Das
Erdwerk auf der Hunze bei Kleindietwil BE
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Plan des Erdwerks
Hunze (Gemeinde Kleindietwil BE)
Äquidistanz der Höhenkurven: 1 m
Plan: Autor, 2011
Lage und Beschreibung
Südlich von Madiswil bildet der
bewaldete Höhenzug der Hunze den Ostabschluß des breiten Tals der
Langeten. Der Hügel hat mehrere gegen Westen ins Tal ragende Sporne. Genau
östlich oberhalb von Kleindietwil trägt ein solcher Grat ein kleines,
namenloses Erdwerk, das deshalb nach dem Berg Hunze genannt wird.
Die alte Burgenkarte aus den 1980er
Jahren beschreibt die Erdburg folgendermaßen:
Kleine, gut erhaltene
Ringwallanlage unbekannter Zeitstellung auf dem westlichen Seitengrat der
Hunze. Sichtbar: ovaler Wall und Graben mit überhöhtem Burghügel ohne
Mauerspuren.
Die Beschreibung ist gut, muß aber wegen der Knappheit ergänzt werden.
Der im Südwesten der Hunze gelegene Sporn mit der größten Höhe 696 Meter über Meer hat eine dreieckige Form und ist über 100 Meter lang, wobei das breitere Ende gegen Westen gerichtet ist. Bei letzterem ist durch einen ovalen Graben und Wall ein Burgplateau mit einer Oberfläche von etwa 12 x 15 Metern ausgeschnitten. Die Motte der Burg ist dabei kaum höher als das Ende des östlich angrenzenden Sporns. Der Wall und Graben, der den Burghügel umschließt, hat seinen Ansatz im Sporn und fällt gegen Westen mehrere Meter ab.
Auffällig ist ein Sodloch hart am nördlichen Rand des Burgplateaus. - Weshalb liegt der Sod an der Kante und nicht in der Mitte der Oberfläche?
Der Sporn mit dem Burghügel ist sehr gut erhalten. Der Ringwall und Graben jedoch ist an seinem westlichen unteren Ende ziemlich verschliffen.
Die originelle Anlage der Erdburg, die gleichsam aus dem Erdgrat herausmodelliert wurde, verdient hervorgehoben zu werden.
Sicher ist die gute Erhaltung des Erdwerks Hunze der Bewaldung zu verdanken.
Der Name Hunze
Der merkwürdige Name Hunze ist hebräischen Ursprungs, das geht schon aus dem anlautenden H hervor. Die Bezeichnung geht auf hanukka (chanukka), das jüdische Lichterfest zurück. Dieses entspricht in Ungefähr dem christlichen Advent und wird zur selben Zeit gefeiert.
Die vielen hebräischen Ortsnamen im deutschen Sprachbereich hat der Autor in dem Ortsnamenverzeichnis Der Vesuv ist überall aufgelistet. Gleich wie etwa die Hälfte des alten deutschen Grundwortschatzes hebräisch sind (vergleiche hierzu Hebraica historica) , beweisen sie, daß jene Kultsprache hierzulande, in Helvetien oder allgemein im deutschen Südwesten entstanden ist.
Die Figur im Erdwerk Hunze
Auf dieser Seite wurden bereits eine stattliche Anzahl Objekte vorgestellt, die in ihrem Grundriß eine Figur zeigen. Auch die hier vorgestellte Erdburg Hunze zeigt ein Bild.
Wie üblich ist es dazu möglicherweise nötig, den Plan zu drehen. - Und womöglich kann man mehrere Figuren darin sehen.
In der normalen Position zeigt der Plan bei genauer Betrachtung die Figur einer Heuschrecke. - Das erstaunt auf den ersten Blick. Aber dieses Insekt hat sehr wohl eine symbolische Bedeutung in der alten Religion.
Nach dem biblischen Buch Exodus (2.Moses) 10 sind die Heuschrecken die achte von zehn Plagen, welche Gott den Ägyptern gesandt hat. - Nach dem Psalm 105, 34 sind diese Insekten eine von sieben Plagen.
Und die Analyse des lateinischen Wortes für Heuschrecke, zeigt die christliche Grundbedeutung der Bezeichnung: LOCUSTAM, locusta enthält neben dem romanischen bestimmten Artikel L die Konsonantenfolge C(R)STM = CHRISTUM, Christus. Eine Heuschreckenplage stellt in der alten Auffassung also eine von Gott zur Prüfung der Menschen gesandte Heimsuchung dar.
Übrigens: Die nächste Ortschaft nach Kleindietwil ist Rohrbach mit seinen zwei Burgen Rorberg und Altburg Kasern. Letztere Burg hatte Sichtverbindung mit der Hunze. Die Erdwerke Rorberg und Kasern zeigen eine Spinne in ihrem Grundriß. - Und des Emmentaler Schriftstellers Jeremias Gotthelf bekanntestes Werk ist die Novelle Die schwarze Spinne. Diese handelt folgerichtig von Plagen, welche Gott auf die verdorbene Menschheit hinabschickt.
Heuschrecken-Darstellung in der Weltchronik von Hartmann Schedel
Plan der Hunze von Bendicht Moser, ca. 1920er Jahre
Wie alle Moser-Pläne ist dieser Schraffen-Plan suggestiv, aber schematisch, damit ungenau.