Ein Naturwunder im Bernbiet und eine bedeutsame heilige Höhe


Das Guggershorn (Guggershörnli) oberhalb von Guggisberg im Schwarzenburgerland

Ein beliebter Ausflugsberg enträtselt sich als altchristlicher heiliger Berg

von Christoph Pfister


Über die vesuvianische Ortsnamenlandschaft der Schweiz vergleiche das elektronische Wörterbuch

Der Vesuv ist überall

und das gleichnamige Buch

Der Vesuv ist überall


Über die Berge des Bernbiets vergleiche auch das neue Buch:

Die Ursprünge Berns (2008). Materialien für eine Neubetrachtung.


Auch in Palästina gibt es einen Caracalla-Berg: Dort ist es der Berg Garizim bei Nablus, dem biblischen Sichem und antiken Neapolis.


Das Guggershörnli (links) und der Schwendelberg (rechts) von Süden

Bild: Internet


Das Guggershorn von SW her gesehen

Man erkennt im Vordergrund die Ortschaft Guggisberg und rechts neben dem Horn den Schwendelberg

Foto: Ch. Pfister, 27.7.2004


Das Guggershörnli

Das Guggershörnli oder Guggershorn ist ein markanter Berg oberhalb des Dorfes Guggisberg und 12 km südlich von Schwarzenburg im Kanton Bern.

Schon von weitem ist diese bewaldete Bergspitze wegen ihrer charakteristischen Form auszumachen.

Mit dem östlich anschließenden Schwendelberg bildet das Guggershorn eine Gruppe und eine erste Bastion der Voralpen.

Das Guggershorn besteht aus einem Hügel, dem ein Nagelfluh-Felsen aufgesetzt ist. Die Fluh selbst ist so steil, daß der Spaziergänger den Gipfel nur mittels einer soliden hölzernen Treppe von Westen her besteigen kann. - Schon in der ersten Hälfe des 19. Jahrhunderts hat ein beherzter Wirt eine erste solche Stiege angelegt.

Geologisch erklärt sich das Naturwunder Guggershörnli: Die Konglomerat-Fluh stellt den letzten Rest einer urzeitlichen Fluß-Schüttung der ersten Alpen dar. - Schon auf dem benachbarten Schwendelberg fehlt die Nagelfluh heute.

Seit langem stellt das Guggerhorn ein beliebtes Ausflugsziel der Berner Bevölkerung dar. Für ganze Generationen von Schülern war jener auffällige Berg zuoberst im Schwarzenburgerland das Ziel von Schulreisen. - Und ein Besuch des Guggershörnli lohnt sich alleweil: Vom schönen Dorf Guggisberg aus ist der Berg in einer halben Stunde zu erreichen. Und die Rundsicht, die man von der Fluh hat, ist phantastisch.

Das Guggershörnli, ein alter Peilberg

Ein solch auffälliger Berg wie das Guggershorn mußte sicher schon in alter Zeit eine Bedeutung gehabt haben. 

Im Rahmen meiner Forschungen zur Vorgeschichte der Engehalbinsel und des Bernbiets habe ich das Guggershörnli zuerst als alten Peilberg kennengelernt.

In der keltischen Landvermessung (Limitation), die ich entdeckt habe, war das ganze Land, ganz Europa und die ganze Alte Welt von einem astronomisch begründeten System von Linien und Orientierungen überzogen.

Ankerpunkte dieser Vermessungen waren Burgen, Kultstätten, Findlinge, Schalensteine, Paßhöhen - oder Bergspitzen wie eben das Guggershorn.

Ein Beispiel für diese Limitation soll erwähnt werden:

Bern und Bremgarten bei Bern enthalten in ihrem alten Stadtgrundriß ein Ankh, ein ägyptisches Henkelkreuz. - Diese Zusammenhänge habe ich in dem Artikel Ein Ankh im Grundriss von Bern, Bremgarten bei Bern und Aventicum dargestellt.

Der Stiel des Ankhs von Bremgarten bei Bern nun hatte eine Orientierung von 290° NW - eine Orientierung, die auch in der Arena auf der Engehalbinsel bei Bern zu finden ist.

Zwischen Henkel und Stiel eines Ankhs befindet sich eine Querstange. Diese ist bei dem Oppidum von Bremgarten bei Bern im Nordosten am Städtchen Liestal aufgehängt - mit der Orientierung von 290 - 90 = 200° SW oder 20° NE.

