Die Burg Helfenberg bei Lanzenhäusern (Gemeinde Wahlern BE)

Eine Erdburg über der Sense mit einer eigenartigen Form.

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Vgl. auch:

Burgenartikel BE, SO, NE, FR, VD


NB: Den Namen Helfenberg tragen auch folgende Burgruinen in der Schweiz:

1) Helfenberg bei Uerschhausen (Gemeinde Hüttwilen) TG

2) Helfenberg bei Gossau SG


Die Burgstelle Helfenberg bei Lanzenhäusern BE im LIDAR-Bild

Die Fisch-Figur ist auch auf dieser digitalen Terrain-Aufnahme deutlich zu erkennen.


Helfenberg bei Lanzenhäusern: Blick gegen den Burghügel von E

Foto: Autor, 11.1.2011


Plan des Erdwerks Helfenberg bei Lanzenhäusern (Schwarzenburg/Wahlern BE)

Äquidistanz der Höhenkurven: 1 m

Planskizze: Autor, 1.2011


Helfenberg: die Burgstelle und die darin enthaltene Figur

Helfenberg liegt gute zwei Kilometer nördlich von Schwarzenburg BE und südwestlich des Dorfes Lanzenhäusern in der Gemeinde Wahlern.

Die Burgstelle nützt einen ausgeprägten nach Westen gerichteten, heute bewaldeten Sporn am rechtsufrigen Steilabfall zur Sense aus. Die Wehranlage ist durch einen zehn Meter tiefen Halsgraben vom östlich anschließenden Plateau abgetrennt. An den Graben schließt sich der eigentliche Burghügel an. Dieser hat gegen die Grabenseite eine 1 m hohe Aufwölbung, einen Buckel. Das oberste Plateau zeigt weder Mauerspuren noch Spuren eines Sods.

Ein alter Sondierschnitt auf dem Burghügel stört gewisse Befunde.

Gegen Westen hat der Burgplatz in Form eines begehbaren Sporn eine längliche Fortsetzung. Nach zwanzig Höhenmetern macht der schmale Grat eine markante Biegung gegen NW.

Doch außer dem Graben und dem Buckel auf dem Burghügel sind keine alten Geländebewegungen festzustellen.

Von Osten führt ein gut ausgebauter und teilweise in den Felsen gehauener Fußweg an der Südkante des Burgplatzes bis zur Biegung des Sporns. - Es ist schwer zu sagen, ob dieser Weg alt ist oder jüngeren Datums.

Die Spornanlage von Helfenberg bei Lanzenhäusern enthüllt in einer genauen Planaufnahme eine eigenartige Form. Deutlich erkennt man darin die Figur eines Fisches: Der Burghügel bildet den Kopf, die gebogene Fortsetzung des Sporns den Körper und den Schwanz des Tiers. 

Seit mehreren Jahren widmet der Autor ein besonderes Augenmerk den Figuren, die in den Grundrissen von Burgen und Städten vorkommen. Als Beispiele seien hier etwa genannt: der Phallus in der Aareschlaufe von Bern, die Schwurhand in der Form der Engehalbinsel nördlich von Bern, die Gans in der Form der Burgstelle Liebefels bei Krauchthal und der Eber in der Burganlage von Oltigen an der Aare bei Radelfingen.

Der Fisch, den man in Helfenberg an der Sense erkennt, kommt auch anderswo vor - besonders und logischerweise bei Burgen an Flüssen. Die Interpretation ist nicht schwierig: Der Fisch stellt ein Symbol für Jesus Christus dar.

Und auch das benachbarte Dorf LANZEN-Häusern enthält im Ortsnamen einen christlichen Begriff, nämlich die Lanze, mit welcher der Heiland getötet wurde.

Der Name HELFEN-Berg ist hebräischen Ursprungs: halevi'i heisst der Levi, also der Priester. Vergleiche auch das Ortsnamen-Lexikon Die Ortsnamen der Schweiz.

Bei dieser Gelegenheit soll auch die Burgstelle Helfenstein erwähnt werden. Diese liegt auf halber Höhe des Sensegrabens, auf der linken Seite der Strasse zwischen Schwarzenburg und Heitenried. - Helfenstein ist wie Helfenberg eine gegen Westen ausgerichtete Spornanlage.

Interessant ist auch, daß Helfenberg im Norden und Helfenstein im Süden die ebenfalls am Steilrand der Sense gelegene große Burgruine Grasburg einrahmen. Sind die beiden gleichen Namen Zufall oder Notwendigkeit?