Historische Dinge über Freiburg FR, die in keinem Buch zu finden sind.


Freiburg (im Uechtland) – Fribourg

Ausgewählte Dinge zur Geschichte, Kunst- und Baugeschichte, sowie zur Heimatkunde

Art & histoire de la ville et du canton de Fribourg

Startseite: www.dillum.ch

Fribourg - Freiburg (im Üechtland)

Blick von SW auf die zentralen Teile der Altstadt: Burg - Bourg (links) und Unterstadt - Basse-Ville (rechts unten)

Aufnahme des Autors, 14.5.2004


Eine Entgegnung auf die angebliche Hexenaffäre Catherine Repond, alias La Catillon in Freiburg (2009)


Vom Autor ist folgende wissenschaftliche Untersuchung erschienen:

Beiträge zur Freiburger Historiographie des 18. und 19. Jahrhunderts: Guillimann - Alt - Berchtold - Daguet; Norderstedt 2008, 116 S. ill.


2007 versuchte die Stadt Freiburg – oder vielleicht besser ein eng begrenzter Kreis von Politikern und Beamten – ein „850-Jahr-Jubiläum der Stadt Freiburg" zu feiern.

Die Manifestationen wirkten allerdings eher krampfhaft. Man merkte: Es wurde irgendein Aufhänger gesucht, um wieder einmal feiern zu können.

Die untenstehenden Beiträge aber machen klar: Freiburg könnte höchstens ein 300-Jahr-Jubiläum feiern. – Doch es läßt sich kein genaues Datum bestimmen.

Da ist es einfacher zu behaupten, Freiburg sei in einer legendären Vorzeit, also „1157 AD“ gegründet worden?

Haben die Politiker und Historiker, welche diesen chronologischen Unfug glauben, je die Glaubwürdigkeit der älteren Geschichte überprüft?

Besser keine Fragen stellen und feiern! 


Freiburg "1157"? - Die Freiburger und ihre Jahrzahlen

Die unmögliche Baugeschichte der Freiburger Kathedrale

Freiburger Künstler im 16. Jahrhundert?

Franz Rudella, ein Freiburger Chronist nach 1700

Die Tour Henri als Variante von Coucy

Eine Erdburg im Bois de Pérolles (Freiburg)

Die Handfeste von Freiburg ("1249") – eine wertlose Geschichtsquelle

Der Grabhügel im Bois de Moncor (Villars-sur-Glâne)

Eine trojanische Namenlandschaft vor den Toren von Freiburg

Die Stadt Freiburg als christliches Troja

Der Dürrenbühl-Turm


Der Turm der Kathedrale von Freiburg (Fribourg) von Westen her gesehen

La tour de la cathédrale de Fribourg vue de l'ouest

Teleobjektiv-Aufnahme des Verfassers vom 8.5.2005

Rechts im Hintergrund erkennt man den Dürrenbühl-Turm (vgl. Der Vesuv ist überall).

·       Aufnahmestandort ist die Ecole professionelle.

Über die unmögliche "mittelalterliche" Entstehung der Abtei Maigrauge in Freiburg vgl. den Artikel

Die Abtei Maigrauge (Magere Au) in Freiburg (Fribourg): keine 750 Jahre alt!

500 Jahre Schweizergarde in Rom? - Ein absurdes Jubiläum!

In der Kathedrale von Fribourg - und auch vor dem Vatikan in Rom - wurde am 22.1.2006 das angeblich fünfhundertjährige Jubiläum der päpstlichen Schweizergarde mit einer Messe gefeiert.

Ein solcher Anlaß scheint die Feier wert zu sein, könnte man meinen.

Aber nur ein Fingerhut Geschichtskritik langt, um dieses Jubiläum zu widerlegen.

Papst Julius II. ist der Schweizer-Papst, das steht außer Zweifel. Aber im frühen 16. Jahrhundert ist er fehl am Platz. Das Porträt, das Raffael von dem Papst gemalt hat, kann erst zu Anfang des 18. Jahrhunderts entstanden sein. - Die Geschichte der Päpste wird um diese Zeit plausibel. Also dürfte man allerhöchstens 300 Jahre Schweizergarde in Rom feiern.

Aber wer stellt schon kritische Fragen an die Geschichte? - Lieber feiern, statt denken!


Die Freiburger und ihre Jahrzahlen

Überall in meinen Schriften weise ich auf die Probleme der historischen Chronologie hin. - Einfacher ausgedrückt: Weiter als vielleicht dreihundert Jahren vor heute ist kein Ereignis mehr inhaltlich und zeitlich sicher. Und vor allem haben wir keine Möglichkeit, Bauten, Artefakte und Ereignisse der Vorzeit zu datieren. Wir können nur Mutmaßungen und Schätzungen anstellen. - Aber auch diese werden nach ein einer gewissen Zeit - wenn sie älter sind als vielleicht fünfhundert Jahren vor heute - problematisch und widersinnig.

Die offizielle Geschichtswissenschaft will von den chronologischen Problemen nichts wissen. Weiterhin versucht eine hochbezahlte Riege von staatlichen Wissenschaftspropagandisten dem Publikum weiszumachen, daß wir auch über weit entfernte Zeiten angeblich sehr gut Bescheid wissen. - Und vor allem hätten wir genaue Datumsangaben.

Freiburger Wissenschafter und Politiker folgen wie überall blind den vorgegebenen und vorgekauten Jahrzahlen. Ein paar aktuelle Beispiele aus der heimatlichen Geschichte beweisen dies:

Im Jahre des Herrn 2007 unternahm man es, das 850-jährige Jubiläum der Stadtgründung zu feiern. -

Für den Anlaß "850 Jahre Freiburg" hat die Stadt satte zwei Millionen Franken locker gemacht.

2005 feierte das Nonnenkloster Magere Au (Maigrauge) sein angeblich 750-jähriges Bestehen. - Wenn die Verantwortlichen nur etwas Verstand hätten, würden sie feststellen, daß man dieser geistlichen Stätte höchstens 300 Jahre zubilligen kann.