Im Südwesten ist die Querstange von Bremgarten bei Bern an unserem Guggershörnli befestigt. Und die Genauigkeit der Peilung ist in diesem Falle unglaublich:

Von der Kirche oder der Burg Bremgarten trifft die 200°-Linie nach genau elf keltischen Meilen (Leugen) im SW auf das Guggershorn. - Da eine Leuga 2225 m mißt, so ergibt das eine Distanz von 11 x 2225 = 24475 m!

Das Guggershörnli als alter heiliger Berg

In alten Zeiten hatte alles eine sakrale Bedeutung und Nebenbedeutung. Unser Guggershörnli war demzufolge nicht ein bloßer Peilberg, sondern vielmehr ein heiliger Berg. - Man denke nur an die Bücher des Alten Testaments, die dauernd von den Höhenheiligtümern sprechen: Ein Herrscher zerstörte sie, ein Nachfolger baute sie wieder auf.

Auch im Bernbiet hat jede bedeutende Höhe eine alte sakrale Bedeutung. Diese läßt sich noch heute aus den Namen herauslesen. Für die engere Heimat haben meine Untersuchungen den umfangreichen Artikel Die heiligen Berge des Bernbiets ergeben. - Auch das Guggershorn wird dort bereits erwähnt.

Von einer Verehrung der Fluh bei Guggisberg haben sich natürlich keine dinglichen Beweise erhalten. Aber aus dem Namen können wir eine Menge ableiten. Das Guggershörnli war in eine eigentliche religiöse Namenlandschaft eingebettet.

Zu einer bestimmten Zeit nämlich - ich schätze sie auf etwa vierhundert Jahre vor heute - wurde die ganze Landschaft, wurden alle bedeutenden Orte, Flüsse und Berge benannt. - Wir haben keine älteren Namen als diese. - Und der Inhalt dieser Namensgebung war christlich. - Aber es war nicht das schriftlich überlieferte Christentum von heute, sondern eine ältere Religion, die wohl bereits auf Christus gründete, aber ebenso viel von der Vesuv-Religion und der christlichen Troja-Sage übernahm.

Die ganze Namensgebung der Landschaft läßt sich als christlich-vesuvianisch-trojanisch charakterisieren. - Das Guggershorn beweist es, wie wir gleich sehen werden.

Das Guggershorn als Caracalla-Berg

Um einen alten Namen erfolgreich deuten zu können, gibt es einige Methoden. Hier bei GUGGERS gilt es zuerst, nach anderen, ähnlichen Bezeichnungen zu suchen. - Hernach empfiehlt es sich, den Namen zu entvokalisieren, da in alten Zeiten nur die Konsonanten namensbildend waren.

Zu Füssen des GUGGERS-Horns liegt GUGGIS-Berg. - Beide Namen haben den gleichen Ursprung.

Und bei der Burgstelle Oltigen, am rechten Ufer der Aare, kurz unterhalb des Zusammenflusses mit der Saane (Sarine), gibt es einen unterirdischen Gang, das Güggelisloch (vgl. den Artikel Burgen und Erdburgen in Bern und in der Schweiz). - Hier haben wir GÜGGELIS vor uns.

Dann gibt es die erfundene Berner Geschichte, welche der Chronist "Konrad Justinger" aufgezeichnet hat. - Dieser Geschichtsschreiber ist jedoch ein Phantom, fabriziert in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts von einem Michael Stettler in Bern.

Justinger beschreibt unter den sagenhaften Jahren "1374/1375" ein merkwürdiges Ereignis:

Da sei aus England und Frankreich ein riesiges Reiterheer in die junge Eidgenossenschaft eingefallen und hätte sich in Dörfern und Klöstern - nicht aber in Städten - eingenistet. Man hätte die Fremdlinge nicht vertreiben können. - Endlich seien sie dann freiwillig abgezogen. - Die Fremdlinge nannte man die BÖSE GESELLSCHAFT, die ENGLISCHEN oder die GUGLER.

Im Originaltext von "Justinger" aber heißen die fremden Reiter GÜGELLER - und das ist die gleiche Namenswurzel wie GUGGERS oder GUGGIS.

Aber was bedeutet GUGGERS - GUGGIS - GUGLER - GÜGELLER - GÜGGELIS?

In meinem Buch Bern und die alten Eidgenossen. Die Entstehung der Schwyzer Eidgenossenschaft im Lichte der Geschichtskritik habe ich den Namen und die Bedeutung der Gugler-Geschichte analysiert und gedeutet.

