Das Gürbetal und der Amtsbezirk Seftigen bilden eine trojanische Namenlandschaft
Über die Ortsnamen Rümligen, Wattenwil, Toffen, Gurzelen, Gürbe, Seftigen, Noflen und Selhofen
von Christoph Pfister
Über die Ortsnamen in der Schweiz vergleiche auch das elektronische Ortsnamen-Verzeichnis
und das Buch
Schloß Rümligen
Farbstiftzeichnung des Autors, 1992
Eine trojanische Namenlandschaft im Gürbetal
In meiner geschichtskritischen Analyse Bern und die alten Eidgenossen (2008) ist mir das Gürbetal als eine besondere trojanische Namenlandschaft aufgefallen.
In diesem Tal, das den Belpberg vom Längenberg trennt, finden sich Ortsnamen, die sich erklären lassen.
Ich habe die Namenlandschaft des Gürbetals mit den herrschaftlichen Landsitzen von Toffen, Rümligen (Abbildung) und Burgistein begründet. Die Berner Adeligen fanden offenbar Geschmack daran, in einer Troja-Landschaft zu wohnen.
Das Schloß RÜMLIGEN (vgl. die Zeichnung oben) enthält die beiden Städtenamen ROMA und ILIum, bedeutet also römisches Troja.
Die Ortschaft WATTEN-Wil hat nichts mit Baumwolle zu tun - diese war vor vierhundert Jahren auch noch nicht bekannt. Dahinter steckt vielmehr METTIUS (MTT), der Herrscher des sagenhaften Alba bei Rom (Das M wurde als umgekehrtes W aufgefaßt). Und die Konsonanten MTT rückwärts gelesen (TTM) ergibt TITUM, TITUS, der wohlbekannte römische Kaiser, unter welchem der Vesuv ausbrach und Pompeji zerstörte.
TOFFEN (vgl. das untenstehende Bild) hat nichts mit Tuff zu tun. Der Ortsname ist bedeutungsgleich etwa mit Täuffelen über dem südlichen Ende des Bielersees (vgl. darüber: Bielersee oder Erlachersee?).
Schloß Toffen
Lithographie von Johann Friedrich Wagner, um 1840
Toffen ist leicht zu erklären, wenn man eine absichtliche Vertauschung der Konsonanten annimmt:
TOFFEN = TPN > NPT = NPL = NEAPEL.
Toffen ist ein Neapel-Ort, ein Synonym für Troja! - Eigentlich logisch, würde man meinen, wenn man die Ortschaft am Eingang des Gürbetals betrachtet!
Im Bernbiet gibt es noch andere bedeutende Schlösser, die Neapel bedeuten, nämlich Laupen und Worb. - Über die letztere Burg lese man den Artikel Worb, eine Neapel-Burg.
In Wattenwil kommt die Gürbe vom Unglücksberg GURNIGEL herab (vgl. darüber: Die heiligen Berge des Bernbiets). Dieser Name ergibt entvokalisiert CR/NCL > CR + CLM(TTM) = CHRISTIANAM CALAMITATEM = christliche Kalamität.
Merkwürdig ist der Ursprung der GÜRBE. Der Name jenes Flüßchens, der durch das Tal fließt, hat auf jedenfalls nichts mit CURVA = Biegung zu tun wie eine romantische Wissenschaft nachweisen möchte.
In Gürbe steckt CERVOLA dahinter, ein Anführer der englischen Gugler in der sagenhaften Gugler-Invasion "1375".
Der Chronist "Justinger" erzählt, die "Englischen" hätten einen Anführer namens Arnold von CERVOLA gehabt, der "Erzpriester" gewesen sei.
Löst man diese kryptischen Anspielungen auf, so steht hinter Cervola, CERVOLAM: CRVLM = CRPLM = CR + PLM = CAESAR + POLIM = Caesar + Polis. Der Erzpriester von Cervola stammt also aus der Kaiser-Stadt. Diese aber ist Byzanz.
Von den römischen Kaisern hatten besonders die Severer besondere Beziehungen zu Byzanz: Septimius Severus hat die Stadt erobert und ist in England gestorben. Also stammten die Englischen in Tat und Wahrheit aus Byzanz - wo immer man diese Kaiserstadt ansiedelt.
Gurzelen und Seftigen = Gottvater und Gottsohn
Zuoberst im Gürbetal liegt das kleine Dorf GURZELEN.
Den Sinn des Namens erhält man, indem man das Wort entvokalisiert: CRCL. Dahinter steht der Name des römischen Kaisers CARACALLA!
Aber was macht ein "römischer" Kaiser im Gürbetal? - Nun wir haben schon einen Kaiser namentlich kennengelernt, nämlich Septimius Severus. Dessen Sohn hieß Caracalla. - Die beiden Cäsaren genossen göttliche Verehrung. Sie standen in einer Beziehung wie Gottvater und Gottsohn. - Zudem waren beide Trojaner, gehören also in eine trojanische Namenlandschaft.
Dann kommt SEFTIGEN. Dieser Name steht für einen Amtsbezirk. Aber zuerst ist Seftigen ein Dorf, das weniger als einen Kilometer von Gurzelen entfernt ist - Jeder in Etymologie Bewanderte wird in dem Ortsnamen wohl die sieben, lateinisch SEPTEM erkennen. - Und wir brauchen nicht lange zu raten: Wir ergänzen den kaiserlichen Namen SEPTIMIUS SEVERUS.
Seftigen und Gurzelen bedeuten also Gottvater und Gottes Sohn!
Noflen
Troja und Neapel sind identische Städtenamen. Wo also die Trojaner angesiedelt sind, da ist meistens auch NEAPEL zu finden. Im oberen Gürbetal versteckt sich dieser Name in NOFLEN (NPL = NEAPEL). - Die prägenden Ortsnamen sind nirgends weit auseinander.
Selhofen
Von zuoberst im Gürbetal gehen wir ganz hinunter zur Einmündung der Gürbe in die Aare, unterhalb von Belp und westlich von Kehrsatz.
Die Gürbe-Mündung liegt beim Weiler SELHOFEN.
Klar wird der Name, wenn man die Verwandtschaft mit SELNAU erkennt. Dieser Ort ist heute ein westlicher Stadtteil von Zürich und liegt an der Sihl. - Der Name ist mit SELN-Au zu erklären.
Der Name Sihl hat also ursprünglich drei Konsonanten gehabt: SLN. Dabei ist das L dort als R zu lesen. Es ergibt sich SARNO, der heilige Fluß am Fuße des Vesuvs (vgl. Zürich und der Üetliberg).
Die Gürbe (oder die Aare?) hieß also ursprünglich etwas mit SRN! - Den Namen können wir nicht rekonstruieren, aber die Bedeutung wohl.
An einigen Orten in der Schweiz konnte ich feststellen, daß ein ursprünglicher SARNO-Fluß umbenannt wurde, daß aber der besagte Name zuoberst oder zuunterst am Gewässer haften geblieben ist.
Das beste Beispiel bietet das Entlebuch (vgl. darüber: Der Napf und Willisau. Neapel und der Vesuv im Luzerner Hinterland):
Der Fluß, der durch das Entlebuch fließt, heißt die Kleine Emme. Doch diese entspringt in den Bergen beim Orten SÖREN-Berg (SÖREN = SRN = SARNO)!
In Selhofen hat sich also zuunterst am Fluß der ursprüngliche Name der Gürbe erhalten.
4.10.2004