Der Ortsname Maigrauge hat übrigens nichts mit einer "mageren Au" zu tun, wie uns Etymologen vielleicht suggerieren wollen. - Eine Flußniederung ist meistens sogar sehr fruchtbar, also nicht mager.

Maigrauge - Magere Au ist ein hebräischer Ortsname!

Die Freiburger Kathedrale birgt in seinem Turm alte Glocken. Die älteste, mit einem Gewicht von sage und schreibe 1, 7 Tonnen, soll heuer genau 500 Jahre alt werden: Eine Inschrift an dem Klangkörper nennt nämlich als Herstellungsdatum „Anno Domini 1505“. - Wer zum Teufel soll vor 500 Jahren fähig gewesen sein, solche gewaltige Massen Metall zu gießen? - Und die heute christliche Religion bestand damals nicht einmal in Ansätzen.

Das letztere Beispiel, die Kathedrale, beschäftigt uns auch im nächsten Kapitel.

Die unmöglich datierte Baugeschichte der Freiburger Kathedrale

Die Kathedrale ist das bedeutendste Bauwerk der Stadt Freiburg; ihr 76 m hoher Turm bildet ein weithin sichtbares Wahrzeichen.

Das Gotteshaus ist im gotischen Stil errichtet und wurde im Burg-Quartier (quartier du Bourg) angelegt, das als ältester Teil der Stadt gilt. – Man möchte meinen, dies sei der Platz eines gallorömischen Oppidums. – Auf jeden Fall ist auch Freiburg sowenig wie Bern eine Gründung auf wilder Wurzel. – Und die „Zähringer" als Gründerherren sind Teil der erfundene Geschichte, die man glatt vergessen kann (vgl. darüber: Städtegründungen und Zähringer; in: Bern und die alten Eidgenossen.

Man hat den Eindruck, dieses Münster sei nachträglich in die Stadtstruktur eingefügt, fast eingezwängt worden. Das ist plausibel, weil die Gotik ein junger Baustil ist, der sich erst gegen 1700 AD entwickelte.

Die alte Stadtkirche lag wohl nicht im Burg-Quartier, sondern gleich jenseits des alten Stadtgrabens, des Grabensaal. Es ist die noch heute erhaltene Kirche Notre-Dame – keine 200 m Luftlinie vom Portal der Kathedrale entfernt. – Das alte Gotteshaus wurde ursprünglich im romanischen Stil erbaut. Trotz den vielen An- und Umbauten und Renovationen ist dies heute noch sichtbar.

Notre-Dame ist älter als die Kathedrale. Doch man überschätze die zeitliche Distanz nicht. Ich würde meinen, zwischen den beiden Kirchen liegen einige Jahrzehnte. – Zu einer gewissen Zeit machten die europäischen Städte in kürzester Zeit große Veränderungen durch.

Der Erkenntnis, daß unsere heutigen Städte viel jünger sind als angenommen, steht die offizielle Geschichte und Kunstgeschichte gegenüber. Diese verläßt sich auf die Datierungen der Geschichtsbücher und die Chronologie, die uns schon in der Schule eingehämmert ist. – Daraus ergeben sich unmögliche Zeitstellungen, die den Geschichtskritiker und den gesunden Menschenverstand herausfordern.

Also ist am Eingangsportal der Kathedrale von Freiburg eine Tafel angebracht, die Folgendes sagt:

Bauzeit der Kirche: 1283 – 1490 (!)

Bau des Chors 1630

Hat denn niemand auch nur ein Fünkchen Verstand aufgebracht und erkannt, daß diese Datierungen absurd sind? Während über zwei Jahrhunderten soll man also in einem sagenhaften „Mittelalter" an einem Bauwerk gearbeitet haben. Dabei wirkt dieses Münster in Stil und Ausführung einheitlich und ist demzufolge innert wenigen Jahrzehnten hochgezogen worden.

Und da die Gotik, wie gesagt, erst nach 1700 aufgekommen ist, so kann man eine Entstehungszeit in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts annehmen.

Die offizielle Datierung ist aus zweierlei Gründen Stumpfsinn: Erstens läßt sie eine Gemeinschaft Jahrhunderte an einem Bauwerk arbeiten, nur weil die Gelehrten stur den absurden Zeitstellungen folgen.

Dann wäre gemäß den offiziellen Zeitangaben zwischen der Vollendung des Münsters und dem Bau des Chors eine zeitliche Lücke von 140 Jahren. Haben die Bürger während so langer Zeit in einer Kirche gebetet, die gegen Osten statt einer Apsis ein riesiges Loch hatte?

Die unmögliche Datierung der Freiburger Kathedrale beweist, daß die offiziellen Wissenschafter meistens nichts überlegen, sondern nur abschreiben, was in den Büchern steht, und nachplappern, was ein Professor darüber meint.

Die Entwicklung von der Vorgeschichte zur Geschichte muß neu überlegt werden – sowohl inhaltlich wie zeitlich.


Freiburger Kunst im 16. Jahrhundert? - Anmerkungen zu einer Ausstellung von 2004

Freiburg - Fribourg: Tapferkeitsbrunnen (Fontaine de la Vaillance) neben dem Chor der Kathedrale

Foto: Ch. Pfister, 14.7.2004


Die Brunnenfigur des Kriegers mit dem Löwen zu seinen Füssen wird einem "Hans Gieng" zugeschrieben und mit "1548 AD" datiert.

Aus chronologiekritischen Überlegungen ist das Kunstwerk und der Brunnen aber erst nach 1700 glaubwürdig.

Wie alle alten Brunnenfiguren in der Stadt, so ist auch die Personifikation der Tapferkeit heute durch eine Kopie ersetzt.


Das Museum für Kunst und Geschichte in Freiburg hat seine Räume 2004 neu eingerichtet.

Bei dieser Gelegenheit machte anfangs Juli 2004 die Kunsthistorikerin Verena Villiger gegenüber der Presse einige Bemerkungen über die Freiburger Künstler des "16. Jahrhunderts":

Frau Villiger sieht das reiche künstlerische Schaffen im alten Freiburg und nennt neben Hans Fries die Namen Martin Gramp, Hans Geiler, Hand Roditzer, Hans Gieng, Wilhelm Ziegler und Hans Boden.

