Die
Knebelburg auf dem Jensberg südlich von Biel
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Knebelburg: Die westliche Schmalseite des Burghügels
Foto: Brigitte Reist
Knebelburg: Ansicht von SE
Foto: Brigitte Reist, 4.11.2010
Beschreibung einer gewaltigen Ringwall-Anlage
Die Knebelburg (Dialekt: Chnebelburg) befindet sich auf dem Kamm des langgezogenen Jensberges, südlich von Biel, 1,5 km östlich von Bellmund, zu welcher Gemeinde das Objekt gehört.
Die Burg stellt eine gewaltige Ringwall-Anlage dar, die einen länglich-ovalen Burghügel umschließt. Mit einer ungefähren Ost-West-Ausrichtung folgt die Befestigung dem Grat des Jensbergs. Die Gesamtlänge des Ovals beträgt ca. 170 m, die Breite etwa 90 m. Das Plateau selbst hat die ungefähren Masse 140 X 70 m. - Der Burghügel ist also doppelt so lang wie breit.
Die Oberfläche des Burgplateaus ist deutlich nach Norden geneigt.
Gegenüber der Grabensohle ist das Plateau um 6 bis 10 m überhöht.
Sowohl der Burghügel wie der Ringgraben sind gut erhalten.
Auf dem höchsten Punkt im Osten ( Vermessungsstein Pt. 610.8 m) sind noch einige Fundamentreste eines einstigen Aussichtsturms zu sehen.
Die längliche Erhebung am östlichen Grabenende ist grundsätzlich als Teil des ursprünglichen Burgen-Plans zu betrachten.
Die Knebelburg hat vielerlei Beziehungspunkte innerhalb der keltischen Landvermessung. Beispielsweise beträgt die Distanz zwischen dem Ost-Ende des Ringwalls (Grabensohle) und dem östlich davon gelegenen sogenannten Keltenwall exakt eine halbe keltische Meile (Leuge), also 1112 m. - Und die Entfernung zwischen der Knebelburg und der ehemaligen Höhenburg Bantiger mißt genau 11 keltische Meilen, also ca. 24,5 km. Zudem hat die letztere Distanz genau einen Winkel von 306° NW, eine Orientierung, welche als Sonnenwend-Achse bekannt ist.
Auch liegt die Knebelburg auf der gleichen Ost-West-Achse (270°) wie die Burgstelle Grimmenstein bei Wynigen im Emmental und im abgezählten Abstand von 14,5 keltischen Meilen (ca. 32300 m)
Neben dem Keltenwall (der den Jensberg gegen Westen, also gegen die Knebelburg hin absperrte) befindet sich am östlichen Ende des Jensbergs noch der gallorömische Tempelbezirk Gumpboden und am SE-Fuß des Hügels die "römische" Toranlage von Studen (Petinesca).
Enthält auch die Knebelburg eine Figur?
Viele alte Städte und Burgen enthalten bekanntlich Figuren (vor allem Tiere und menschliche Geschlechtsteile).
Der Autor vermutet in dem Ringwall der Knebelburg den Griff eines Ankh-Kreuzes (auch ägyptisches Kreuz oder Henkelkreuz genannt): Der Griff wäre in der östlichen Fortsetzung des Kamms des Jensbergs zu sehen. Die Teilungshalbierende jenes Kreuzes würde in dem Falle durch den östlichen Graben gehen.
Der Autor wird versuchen, die Existenz des Ankhs der Knebelburg rechnerisch abzuklären.
Der Name Knebelburg
Man kennt die Bedeutung des Wortes Knebel. Doch die Etymologie scheint unklar. Dabei wird diese einsichtig, wenn man das Wort in seine zwei Bestandteile zerlegt: C/NEBEL. Nebel (NPL) ist ein Neapel-Wort. Das vorangestellte C kann auch ein S bedeuten. Letzteres ist die Abkürzung für SANCTUS, also heilig. Demzufolge bedeutet Knebel: "heiliges Neapel". - Jede Burg stellt grundsätzlich ein symbolisches Neapel dar.
Man vergleiche: Der Vesuv ist überall.
Plan der Knebelburg
Äquidistanz der Höhenkurven: 1 m
Planskizze: Autor, 11.2010

Knebelburg: Blick in den südwestlichen Teil des Ringgrabens
Foto: Brigitte Reist
Knebelburg: Die Nordseite des Burghügels mit dem Graben und Ringwall. Sicht gegen Osten.
Foto: Brigitte Reist
Knebelburg: Planskizze von Bendicht Moser, 1909
Der häufig publizierte Plan von Moser wirkt mit seinen Schraffen sehr plastisch und suggestiv. Aber gegenüber der Skizze des Autors (oben) ist er in den Details ungenau und summarisch.
11.2010