Schweizer Burgen und Grabhügel im Urwald

Der Titel mag paradox klingen: Aber wegen der Vernachlässigung des Schweizer Waldes sind vorgeschichtliche Anlagen, die im Walde liegen, heute oft nur schwer begehbar.


Ansicht eines der Grabhügel im Wald von Riederen, nordöstlich von Ins (Kt. Bern)

Foto vom 8.11.2008


Die Szenerie erinnert an ein surrealistisches Bild von Max Ernst (siehe unten stehende Abbildung): In all dem Unkraut, den Büschen und dem Jungwuchs erkennt man nur schwer die rundliche Kuppe des einen Grabhügels.


Am 8.11.2008 haben wir, einige Mitglieder unserer IG Keltenfreunde Schweiz, einige Grabhügel bei Ins besucht.

Die besprochenen Tumuli liegen im Hügelgebiet nordöstlich von Ins, in einem Waldstück, das Riederen genannt wird, bei den Koordinaten 575575/207775. Drei Hügelgräber sind auszumachen, die alle mit ihren abgeflachten Kuppen verraten, daß sie angestochen und damit geplündert sind.

Der größte der drei künstlich aufgeschütteten Hügel hatte wohl ursprünglich einen Durchmesser von etwa 15 m und eine Höhe von vielleicht 3 m.

Zu bemerken ist die Nähe zur Erdburg Fenis oder Hasenburg, die sich 500 m nordwestlich der Grabhügel-Gruppe befindet. - Ebenfalls soll auf die 1 km im Nordosten liegende Gruppe von sechs Hügelgräbern im Schaltenrain (siehe unten stehendes Foto) hingewiesen werden.

Mehr läßt sich über die drei Grabhügel im Riederen-Wald bei Ins nicht aussagen.

Ansicht von zwei Grabhügeln im Schaltenrain nordöstlich von Ins

Foto: Brigitte Reist, Nidau

Vgl. die Webseite: www.reist-design.ch


Es muß darauf hingewiesen werden, daß die besprochenen Grabhügel im Riederen-Wald bei Ins gegenwärtig sehr schwer zugänglich und schlecht sichtbar sind: In diesem Waldstück wütete der Sturm Lothar und legte einen Grossteil der hochstämmigen Bäume nieder. In der Folge verkrautete das getroffene Terrain, und der Jungwuchs wucherte. Ein Vorstoß zu den Grabhügeln von den umgebenden Waldwegen her gleicht einem Gang durch einen Dschungel.

Aber nicht nur dort gleicht eine Begehung abseits der Waldwege einem Gang durch einen Urwald. Viele Burgstellen im Mittelland, die sich in Wäldern befinden, sind wegen der Vernachlässigung der Waldpflege zu eigentlichen Urwaldstücken geworden, deren Begehung ein Abenteuer darstellt.

Das Problem ist bekannt: Die Waldbesitzer wollen Subventionen für die Waldpflege, weil angeblich die Holzpreise zu niedrig sind. Da die Subsidien ausbleiben, läßt man den Wald wachsen und pflegt ihn nicht.

Dieser Zustand kann nicht allzu lange mehr andauern. Wald in unserem Land braucht Pflege und Nutzung, sonst wird er krank.

Nicht nur die Geschichtsfreunde beklagen den schlechten Zustand des Schweizer Waldes.


24.11.08