Doch trotz archivalischen Dokumenten ließen sich die wenigsten Werke zeitlich einordnen. Auch die Zuschreibungen seien in vielen Fällen höchst fragwürdig.

Sicher ist bei diesen Künstlern nur die Stilepoche der Spätgotik.

Verena Villiger nun hofft, in Zusammenarbeit mit der örtlichen Universität und dem kantonalen Kulturgüterdienst die Werke der alten Freiburger Künstler in der nächsten Zeit besser bestimmen zu können.

Was ist hier anzumerken?

Zuerst sind die erwähnten Künstler sicher der Spätgotik zuzuweisen.

Und die religiöse Thematik, die in diesen Werken vorherrscht, steht sicher auf dem Hintergrund einer religiösen Zeitenwende. - Verena Villiger veröffentlichte 2002 eine Monographie über den Maler Hans Fries unter dem richtigen Titel Hans Fries - ein Maler der Zeitenwende.

Für ein richtiges Verständnis dieser Künstler taugen jedoch weder die Universität noch andere staatliche Wissenschafts-Bürokratien. Diese bringen nur die alte Leier der erfundenen Geschichte ("Altertum", "Mittelalter", "Reformation") mit ihren absurden Zeitstellungen.

Aus der Sicht der Geschichts- und Chronologiekritik lassen sich gleichwohl ein paar Fingerzeige für eine neue Verortung der Freiburger Künstler geben.

Der Beginn der Gotik ist im frühen 18. Jahrhundert zu suchen.

Und da es keine Reformation gegeben hat, sondern eine Glaubensspaltung, so ist die religiöse Zeitenwende ebenfalls im genannten 18. Jahrhundert zu suchen. Anders gesagt: Die Spätgotik entspricht der Zeitenwende der Glaubensspaltung.

Die alten Freiburger Künstler entsprechen in Ungefähr den spätgotischen Bildhauern, welche den Berner Skulpturenfund schufen. - Im Unterschied zu Bern wurde die religiöse Kunst in Freiburg aber nicht zerstört, sondern blieb erhalten - allerdings mit häufig falschen Zuschreibungen. Und alle alten Maler und Bildhauer wurden systematisch falsch datiert und rückdatiert. Dabei wurden auch umfangreiche Archivalien hergestellt, die historisches Wissen vorgaukeln.

Die Brunnenfiguren von Freiburg zeigen, daß diese nach 1700 - vielleicht gegen 1750 - entstanden sind.


Franz Rudella, die älteste Chronik Freiburgs, ist wohl kaum vor 1740 AD entstanden

2005 hat die Mediävistin Silvia Zehnder-Jörg im Rahmen einer Dissertation die umfangreiche Freiburger Chronik von Franz Rudella ediert. - Der fleißigen Forscherin gebührt sicher Anerkennung für ihre Arbeit: Herausgekommen ist ein Buch von 600 Seiten im Format A4.

Der Chronist Rudella ist wegen seiner unübersichtlichen Überlieferung vorher noch nie herausgegeben worden.

Aber ist es die Chronik überhaupt wert, herausgegeben zu werden?

Das Werk von Rudella ist ein pseudohistorisches Machwerk!

Ohne in Einzelheiten einzugehen, sind aus geschichtskritischer und quellenkritischer Warte heraus doch Einwände gegen die Darstellung zu machen.

Es ist vor allem die unmögliche Chronologie, die provoziert:

Franz Rudella soll die Lebensdaten "1528 - 1588" haben. - Wenn man weiß, daß die Anno Domini-Datierung erst ab 1700 entstanden ist, so fällt schon dadurch die ganze Lebensgeschichte des Chronisten als Fiktion aus Abschied und Traktanden.

Doch unzweifelhaft ist Rudella eine alte Chronik von Freiburg. - Aber die Biographie des Chronisten, die Art des Werkes und dessen Überlieferung, haben Parallelen zu anderen "ältesten" Chronisten der Eidgenossenschaft.

Rudella habe 20 Jahre vor seinem Tode mit der Chronik aufgehört: Viele Chronisten wie die Berner Valerius Anshelm oder Michael Stettler haben ebenfalls fünfzehn Jahre vor ihrem Ende das Schreiben beendet. - Ist so etwas plausibel?

Rudella war vor allem Politiker - wie Michael Stettler und Aegidius Tschudi. - Von wo haben diese Leute die Zeit und die Muße genommen, um so große Chroniken zu verfassen?

Die Chronik von Rudella ist unvollendet: Aber wenn der Mann so lange gelebt hat, weshalb hat er sein Werk nicht zu Ende geführt? - Nun gibt es viele Beispiele von alten Chronisten - etwa Thüring Fricker (oder Frickart), die ihre Geschichtswerke unvollendet ließen und sogar mitten im Satz abbrechen. - Solche Feststellungen stützen nicht die Wahrhaftigkeit dieser frühen Schreiber.

Rudella schrieb in der Zeit der Gegenreformation - besser gesagt nach vollzogener Glaubensspaltung. Diese ist aber erst im 18. Jahrhundert erfolgt.

Die Biographie von Rudella ist fingiert.

Die etwa 1000 Seiten der Rudella-Chronik enthalten eine Menge Trivia aus Freiburg. Allein wenn man diese analysieren würde, so käme eine viel spätere Entstehungszeit des Werkes heraus. - Was soll zum Beispiel die Verbrennung des Juden und Arztes Abraham Levi, "1428" in Freiburg? - Oder weshalb hat man im gleichen Jahr den Mailänder Caspar Antonio in Öl gesotten?

Spätestens wenn man mit solchem haarsträubenden  pseudohistorischen Unsinn konfrontiert wird, ist das Urteil über den Wert der Chronik klar:

Der angebliche Franz Rudella schrieb später als angegeben. Und historisch ist die Chronik wertlos. - Allenfalls bietet das Werk eine Selbstdarstellung der Stadt Freiburg in der frühen Geschichtszeit, etwa um die Mitte des 18. Jahrhunderts.

