Die Burgstelle Friesenberg bei Schmidigen (Gemeinde Wynigen BE)

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Die Burgstelle Friesenberg bei Schmidigen im Emmental. Ansicht von Südosten.

Man erkennt auf dem Bild links den zentralen Burghügel und rechts den niedrigeren Vorhügel. Der geschwungene Geländeabsatz des Ringwalls um die beiden Burghügel ist gut erkennbar.

Aufnahme: Felix Brodmann, 2012

www.brodmann.ch


Friesenberg bei Schmidigen BE im Emmental. Ansicht von Süden.

Aufnahme: Felix Brodmann, Burgdorf; Jahreswende 2009/10

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Friesenberg bei Schmidigen BE im Emmental. Ansicht von Nordwesten.

Aufnahme: Felix Brodmann, Burgdorf; Jahreswende 2009/10

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Friesenberg bei Schmidigen im Emmental: Ansicht des Burghügels von Südosten

Aufnahme: Autor, 26.10.2008


Friesenberg bei Wynigen: Zeichnung von ca. 1820

aus: Schmid, Bernhard/Moser, Franz: Die Burgen und Schlösser des Kantons Bern, 1. Teil, Basel 1940, S. 81

Das Bild wirkt mit seinen vielen höckerartig gezeichneten Hügeln sehr romantisch. Die Topographie ist aber sehr ungenau. Und auch die Turmruine wirkt merkwürdig, besonders die offene Seite in der Blickrichtung.


Friesenberg bei Schmidigen im Emmental: Der Burghügel von Nordosten aus gesehen. - Deutlich ist der Geländeabsatz der Motte gegen Norden (und Westen) zu erkennen.

Foto: 10.8.2012


Die Burgstelle Friesenberg: Beschreibung

Die Burgstelle Friesenberg liegt nordwestlich des Weilers Schmidigen auf einem im Innern von Nagelfluh besetzten markanten 838 m hohen, heute teilweise bewaldeten Hügel, westlich der beiden gleichnamigen Gehöfte.

Trotz der Bewaldung ist die Burganlage gut zu erkennen und übersichtlich: Sie besteht aus einem überhöhten Burghügel, mit einem Zwischenplateau im N. Ein künstlicher Grabeneinschnitt schuf gegen E einen zweiten, zwei Meter niedrigeren und länglichen Vorhügel, der eine Vorburg bildete.

Gegen Süden ist der Ringwall und Graben verschwunden.

Man darf rekonstruieren, daß der Ringwall und Ringgraben ursprünglich um beide Hügel herum führte (siehe den Rekonstruktions-Plan).

In einer Vertiefung am nordöstlichen Fuß des zentralen Burghügels wird ein Sod vermutet.

Der Zugang zur Burg ist ursprünglich wohl schneckenförmig von Süden um den Vorburg-Hügel herum geführt worden.

Auffällig ist eine vom Vorhügel gegen N führende Traverse, die gegen W mit dem anschließenden Ringwall und Ringgraben einen rechten Winkel bildet.

Einer alten Skizze zufolge trug der markante zentrale Burghügel einstmals einen schlanken, hohen Viereckturm. Dieser ist im frühen 19. Jahrhundert vollständig abgetragen worden.

Das genaue Studium der Anlage zeigt, daß es sich nicht um eine Doppelburg handelt, wie frühere Beschreibungen angaben. Die Burg ist zentral um den rundlichen Burghügel mit Zwischenplateau, Ringwall und Graben angelegt. Letzterer endet im Osten als Ecke an dem Hügel der Vorburg. Nur die Durchtrennung des länglichen Hügels durch einen Hauptgraben im Osten ließ den Eindruck entstehen, es handle sich um zwei verbundene Burgplätze.

Da der gemauerte Turm auf dem zentralen Burghügel vollständig verschwunden ist, präsentiert sich Friesenberg bei Schmidigen heute wieder als eine klassische Erdburg, die sie ursprünglich wohl auch war.

Friesenberg = Perserberg

FRIES, FRIESEN kommt als Ortsname häufig vor. Man kennt auch das norddeutsche Volk der Friesen. Vergleiche dazu: Die Ortsnamen der Schweiz (2016)

FRIESEN = PRSM = PERSIAM, Persien. Mit den Persern sind in der alten Auffassung aber nicht die Perser des Ostens, sondern die Franzosen gemeint. Nicht von ungefähr heißt deren Hauptstadt PARIS.

Doch auch in der antiken Mythologie kommen die Perser vor, in den Namen PARIS, dem trojanischen Königssohn, und dem Gott PERSEUS.

Welche Figur versteckt sich im Grundriß der Burg Friesenberg?

Seit langem ist bekannt, daß die Alten mit Vorliebe Figuren in die Grundrisse der alten Städte und Burgen legten. Ich selbst gehe in der letzten Zeit besonders diesen Merkwürdigkeiten nach.

So enthält die Erdburg Fenis oder Hasenburg bei Vinelz in ihrer Grundform einen Penis.

Die Aareschlaufe von Bern ist mitnichten natürlich, sondern Ergebnis einer gewaltigen Flußumleitung. Und die Form der Flußschleife stellt überdeutlich ebenfalls einen Penis dar (man stelle dazu den Plan auf).

Die Erdburg Bärhegen oberhalb von Wasen im Emmental stellt einen Fisch, wahrscheinlich einen Walfisch oder Delphin dar.

Und Friesenberg, der Perserberg, bei Schmidigen im Emmental?

Auch hier stelle man den Plan auf den Kopf, also daß Norden links liegt.

Sicher scheint bei Friesenberg im Emmental zuerst einmal ein Phallus im Grundriß.

Die ausgeprägte Oval-Form läßt auch sofort an ein Ei denken. - Eine solche Form ist religionsgeschichtlich ebenfalls zu begründen.

Ob Phallus oder Ei: Im emmentalischen Friesenberg hat sich ein vorgeschichtlicher Gestaltungswille einen monumentalen Ausdruck geschaffen.

Friesenberg, Fenis und Bern

Zwischen Fenis, Bern und Friesenberg läßt sich aber auch eine vermesserische Übereinstimmung feststellen: Sowohl Fenis wie Friesenberg sind vom alten Zentrum von Bern, nämlich dem Süd-Ende der Kreuzgasse, gleich weit entfernt, nämlich 12, 2 Leugen (1 Leuga = 2225 m).

Niemand kann sich einen Reim auf diese gleichen Distanzen machen. Aber sie sind Tatsache.


NB: Eine Burgruine Friesenberg gibt es auch in Zürich, am Nordabhang des bewaldeten Üetlibergs.


Burg Friesenberg bei Schmidigen (Gemeinde Wynigen BE): Rekonstruktion

Äquidistanz der Höhenkurven: 1 m

Der Haupthügel (838) trug ehemals einen Turm. Der östlich gelegene Vorhügel (836) ist als Vorwerk zu betrachten, entstanden durch Teilung der Kuppe.

Der Haupthügel hat gegen Norden (und teilweise gegen Westen) einen ausgeprägten Geländeabsatz.

In dieser Rekonstruktion sind der Ringwall und Ringgraben um beide Burghügel gezogen. - Der Wall ist heute nur noch gegen die Nordwest-Seite hin erhalten.

Plan: Autor, 8.2012


 

Friesenberg bei Wynigen: Plan Bendicht Moser

Die Planaufnahme von Bendicht Moser aus der Zwischenkriegszeit ist wie alle seine Zeichnungen wegen der Schraffentechnik sehr suggestiv, aber in vielen Einzelheiten ungenau.