Das Erdwerk auf der Hunze bei Kleindietwil (Gemeinde Madiswil BE)

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Die Hunze wird auch beschrieben in dem Buch:

Die Ursprünge Berns. Eine historische Heimatkunde Berns und des Bernbiets. Mit besonderer Berücksichtigung der Burgen (2013)


Plan des Erdwerks Hunze oberhalb von Kleindietwil

Äquidistanz der Höhenkurven: 1 m

Plan: Autor, 2013


Lage und Beschreibung

Südlich von Madiswil bildet der bewaldete Höhenzug der Hunze den Ostabschluß des breiten Tals der Langeten. Der Hügel hat mehrere gegen Westen ins Tal ragende Sporne. Genau östlich oberhalb von Kleindietwil (seit 2011 zur Gemeinde Madiswil gehörig) trägt ein solcher Grat - Buchberg genannt - ein kleines, namenloses Erdwerk, das nach dem Berg Hunze genannt wird.

Die alte Burgenkarte aus den 1980er Jahren beschreibt die Erdburg folgendermaßen:

Kleine, gut erhaltene Ringwallanlage unbekannter Zeitstellung auf dem westlichen Seitengrat der Hunze. Sichtbar: ovaler Wall und Graben mit überhöhtem Burghügel ohne Mauerspuren.

Die Beschreibung ist gut, muß aber wegen der Knappheit ergänzt werden.

Der im Südwesten der Hunze gelegene Sporn mit der größten Höhe von 696 Meter über Meer hat eine schmale dreieckige Form und ist über 100 Meter lang, wobei das breitere Ende gegen Westen gerichtet ist. Bei letzterem ist durch einen ovalen Graben und Wall ein Burgplateau mit einer Oberfläche von etwa 12 x 15 Metern ausgeschnitten. Die Motte der Burg ist dabei kaum höher als das Ende des östlich angrenzenden Sporns. Der Wall und Graben, der den Burghügel umschließt, hat seinen Ansatz im Sporn und fällt gegen Westen mehrere Meter ab.

Auffällig ist ein großes Sodloch hart am nördlichen Rand des Burgplateaus. - Weshalb liegt der Sod an der Kante und nicht in der Mitte der Oberfläche?

Der Sporn mit dem Burghügel ist gut erhalten, der Ringwall und Graben jedoch an seinem westlichen unteren Ende verschliffen.

Der originelle Grundriß der Erdburg, die gleichsam aus dem Erdgrat herausmodelliert wurde, verdient hervorgehoben zu werden.

Der Name Hunze

Der merkwürdige Name Hunze ist hebräischen Ursprungs, das geht schon aus dem anlautenden h hervor. Die Bezeichnung geht auf hanukka (chanukka), das jüdische Lichterfest zurück. Dieses entspricht in ungefähr dem christlichen Advent und wird zur selben Zeit gefeiert.

Die vielen hebräischen Ortsnamen im deutschen Sprachbereich hat der Autor in dem Ortsnamenverzeichnis Die Ortsnamen der Schweiz (2016) aufgelistet. Gleich wie etwa die Hälfte des alten deutschen Grundwortschatzes hebräisch sind (vergleiche hierzu Hebraica historica) , beweisen sie, daß jene Kultsprache hierzulande, in Helvetien oder allgemein im deutschen Südwesten entstanden ist.

Die zwei Figuren im Erdwerk Hunze

Auf dieser Seite wurden bereits eine stattliche Anzahl Objekte vorgestellt, die in ihrem Grundriß eine Figur zeigen.

Die hier vorgestellte Erdburg Hunze zeigt zwei Bilder:

Hoch gestellt erinnert der Plan deutlich an eine stilisierte Flamme. Damit ist auch der Beweis erbracht, daß der Ortsname HUNZE tatsächlich hebräisch ist und auf das jüdische Kerzen- oder Lichterfest HANUKKA zurückgeht.

In der liegenden Position zeigt der Plan bei genauer Betrachtung die Figur einer Heuschrecke. - Das erstaunt auf den ersten Blick. Aber dieses Insekt hat sehr wohl eine symbolische Bedeutung in der alten Religion.

Nach dem biblischen Buch Exodus (2.Moses) 10 sind die Heuschrecken die achte von zehn Plagen, welche Gott den Ägyptern gesandt hat. - Nach dem Psalm 105, 34 sind diese Insekten eine von sieben Plagen. - Die Heuschrecke ist das Symboltier von Abaddon, dem Engel der Unterwelt nach der Offenbarung 9, 11.

Die Analyse des lateinischen Wortes für Heuschrecke, zeigt die christliche Grundbedeutung der Bezeichnung: LOCUSTAM, locusta enthält neben dem romanischen bestimmten Artikel L die Konsonantenfolge C(R)STM = CHRISTUM, Christus. Eine Heuschreckenplage stellt in der alten Auffassung also eine von Gott zur Prüfung der Menschen gesandte Heimsuchung dar.

Übrigens:

Die nächste Ortschaft nach Kleindietwil ist Rohrbach mit seinen zwei Burgen Rorberg und Altburg Kasern. Letztere Burg hatte Sichtverbindung mit der Hunze. Die Erdwerke Rorberg und Kasern zeigen eine Spinne in ihrem Grundriß. - Und des Emmentaler Schriftstellers Jeremias Gotthelf bekanntestes Werk ist die Novelle Die schwarze Spinne. Diese handelt folgerichtig von Plagen, welche Gott auf die verdorbene Menschheit hinabschickt.

Heuschrecken-Darstellung in der Weltchronik von Hartmann Schedel


Plan der Hunze von Bendicht Moser, ca. 1920er Jahre

Wie alle Moser-Pläne ist dieser Schraffen-Plan suggestiv, aber schematisch, damit ungenau.