Der Verfasser untersuchte die frühen Freiburger Historiker François Guillimann und François-Nicolas d'Alt. Aus den vergleichenden Überlegungen ergibt sich Folgendes:

Rudella war ein Zeitgenosse von Guillimann. Und beide tragen Übernamen, haben fingierte Namen.

Wer also steckt dahinter? - Wenn man nur etwas forscht, stößt man auf einen Stadtschreiber namens Wilhelm Techtermann.

Aber in dem Namen steckt zum ersten MANN wie in Guilli-MANN. Und als Vornamen hat der WILHELM, französisch GUILLAUME. – In GUILLI-MANN sind also beide Komponenten des Namens Wilhelm Techtermann enthalten.

Dieser Techtermann ist ein echter Freiburger Name. Aber auch dessen Biographie ist erfunden und rückdatiert.

Doch auch der Geschichtsschreiber Peter von Molsheim mit seiner Freiburger Chronik der Burgunderkriege kann nur ein weiteres Alter ego von Guillimann, Rudella und Techtermann sein. Inhaltliche Übereinstimmungen mit den anderen Werken lassen diesen Schluß zu.

Also gab es in Freiburg damals eine historiographische Schreibstube Guillimann – Rudella – Molsheim - Techtermann.

Einzelheiten dieser Darlegungen sind in dem Werk über vier Freiburger Geschichtsschreiber zu finden:

Christoph Pfister: Beiträge zur Freiburger Historiographie des 18. und 19. Jahrhunderts. Guillimann – Alt – Berchtold – Daguet; Norderstedt 2008

3.8.2005/3.2008/1.2009


Die Tour Henri in Freiburg und der Vergleich mit dem Château de Coucy in Nordfrankreich – Beide Türme sind gotisch und auf die Zeit um 173/40 anzusetzen

Die Tour Henri

Heute isoliert stehender Wehrturm der alten Westbefestigung von Freiburg

Aufnahme des Verfassers. November 2003


Die Tour Henri steht heute in einer völlig verfremdeten Umgebung zwischen Eisenbahngleisen, Ausfallstrasse, Universität und Hauptpost im Zentrum von Freiburg.

Dieser Turm ist ein Rest der letzten großen Westbefestigung Freiburgs. Von dieser ist noch der ganze nördliche Teil, vom Bollwerk, dem sogenannten Beluard, bis zum Steilabfall der Saane (Sarine) nördlich des Murtentors erhalten.

Gegen Westen und Südwesten allerdings mußten die Ringmauern der Stadtentwicklung im 19. Jahrhundert weichen. Nur die erwähnte Tour Henri blieb als einzelner Wehrturm erhalten. Er markierte einen spitzen Winkel in der ehemaligen Stadtbefestigung.

Die erwähnte jüngste Ringmauer gegen Westen ist gegen 1600 anzusetzen. Verschiedene Einzelmerkmale lassen erkennen, daß diese Wehrbauten kurz vor und teilweise schon zu Beginn des Aufkommens von Feuerwaffen errichtet wurden.

Die Tour Henri verrät die Gotik als Entstehungszeit. – Wie spät dieser Stil entstanden ist, wissen wir von der Kathedrale her.

Die Tour Henri ist halbrund und war ursprünglich gegen die Stadt offen. Erst später wurde die Öffnung vermauert und unterhalb der Wehrplattform gedeckt.

Interessant an diesem Turm ist nun der Abschluß mit seinem halbrunden gedeckten Wehrgang und dem Kranz von großen bogigen Öffnungen.

Erst vor kurzem ist mir die Verwandtschaft der Tour Henri – besonders von deren Krone – mit dem Donjon, dem Hauptturm des ehemaligen Schlosses von Coucy (Coucy-le-Château) (Département d’Aisne) bei Soissons in Nordfrankreich aufgefallen.

Der Donjon von Coucy-le-Château (Aisne)

1917 von den Deutschen mutwillig gesprengt

Aufnahme von 1891

nach: Christian Corvisier: Coucy-le-Château. Images et mémoire; Soissons 1999


Coucy-le-Château war eine mächtige Burganlage mit einem Hauptturm, drei weiteren Türmen, einer Ringmauer und einem Tor, dem eine ummauerte Stadt angeschlossen war.

Coucy wird in absurder Weise ins 13. Jahrhundert (!) datiert. Dabei ist der Stil typisch gotisch, die Anlage deshalb gegen 1730/40 anzusetzen.

Besonders der mächtige, 50 m hohe und Hauptturm oder Donjon von Coucy mit seinen über drei Meter dicken Mauern hat offenbar die Wehrarchitektur in ganz Europa beeinflußt und etliche Nachahmungen bewirkt.

Der Vergleich zwischen der Turmkrone von Coucy und derjenigen der Tour Henri zeigt eine Verwandtschaft, die auf eine Beeinflussung, nicht auf zufällige Ähnlichkeit schließen läßt.

Dem steht wiederum die offizielle Kunstgeschichte im Weg. Diese datiert die Tour Henri in gewohnt absurder Weise auf die Zeit „kurz nach 1400“. Und weshalb? Natürlich deshalb, weil über die Erbauung des Turmes alle detaillierten Rechnungen erhalten sind! Vom Maurer bis zum Dachdecker haben sich im Staatsarchiv alle Dokumente erhalten.

Auf was vertraut man mehr? Auf eine absurde und erfundene Geschichte und ihre fingierten Dokumente, oder auf den gesunden Menschenverstand und die eigene Beobachtung?


Bois de Pérolles: eine Erdburg auf dem Stadtgebiet von Freiburg

Das Burg-Quartier als alter Stadtkern war einstmals mit einer Burg verbunden. Diese stand an der Stelle des heutigen Rathaus-Platzes. - Und dieser ehemaligen Wehranlage ist es zu verdanken, daß die Fläche bis heute frei geblieben und nicht überbaut wurde.

Die Stadtburg von Freiburg hieß Tour d'Autriche ("Österreicher-Turm"), weil angeblich die Habsburger zu einer gewissen Zeit die Stadt beherrscht hatten. - Doch erstens sind die Habsburger in Freiburg ein Teil der Geschichtssage. Und die Burg bestand nicht nur aus einem Turm, wie der Name suggeriert. Es war vielmehr eine große Anlage, die von der Stadt durch einen Halsgraben abgetrennt war. Eine Ringmauer hat die ganze Fläche umschlossen und einen Turm und vielleicht noch andere Gebäude geschützt.

