten noch mehr Bäume gefällt werden - auch in den an das Burgareal angrenzenden Teilen.

Die Fällaktion zeigt auch das Problem des heutigen Waldes im Schweizer Mittelland: Die Wälder sind überaltert und ungepflegt. Will man das ändern, so führt das zu Brachialmaßnahmen, wie hier auf der Knebelburg. Denn die heutigen Forstmaschinen beschädigen durch ihre Größe und ihr Gewicht das Terrain und zerstören so alte Befunde.


Knebelburg: Die westliche Schmalseite des Burghügels

Foto: Brigitte Reist


Knebelburg: Ansicht von SE

Foto: Brigitte Reist, 4.11.2010


Beschreibung einer gewaltigen Ringwall-Anlage

Die Knebelburg (Dialekt: Chnebelburg) befindet sich auf dem Kamm des langgezogenen Jensberges, südlich von Biel, 1,5 km östlich von Bellmund, zu welcher Gemeinde das Objekt gehört.

Die Burg stellt eine gewaltige Ringwall-Anlage dar, die einen länglich-ovalen Burghügel umschließt. Mit einer ungefähren Ost-West-Ausrichtung folgt die Befestigung dem Grat des Jensbergs. Die Gesamtlänge des Ovals beträgt ca. 170 m, die Breite etwa 90 m. Das Plateau selbst hat die ungefähren Masse 140 X 70 m. - Der Burghügel ist also doppelt so lang wie breit.

Die Oberfläche des Burgplateaus ist deutlich nach Norden geneigt und ähnelt entfernt einem Theater-Halbkreis.

Gegenüber der Grabensohle ist das Plateau um 6 bis 12 Meter überhöht.

Sowohl der Burghügel wie der Ringgraben sind gut erhalten.

Auf dem höchsten Punkt im Osten ( Vermessungsstein Pt. 610.8 m) sind noch die Fundamentreste eines einstigen Aussichtsturms zu sehen.

Die längliche Erhebung am östlichen Grabenende (Punkt 607) ist grundsätzlich als Teil des ursprünglichen Burgen-Plans zu betrachten.

Die Knebelburg hat vielerlei Beziehungspunkte innerhalb der keltischen Landvermessung. Beispielsweise beträgt die Distanz zwischen dem Ost-Ende des Ringwalls (Grabensohle) und dem östlich davon gelegenen sogenannten Keltenwall exakt eine halbe keltische Meile (Leuge), also 1112 m. - Und die Entfernung zwischen der Knebelburg und der ehemaligen Höhenburg Bantiger mißt genau 11 keltische Meilen, also ca. 24,5 km. Zudem hat die letztere Distanz einen Winkel von 306° NW, eine Orientierung, welche als Sonnenwend-Achse bekannt ist.

Auch liegt die Knebelburg auf der gleichen Ost-West-Achse (270°) wie die Burgstelle Grimmenstein bei Wynigen im Emmental und im abgezählten Abstand von 14,5 keltischen Meilen (ca. 32300 m)

Neben dem Keltenwall (der den Jensberg gegen Westen, also gegen die Knebelburg hin absperrte) befindet sich am östlichen Ende des Jensbergs noch der gallorömische Tempelbezirk Gumpboden und am SE-Fuß des Hügels die "römische" Toranlage von Studen (Petinesca).

Enthält auch die Knebelburg eine Figur?

Viele alte Städte und Burgen enthalten bekanntlich Figuren (vor allem Tiere und menschliche Geschlechtsteile).

Der Autor vermutet in dem Ringwall der Knebelburg den Griff eines Ankh-Kreuzes (auch ägyptisches Kreuz oder Henkelkreuz genannt): Der Griff wäre in der östlichen Fortsetzung des Kamms des Jensbergs zu sehen. Die Teilungshalbierende jenes Kreuzes würde in dem Falle durch den östlichen Graben gehen.

Der Autor wird versuchen, die Existenz des Ankhs der Knebelburg rechnerisch abzuklären.

Es sei auch auf die Verwandtschaft des Plans der Knebelburg mit dem Bischofstab (oder ursprünglichem Ankh-Kreuz?) im Gemeindewappen von Bellmund hingewiesen:

Der Name Knebelburg

Man kennt die Bedeutung des Wortes Knebel. Doch die Etymologie scheint unklar. Diese wird einsichtig, wenn man das Wort in seine zwei Bestandteile zerlegt: C/NEBEL. Nebel (NPL) ist ein Neapel-Wort. Das vorangestellte C ist als S zu sehen. Letzteres ist die Abkürzung für SANCTUS, also heilig. Demzufolge bedeutet Knebel: "heiliges Neapel". - Jede Burg stellt grundsätzlich ein symbolisches Neapel dar.

Man vergleiche: Die Ortsnamen der Schweiz (2016)


Knebelburg: Blick in den südöstlichen Teil des Ringgrabens

Foto: Brigitte Reist


Knebelburg: Die Nordseite des Burghügels mit dem Graben und Ringwall. Sicht gegen Osten.

Foto: Brigitte Reist


Knebelburg: Planskizze von Bendicht Moser, 1909

Der häufig publizierte Plan von Moser wirkt mit seinen Schraffen sehr plastisch und suggestiv. Aber gegenüber der Skizze des Autors (oben) ist er in den Details ungenau und summarisch.

P.S.

Auf dem Picknickplatz vor dem West-Ende der Burg ist eine Erklärungstafel angebracht. Die Autoren dieses Schildes, die Rotarier, wussten nichts Besseres, als diesen veralteten und ungenauen Moser-Plan anzufügen!

Die offizielle Burgenforschung hierzulande ist auf den Stand vor hundert Jahren zurückgefallen!