Wir erkennen in diesen Wortformen eine gemeinsame Konsonantenreihe, die CCCR, CCRL lautet. - Richtig liegt hier CRCL zu Grunde. Und darin erkennt man den römischen Kaiser CARACALLA.

Caracalla und sein Vater Septimius Severus waren Punier aus Nordafrika. Aber da sie Byzanz eroberten, wurden sie durch eine komplizierte Bedeutungsübertragung auch zu Engländern.

Caracalla ist Punier (punire = strafen) und Engländer. Deshalb kommen die Gugler aus England, um Bern und die Eidgenossenschaft für ihre Sünden zu strafen.

Caracalla wird von den "antiken" Schriftstellern als Scheusal dargestellt. Aber ursprünglich war diese fiktive Gestalt ein Gottkaiser und sogar eine Jesus-Gestalt.

In meinen Büchern, aber auch in dem Artikel Bielersee oder Erlachersee erkläre ich die religiöse Bedeutung von Caracalla und seine Bedeutung, besonders auch für Bern.

Erlach (französisch: Cerlier) zum Beispiel bedeutet Caracalla. - Der Bielersee sollte eigentlich Erlachersee oder Caracalla-See heißen!

Guggershorn bedeutet also Caracalla-Berg.

Zu einer gewissen Zeit hatte dieser Caracalla im Bernbiet ein höheres Prestige als Jesus. Der Kaiser galt als eine Art National-Heiliger. - Deshalb die vielen Caracalla-Namen in der Westschweiz.

Die Namenlandschaft rund um das Guggershörnli: Kalchstätten, Walenhaus, Kriesbaumen, Isengruben, Milken

Wie schon gesagt, kommt ein bedeutender Name meist nicht vereinzelt vor, sondern bildet mit anderen, ähnlichen Namen eine Bedeutungs- eine Namenlandschaft. - Auch beim Guggershörnli ist dies der Fall.

Nordwestlich von Guggisberg liegt der Weiler Kalchstätten. - Heimatforscher haben immer gemeint, hier liege mit Sicherheit das Wort Kalk drin. Das ist aber Volksetymologie - obwohl die Verbindung mit dem Baustoff am Anfang sogar bewußt geschaffen wurde.

Aber das KALK ergibt entvokalisiert CLC, ursprünglich C(R)LC > CRCL. - Und nach der Analyse von Guggershorn brauchen wir nicht weiter zu rateburgern: Kalchstätten enthält wiederum CARACALLA!

Es kommt häufig vor, daß ein bestimmter Ortsname dupliziert wurde. Die Alten wollten damit ausdrücken: Richtig, wir meinen diese Bedeutung!

Kalchstätten bekräftigt die Bedeutung von Guggisberg und Guggershorn als Caracalla-Orte.

Gleich nördlich am Fuße des Guggershörnli liegt der Weiler Walenhaus (Walehus). - Als ich Die Namenlandschaft des Frienisbergs analysierte, fielen mir auch die dortigen Ortsnamen Wohlen und Wahlendorf auf.

Diese Namen enthalten VL, was als VLS zu ergänzen ist und in dem Wort WELSCH enthalten ist. Mit den Welschen aber sind die Leute des Waldberges Vesuv gemeint.

Walehus am Fuße des Guggershorns beweist, daß dieser Berg auch als Vesuv angesehen wurde. - Das ist nicht weiter verwunderlich. Denn von allen Seiten zeigt sich die Fluh als vulkanähnlicher Kegel.

Und neben Wa(h)lenhaus gibt es bekanntlich noch Wahlern, die Kirchgemeinde, in welcher Schwarzenburg liegt. - In diesem früher abgelegenen Gebiet müssen die vesuvianischen Waldleute, die Judenchristen, besonders stark vertreten gewesen sein.

Die Landschaft rund um den Caracalla-Berg des Guggershörnli ist natürlich auch christlich.

Nördlich davon gibt es ein Gehöft Kriesbaumen. - Das KRIES (CRS) hat nichts mit Kirschen zu tun - so wenig wie in Kehrsatz - Chäsitz. Statt dessen enträtselt man mühelos CHRISTUS.

Und etwas unterhalb von Kriesbaumen liegt ein Hof mit dem ebenfalls interessanten Namen Isengruben. - Auch hier ist die Volksetymologie zu verwerfen: Im Guggisberger Land gibt es weder Kirschen, noch Eisen, noch Kalk.