In den ersten Jahrzehnten 18. Jahrhunderts wurde das Stadtschloß zerstört und der stadtseitige Halsgraben aufgefüllt. - Auch der ursprüngliche Stadtgraben gegen Westen, der erwähnte Grabensaal, wurde zugeschüttet. - Heute ist sogar der Name weiter gewandert und gilt heute für das Tal der Saane nördlich der Altstadt.

Der Grabensaal, dieser künstliche Graben, besaß eine interessante Orientierung innerhalb des Systems der keltischen Landvermessung: Er war nach dem Sonnenaufgang zur Zeit der Sommer-Sonnenwende ausgerichtet. Mit 54° NE läuft diese Linie genau auf das Münster in Bern zu!


Die Erdburg am Rande des Bois de Pérolles in Freiburg - Fribourg

Blick von Westen. Man erkennt deutlich den Wall und Graben mit dem markanten, wahrscheinlich künstlich überhöhten rundlichen Burghügel, einer Motte.

Aufnahme des Verfassers, 1989


Wer glaubt, auf Stadtgebiet könne man schon lange keine Entdeckungen mehr machen, der irrt sich. Ende der 1980er Jahre fand ich heraus, daß in einem Waldstück auf dem Gemeindegebiet von Freiburg eine Erdburg verborgen ist!

Die Erdburg liegt hoch über dem linken Saane-Ufer auf einem schmalen Sporn, der vom Pérolles-Plateau nach Osten schaut. Die Örtlichkeit ist bewaldet und bildet einen Teil des Bois de Pérolles oder Bois de Charmettes (Koordinaten: 578880/182920). - Östlich unterhalb geht der bekannte Spazierweg des Chemin Ritter durch und durchsticht den steilen Sporn mit einem in den Sandstein gehauenen Tunnel. - Dieser wurde bekanntlich um 1870 für ein Kraftwerk angelegt.

Die Erdburg im Bois de Pérolles von Freiburg besteht aus einem steilen, rundlichen Burghügel, dem auf der Pérolles-Seite ein halbkreisförmiger Graben und ein Wall vorgelagert ist. Mauerspuren sind keine zu erkennen - sie sind auch nicht anzunehmen.

Vom Typus her ist das Château de Pérolles eine reine Erdburg, bei welcher die Befestigungen aus dem Burghügel, einer sogenannten Motte, und Gräben und Wällen bestanden. - Auf den Wallkronen kann man sich Verhaue oder Zäune als zusätzliche Befestigungen vorzustellen.

Der markante, künstlich überhöhte Burghügel ist gut erhalten. Doch für die Anlage einer Stromleitung zwischen Pérolles und der im Saanetal nördlich davon gelegenen Maigrauge wurde der größte Teil des Grabens und des Walles zerstört. Nur am Südende, gegen den Steilhang hin, hat sich ein kurzes Stück Wall erhalten.

Es erstaunt, daß diese deutlich erkennbare Burganlage vorher niemandem aufgefallen ist. - Man kann sich das nur so erklären, daß Forscher nur in Bücher gucken, aber nicht die Landschaft betrachten.

Auch von der oberen Rue des Alpes (Alpenstrasse) ist das Profil der Anlage, besonders in der laublosen Winterzeit, überdeutlich zu erkennen.

Weil die Erdburg im Pérolles-Wald unbekannt geblieben ist, wurde sie auch nicht verzeichnet. Die vierteilige, von der Schweizerischen Landestopographie in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Burgenverein herausgegebene Burgenkarte kennt das Objekt auch nicht. - Da ist zu sagen, daß besonders der Teil über die Westschweiz sehr schlecht gearbeitet ist und etliche Burgen schlicht vergessen wurden.

Weil die Erdburg auf dem Gebiet der Stadt Freiburg wie gesagt unbekannt war, wird sie es wahrscheinlich auch bleiben. - In fünfzehn Jahren habe ich nirgends eine Andeutung gefunden, wonach man die alte Wehranlage irgendwann in ein Verzeichnis aufnehmen würde. - Die offizielle Wissenschaft von unserer Vergangenheit ist endgültig in Erstarrung verfallen.

Anmerkung:

Auf dem Kantonsgebiet gibt es noch andere gewaltige - und dennoch fast unbekannte - Erdburgen. - In der nächsten Zeit sollen einige solche hier besprochen werden:

Die Erdburg Le Ressat bei Châtonnaye FR und Villarzel VD

Die Erdburg von Seedorf FR bei Noréaz


Die Handfeste von Freiburg "1249": eine wertlose Geschichtsquelle

Die Handfeste von Freiburg, versehen mit dem Datum "1249"

(Ausschnitt)

aus: Ernest Lehr: La handfeste de Fribourg; Lausanne 1880


Eine Handfeste stellt eine Art Verfassungsurkunde einer Stadt dar. In ihr sind die wichtigsten zivil-, markt- und handelsrechtlichen Bestimmungen eines städtischen Gemeinwesens niedergelegt.

Bern besitzt eine solche Verfassung, die mit dem Jahr "1218" datiert ist. Und die Handfeste von Freiburg trägt die Jahrzahl "1249".

Seit dem Beginn der kritischen Geschichtsforschung im 19. Jahrhundert ist unendlich viel Mühe, Arbeit und Geld in die Herausgabe und Interpretation von Urkunden investiert worden. Denn diese Quellen sind es vornehmlich, die ein angeblich tausendjähriges "Mittelalter" stützen.

Auch ich habe Jahrzehnte überlegt, was mit diesen "uralten", meistens auf Pergament und in Latein geschriebenen und mit einem oder mehreren Siegeln behangenen Urkunden los ist.

In meinem Werk über die Ursprünge der alten Eidgenossen Bern und die alten Eidgenossen (2006) habe ich mein endgültiges Urteil über die obige Art von Quellen gefällt:

Urkunden sind historische Nonvaleurs, ein gewaltiger Stoss von wertlosem Pergament und Papier, das in den Archiven herumliegt. Diese Dokumente auch nur zu übertragen und herauszugeben, ist vergeudete Zeit und verschwendetes Geld.

Die Sache ist nämlich kurz diese: Die inhaltlich und zeitlich plausible Geschichte beginnt im 18. Jahrhundert. Vor dieser Zeit hat sich quasi nichts Schriftliches erhalten. Und auch die heutige Jahrzählung ist erst in dem genannten Jahrhundert entstanden.

Alle schriftlichen Quellen, die wir besitzen, sind also erst ab jener Zeit geschaffen worden, ob dies nun die Bibel, die antiken Autoren, die Chroniken oder eben die Urkunden sind.

Es nützt nichts, sich dagegen zu sträuben: Die ganze "antike" und "mittelalterliche" und sogar noch frühneuzeitliche Geschichte ("Reformation"), die an Schulen und Hochschulen gelehrt wird und die in den Büchern steht, ist virtuell, also erfunden, nicht wirklich.

Die allgemeinen Erkenntnisse gelten auch im Besonderen. Wenn von einer Urkunde über Freiburg in einem sagenhaften Jahr 1249 die Rede ist, so weiß man zum Vornherein, daß es sich hier um eine Fälschung oder Erfindung handelt.

Die Handfeste von Freiburg ist frühestens vielleicht gegen die Mitte des 18. Jahrhunderts fabriziert worden. Wenn darin etwas steht, was sich sprachlich oder juristisch verwerten läßt, so erhellt dies die tatsächliche Entstehungszeit, nicht ein legendäres Freiburg in einem absurden "13. Jahrhundert".

Dagegen wehrt sich noch heute eine festgefügte Riege von Mediävisten, Archivaren, Philologen, Kunsthistorikern und Archäologen, welche an einer "griechisch-römischen Antike" und an einem "Mittelalter" ("zwischen 500 und 1500 nach Christus") festhalten will.

Also wurde 1999 aus Anlaß der angeblich "750jährigen" Existenz der Freiburger Handfeste in der Stadt ein Kolloquium veranstaltet. - Die Schlußfolgerungen jenes Anlasses kann man sich ausdenken: Die Urkunde über Freiburg ist echt und stammt tatsächlich aus einem Jahr "1249 nach Christus".

Vier Jahre später sind diese gesammelten Folgerungen über die Handfeste nun im Druck erschienen (Freiburg 2003). - Was ist von diesem Werk zu halten?

Hauptsächlich ist dies eine Neuausgabe des lateinischen Textes der Handfeste, dem auch die alten deutschen und französischen Übersetzungen angefügt wurden. Die Edition wird durch einige rechtsgeschichtliche, diplomatische (=urkundenwissenschaftliche) und philologische Artikel abgerundet.

Der Leser ist erstaunt über die doch sehr nüchterne Aufmachung des Buches. Das Werk ist wissenschaftlich im konventionellen Sinne, aber ohne jede Inspiration. - Und selbstverständlich findet sich kein Hauch von Kritik an Urkunden und virtuellen Zeiten: Das "Mittelalter" hat es gegeben, so wie es in den Geschichtsbüchern steht und von Universitätsprofessoren gelehrt wird - und damit basta.

Als Illustrationen wird die behandelte Urkunde ganz und in Details, aber nur schwarzweiß abgebildet. - Da lobt man sich die alte Ausgabe von Ernest Lehr von 1880, der bereits eine farbige Reproduktion der Handfeste beigefügt wurde (vgl. die obige Abbildung).

Denn wenn man schon eine Urkunde reproduziert, dann farbig. Nur so läßt sich ein solches Dokument kritisch betrachten. Und nur so kann man die Barockzeit als tatsächliche Entstehungszeit dieser Quellen nachweisen.

Aber offenbar will man keine kritische Betrachtung. Das Publikum soll weiter im Glauben gelassen werden, wir besäßen "uralte" Quellen, die eine achthundertjährige Stadtgeschichte belegen.

Schwer zu sagen, ob diese paar offiziellen Wissenschafter, die hier die Handfeste als authentische Geschichtsquelle aus einer märchenhaft fernen Zeit behaupten, wirklich selber daran glauben.

Man stößt sich an der oft unmöglich gewundenen und schlechthin unverständlichen Sprache, mit denen jene Edition garniert ist:

Diese an Gewißheit grenzende Vermutung wirft das Problem von entstehungsgeschichtlich zu unterscheidenden Textschichten auf, dessen Beantwortung freilich angesichts der Quellenlage nur in groben Zügen und hypothetischerweise möglich ist.

(Handfeste, 2003; 19)

Wer solche sprachlichen Monstrositäten von sich gibt, beweist das Gegenteil der gemeinten Absicht: Die Handfeste von Freiburg "1249" ist also nicht eine Geschichtsquelle, sondern ein Erzeugnis der städtischen Geschichtsfälschung.

Ich habe unterdessen den wahrscheinlichen Verfasser der Freiburger Handfeste eruieren können: Ziemlich sicher war es der städtische Historiker Franz Guillimann. – Dieser liefert in seinem lateinisch geschriebenen Werk De rebus Helvetiorum libri quinque nicht nur genaue Angaben zu einer derartigen Urkunde, sondern auch das Datum 1249.

Übrigens hat sogar der Name Guillimann einen Bezug zur Handfeste:

„1249“, im Jahr der Ausfertigung des Dokuments, soll im Deutschen Reich als rechtmäßiger Herrscher (Friedrich II. von Hohenstaufen war „1245“ abgesetzt worden) ein Graf Wilhelm von Holland regiert haben:

GUILLIMANN = GUILLAUME = WILHELM

Anhang: Der Freiburger Vennerbrief

Über die angebliche mittelalterliche Geschichte Freiburgs existieren eine Menge Urkunden. - Und alle diese sind natürlich absolut authentisch, richtig datiert und enthalten den amerikanischen Gerichts-Eid: die Wahrheit, die ganze Wahrheit, nichts als die Wahrheit!