ISEN ist leicht zu deuten: Da steckt JESUS, der Heiland drin. - Isengruben bildete mit dem vorher erwähnten Kriesbaumen eine Bedeutungseinheit: JESUS CHRISTUS! - Solche Bedeutungspaare kommen häufig vor.

Nördlich von Kriesbaumen und halbswegs zwischen Schwarzenburg und dem Guggershörnli liegt die Ortschaft Milken. - Man kennt auch ein Mülchi im Limpachtal nördlich von Bern und ein Melchenbühl am Ostrand der Stadt Bern.

Milken verrät das hebräische Wort melech = König.

Entgegen der biblischen Meinung ist Hebräisch erst vor etwa vierhundert Jahren als heilige Sprache des Altchristentums geschaffen worden. Jedes Wort hatte deshalb einen sakralen Klang. Also bedeutet es hier in Milken nicht einfach König, sondern Gottkönig. - Doch Caracalla war ein solcher Gottkaiser.

Besonders in Bern sind hebräische Ortsnamen häufig. Diesen habe ich einen eigenen Artikel gewidmet: Die Hebräer im Bernbiet.

Die Sense und Sangern

Die Landschaft von Guggisberg wird sowohl im Westen wie im Osten durch Fliessgewässer eingefaßt. - Und diese tragen beide den gleichen Namen!

Zuerst im Westen. Hier trennt die ab Plaffeien tief eingeschnittene Sense-Schlucht das Schwarzenburger Land vom Freiburgischen.

Und östlich von Riffenmatt, dem Weiler südöstlich des Schwendelbergs, begrenzt der Sangern-Bach das Gebiet. Dieses Gewässer mündet bei Wislisau in den Schwarzwasser-Fluß.

Alle diese genannten Namen sind hoch bedeutsam.

Schon in meinem Artikel über die Berge des Bernbiets habe ich WISLIS-Au (VSLS = VESULIUS = VESUVIUS) gedeutet. Der Weiler liegt zu Füssen zweier Vesuv-Berge, der Gibelegg und des Guggershörnli.

Die Sense heißt französisch SINGINE. Und in diesem Wort ist ein R ausgefallen. Die ursprüngliche Konsonantenfolge muss SNG(R)N gelautet haben. Dazu gibt es gleich zwei Beweise:

Am Oberlauf der Sense gegen Schwefelbergbad hin, liegt der Weiler Sangernboden.

Und östlich des Guggershörnli gibt es den erwähnten Bach Sangern.

Sangern ist das alte SANGARIUM, Sangarius der Alexander-Sage. - Bekanntlich habe Alexander der Grosse die Perser an einem Fluß Sangarius bei Gordion im nordwestlichen Kleinasien geschlagen.

Doch alle östlichen Ortsnamen kommen aus dem Westen. Die Sense oder der Sangarius oder Sangern gab den Namen für den "antiken" Fluß.

Und in Gordion, Gordium erkennt man den Gurten, den alten Burgberg von Bern!

Sangarius selbst ist ein zusammengesetzter Begriff aus SANCTAM ROMAM. - Der Sangern ist also ein heiliger römischer Fluß.

Riffenmatt ist wiederum Neapel

Das Dörfchen Riffenmatt östlich von Guggisberg habe ich erwähnt. - Meiner Meinung muß auch dieser Ortsname eine besondere Bedeutung haben, die sich auf die beiden Doppelberge Guggershorn und Schwendelberg bezieht.

Der interessante Namensbestandteil ist hier RIFFEN. Es gibt die Varianten RIFFEL oder RIFFERS.

Aus diesen Namensformen läßt sich eine Konsonantenfolge RPN bestimmen.

Ein R konnte jedoch häufig auch ein L bedeuten (und umgekehrt). Also lautete die ursprüngliche Folge LPN. - Dieses LPN ergibt rückwärts gelesen NPL, woraus man unschwer NEAPEL herausliest.

Riffenmatt verbirgt Neapel!

Die gleiche Folge LPN hat an einem anderen Ort im Bernbiet LAUPEN ergeben!

Wie Riffenmatt sind auch Rifferswil im Knonauer Amt (vgl darüber: Das Knonauer Amt und das Kloster Kappel: Zürichs heiliges Land) und der Riffelberg bei Zermatt zu erklären.


Letzte Änderungen: 26.12.2005