Eben wird wieder ein solches unmögliches Dokument präsentiert: der Freiburger Vennerbrief, in vier Anfertigungen ausgestellt, und angeblich die bis 1798 gültige Verfassungsurkunde.

Aus welcher Zeit stammt diese Fälschung? Das ist nicht so leicht herauszulesen wie das überexakte Datum, "24. Juni 1404". - Aber vor der Mitte des 18. Jahrhunderts ist die Urkunde nicht möglich.

Vielleicht doch eine Einzelheit: Die in jenem Vennerbrief verwendete Anno Domini-Jahrzählung mit vier Ziffern und arabischen Zahlen ist erst etwa nach 1730/40 plausibel. - Aus der Zeit vorher haben wir keine datierten Dokumente. - Jedes Schriftstück, das frühere Zeiten und Jahrzahlen behauptet, ist demzufolge gefälscht.


Der Grabhügel im Bois de Moncor

(Gemeinde Villars-sur-Glâne bei Freiburg - Fribourg)


Am Südrand des Bois de Moncor, südwestlich der Stadt Freiburg, befindet sich der wohl größte Grabhügel der Schweiz. Höchstens der Tumulus bei Robank, westlich von Wetzikon im Kanton Zürich, kommt diesem gleich.

Der Sturm Lothar von Ende 1999 hat in der Umgebung des Monuments im Bois de Moncor viele Bäume umgeworfen und zwang so zu einer flächenhaften Abholzung und Neuaufforstung des Waldes. So ist der Hügel von den Waldseiten her gegenwärtig besser und vor allem aus viel größerer Distanz  zu erkennen als vor dem Orkan (vgl. die beiden Abbildungen).

Der Grabhügel im Bois de Moncor (Villars-sur-Glâne, FR) von E

Aufnahme des Autors vom 1.4.2004


Der Grabhügel im Bois de Moncor (Villars-sur-Glâne, FR) von W

Aufnahme des Autors vom 1.4.2004


Der imposante Grabhügel (Koordinaten: 575285/182920) überrascht vor allem durch seine gute Erhaltung. Lediglich die Kuppe ist eingeebnet.

Hügelgräber bergen Gräber. Und solche enthalten oft große Schätze. Die meisten derartigen Zeugnisse der Vorzeit sind deshalb schon längst geplündert.

Beim Grabhügel von Moncor wird behauptet, dieser sei nie angestochen worden. - Ob das stimmt, ist fraglich.

Vor Jahren soll ein kanadisches Forscherteam den Grabhügel im Moncor-Wald mit einem Erd-Scanning untersucht haben. Angeblich sei dabei in mehreren Metern Tiefe ein Steinkisten-Grab festgestellt worden. - Auch das könnte erst eine Grabung nachprüfen.

Doch weshalb müssen Grabhügel immer ausgegraben werden? Ob Raubgräber oder Archäologen, alle diese Neugierigen zerstören eine solche Anlage unwiederbringlich. - Ich meine, man soll gewisse Zeugnisse der alten Zeiten auch unberührt lassen. Schließlich hat man heute genug Material, ohne noch das letzte unberührte Monument plündern zu müssen.

Die entscheidenden Fragen lassen sich sowieso auch durch Ausgrabungen nicht klären:

Aus welchen Gründen ließen sich Adelige in der Vorzeit in solchen mächtigen Hügeln begraben?

Wie wurden diese riesigen Erdmassen aufgeschüttet und wo wurde das Material gewonnen?

Welche Kriterien galten für den Standort eines Grabhügels?

Bei dieser Gelegenheit soll auch darauf hingewiesen werden, daß sich in der Nähe des Grabhügels von Moncor noch andere bedeutende Anlagen aus vorgeschichtlicher Zeit finden:

Nur 700 m westsüdwestlich des Tumulus lassen sich im Wald von Belle-Croix, westlich des Wasserwerkes, noch dürftige Spuren einer sogenannten Viereckschanze erkennen. Die Anlage behandle ich in meinem Artikel Die keltischen Viereckschanzen in der Schweiz (dort auch ein Plan).

Südlich des Moncor-Waldes liegt auf einem Sporn am Zusammenfluß der Glane mit der Saane die Glane-Burg von Châtillon-sur-Glâne. Ein mächtiger Abschnittswall und Abschnittsgraben hat sich gegen Westen erhalten. - Westlich davon finden sich im Wald mehrere weitere Grabhügel.

Grabhügel waren auch immer bedeutende Ankerpunkte der alten Landvermessung. Das gilt auch für den Grabhügel von Moncor. Dazu zwei Beispiele:

- Der erwähnte Abschnittswall der Glaneburg ist gewinkelt. Der südliche Teil hat eine Orientierung von 150° SE/330° NW. Läßt man diese Linie nach NW weiter laufen, so trifft sie nach 0.8 Leugen (keltischen Meilen) exakt auf den Grabhügel von Moncor.

- Die erwähnte Erdburg im Pérolles-Wald in Freiburg liegt genau östlich des Grabhügels von Moncor, also auf einer exakten Ost-West-Linie in 1 2/3 Leugen Entfernung!

Die Gegend von Moncor und Villars-sur-Glâne ist heute zu einer fast gänzlich überbauten Stadtlandschaft aus Wohnbauten, Industrieansiedlungen, Einkaufszentren und Verkehrsflächen geworden. Man hat Mühe, sich inmitten dieser modernen Banalität in die Geheimnisse der Vorzeit einzufühlen.

Auch Freiburg besitzt eine trojanische Namenlandschaft

Bereits in mehreren Regionen der Schweiz habe ich sogenannte Namenlandschaften festgestellt. Das sind thematisch gruppierte Ortsnamen, die ein Ereignis der erfundenen Geschichte, etwa eine Schlacht ranken.

Namenlandschaften gibt es etwa im Umkreis von Laupen, Murten und Sempach.

Doch auch um den Bielersee, das Gürbetal und das Veltlin lassen sich solche feststellen.

Über die Namenlandschaften habe ich eine grosse Anzahl Artikel aufgeschaltet:

Die heiligen Berge des Bernbiets

Bielersee oder Erlachersee? Die Namenlandschaft um den Bieler See.

Der Frienisberg nordwestlich von Bern. Eine erstaunliche Namenlandschaft.

Die Namenlandschaft von Olten

Zürich und der Üetliberg

Der Napf und Willisau. Ein Neapel und ein Vesuv im Luzerner Hinterland.

Der Harz als heiliges Land. Eine religiöse Namenlandschaft in Mitteldeutschland.

Nun kam es auch vor, daß solche Namenlandschaften auch im Umkreis einer Stadt geschaffen wurden. Dazu mußte nicht einmal unbedingt  ein besonderer Grund vorhanden sein. - So ist es auch bei Freiburg.

Diese Stadt liegt am SARNO, dem Fluß, der am Fuße des Vesuvs vorbei fließt: SARINE = SRN = SARNO.

Die Sarine fließt unterhalb von Freiburg an Laupen (LPN > NPL = NEAPEL) vorbei.

Und im Norden der Stadt, außerhalb von Sankt Leonhard, liegt ein markanter, rundlicher Hügel. Dieser heißt TORRY. - Man möchte meinen, er habe früher TORNY geheißen, wie jene Ortschaft im Westen des Kantons. In Torny (TRM) ist klar TROJAM, Troja enthalten. Der Hügel von Torry spielte für Freiburg die Rolle eines Vesuvberges.

Das Troja aber mußte rechtgläubig sein. Dies geschah, indem man am Südfuß des Hügels von Torry eine Örtlichkeit PETIT ROME = Klein Rom ansiedelte.

Auch mußte ein Unglücksberg einen engelgleichen Gegenpart haben. Nördlich von Freiburg und dem Torry- oder Troja-Hügel geschah dies durch die Burg ENGLIS-Berg, auf einem Felskopf über der Saane.

Schon früher habe ich das ENGLIS-Berg bei Bern, am Anfang des Längenbergs erkannt. Dort hatte der Weiler und die ehemalige Burg die Aufgabe, einen Gegenpart zum unglückbringenden Ulmizberg zu bilden (vgl. Die heiligen Berge des Bernbiets).

Die Erdburg Englisberg habe ich als Schüler noch gesehen. Heute bildet sie den südlichen Brückenkopf der Autobahnbrücke über den Schiffenen-Stausee und ist für diesen Bau vollständig zerstört worden. - So vergeht die Herrlichkeit der Welt!

Ein Vesuvberg hat einen Vesuvkaiser. Einer dieser ist METTIUS von Alba. Der Herrscher ist nordöstlich des Torry-Hügels vertreten in dem Flurnamen METTETLET.

Jede Burg, jeder Wehrturm konnte als Troja, als uneinnehmbare Festung bezeichnet werden. Deshalb verwundert nicht der Name des erhaltenen Wehrturms der  städtischen Sperrmauer gegen Bourguillon (Bürglen):

DÜRREN-BÜHL enthält im ersten Wortteil unverkennbar TROJAM, Troja!

Sind noch weitere trojanische und vesuvianische Namen am Stadtrand von Freiburg auszumachen? Das Studium alter Karten und der historischen Topographie wird Klarheit darüber verschaffen.

Über die trojanischen und vesuvianischen Ortsnamen in der Schweiz wird demnächst ein Buch erscheinen. Von diesem Werk ist der Schweizer Teil bereits in Form eines elektronischen Ortsnamen-Wörterbuchs online zugänglich:

Der Vesuv ist überall!


Freiburg stellte sich als ein Troja dar

Wenn die Stadt sich vor ihren Toren eine trojanische Namenlandschaft schuf, so wollte sie sich damit als ein Troja sehen. Der Name aber ist Freiburg.

Man darf sich dadurch nicht abschrecken lassen. Nicht nur der Name, auch andere Dinge können aufzeigen, daß sich Freiburg tatsächlich als Troja sah.

Beispielsweise gibt es eine Brunnenfigur vor dem Chor der Kathedrale in Freiburg, die Hans Gieng zugeschrieben wird. Dem Herold schmiegt sich ein sitzender Löwe an: Das ist der trojanische Löwe (ILJON = LÖWE) (vgl. die Abbildung).

Freiburg - Fribourg: Tapferkeitsbrunnen (Fontaine de la vaillance) neben dem Chor der Kathedrale

Der sitzende Löwe zu Füssen des Kriegers hat eine eminente symbolische Bedeutung.

Foto: Ch. Pfister, 13.7.2004


Und Freiburg hat als Wappen drei gezinnte und aneinandergereihte Türme  von abgetreppter Höhe: Troja ist eine feste Stadt oder Burg. Und im Namen TROJA steckt bekanntlich TROY, die Dreiheit, gemeint die christliche Trinität.

Die Stadt gab sich vor vielleicht vierhundert Jahren den Namen Freiburg vor dem Hintergrund der Troja-Sage.


 Der Dürrenbühlturm

Der Dürrenbühl-Turm (Freiburg - Fribourg), von Westen her gesehen

Teleobjektiv-Aufnahme des Autors, 2.2005


Dieser Wehrturm stellt den Rest einer Abschnittsbefestigung dar. Das Monument und eine Mauer sperrte den durch die Galtern-Schlucht gebildeten Sporn, der gegen Bourguillon (Bürglen) hinauf führt.

Der Turm selbst ist vollständig erhalten und wird heute von Pfadfindern genutzt. - Man darf das Ende des 17. Jahrhunderts als Entstehungszeit annehmen.

Von der Sperrmauer mit dem Graben sind nördlich des Dürrenbühlturms gegen die Galtern-Schlucht (vallée du Gottéron) noch einige Reste erhalten.

Interessant ist der Name des Turms:

DÜRREN (TRM) hat nichts mit deutsch dürr zu tun. Darin enthüllt sich durch Entvokalisierung des Namens TROJA: TRM = TROJAM, Troja.

TURM selbst hat die gleiche Bedeutung, also TROJA.

Der Name Dürrenbühlturm enthält also zweimal die bedeutende Sagenstadt!

Anmerkung:

Der Name DÜRRENBÜHL-Turm findet sich auch in meinem Buch und in dem elektronischen Ortsnamen-Wörterbuch der Schweiz: Der Vesuv ist überall.