Die Ländernamen von Kleinasien (Anatolien)
Die Ortsnamen Anatoliens sind neuzeitlich, nicht antik!
von Christoph Pfister
Das Theater von Aspendus in Pamphylien mit Blick auf die Ebene des Eurymedon
aus: Henri Stierlin: Kleinasiatisches Griechenland; Stuttgart - Zürich 1996, 161
Der berühmte Theaterbau ist phantastisch gut erhalten. Also kann er höchstens drei- bis vierhundert Jahre alt sein. - Die Römerzeit war folglich in der Neuzeit. - Und auch die Orts- und Ländernamen des angeblich griechischen Ostens verraten alle einen jungen und westeuropäischen Ursprung.
Die Ortsnamen des Ostens
In meinem Buch Die Matrix der alten Geschichte (2005) habe ich den Ortsnamen des Ostens ein eigenes Kapitel und eine Tabelle gewidmet. Darin weise ich nach, daß alle angeblich antiken Orts- und Ländernamen der Länder des östlichen Mittelmeers nicht antik, sondern neuzeitlich sind.
In meinem neuen Buch Der Vesuv ist überall (2005) ergänze ich diese Aussagen. - Und besonders habe ich ein Kapitel mit einer Übersicht über die europäische Ortsnamengebung herausgenommen und auf dieser Homepage publiziert.
Die Analyse der einzelnen Ländernamen ergibt deutlich, daß diese neuzeitlich mehr als antik sind - auch unter dem Gesichtspunkt der neuen Chronologie (vergleiche die untenstehende Tabelle).
Antike Ländernamen in Anatolien
Armenien (Armenia)
RM > ROMA
Die Armenier sind römische Christen.
Bithynien (Bithynia)
Béthune = Stadt in der Umgebung von Lille, ehemals in Belgien
Béthune liegt in Nordfrankreich. In der Nähe befindet sich Saint-Omer, der Ort, von dem der Name des Dichters Homer abgeleitet ist.
Belgien und Nordfrankreich ist in Griechenland und Nordanatolien stark vertreten.
Galatien (Galatia)
GLT > GLL = GALLIA
Auch die Geschichtssage spricht von den gallischen Galatern, die in antiker Zeit kriegerisch in Kleinasien eingefallen seien.
Kappadokien (Cappadocia)
CPDCM = SAPAUDI(C)AM = SAPAUDIAM, Sapaudia = Savoyen
Aus Kappadokien kommt die Trinität der drei bedeutenden "oströmischen" Kirchenväter: Basilius von Caesarea, Gregor von Nazianz, Gregor von Nyssa.
Karien (Caria)
CR > CR(STM) = CHRISTUM, Christus
Kilikien (Cilicia)
CLC > SCL = SICILIAM, SIzilien
Kilikien ist wie Sizilien ein Kreuzesland.
Alexander der Grosse schlägt folglich dort seine Jesus-Schlacht von Issus.
Cicero war sowohl Anwalt der Sizilianer wie Proprätor der Provinz Kilikien.
Pompejus besiegt die (christlichen) kilikischen (oder sizilianischen?) Seeräuber und behandelt sie milde.
Kommagene (Commagene)
Ländername mit unklarer Bedeutung.
Lydien (Lydia)
LT = LATINA
Die Perser (Franken oder Franzosen) besiegen den reichen König Kröus: Im Hochmittelalter besiegt der Franken-Fürst Karl von Anjou die Hohenstaufen in Italien zwischen Rom und Neapel (Latium).
Lykien (Lycia)
LUCCA
Mittelitalien ist sowohl in Griechenland wie Kleinasien gut vertreten.
Mysien (Mysia)
MS > M(R)S = MARSIA
Auch in Mittelitalien gibt es eine Landschaft MARSIEN.
Pamphylien (Pamphylia)
PMPLM = POMPILIUM, Pompilius
Das Prestige von Pompeji (= römisches Iljum) stand am Ursprung dieses Ländernamens. - Diese Namenlandschaft ist stark von Bern und der Westschweiz geprägt.
Paphlagonien (Paphlagonia)
PPL = papalis + ARAGONIA, Aragonien
"päpstliches Aragonien"
Die Aragonesen waren eine führende Kreuzfahrer-Nation, die überall ihre Namen hinterliess.
Vergleiche die ARGONAUTEN: nautae Aragoniae.
Phrygien (Phrygia)
PRC = PARACLETUS = Parakleten-Land = Burgund
Phrygien galt als reiches Land (vergleiche die Sage von König Midas). - Auch Burgund galt als reiches Land (vergleiche die Burgunder-Beute der Eidgenossen).
Pisidien (Pisidia)
PISA
Mittelitalien ist sowohl in Griechenland als auch in Anatolien gut vertreten.
Pontus
Burgund (BORGONDIA)
Der Herrscher von Pontus hieß Mithridates. Dieser ist eine Parallelität zum Burgunder-Herzog Karl der Kühne.
Flußnamen in Anatolien
Halys
Hebräisch: haleviim = die Priester
"Priesterfluß"
Der Fluß bildet die Ostgrenze von Phrygien, Galatien und Paphlagonien.
Maiandros (Mäander)
MNTRM
Doppelname:
Hebräisch: mayim = Wasser + TRM = TROJAM = Troja
"Trojanisches Gewässer"
Fluß zwischen Lydien und Karien.
Hebräisch-lateinische Hybridwörter sind selten. Ihr Vorkommen deshalb staunenswert.
Sangarios
SANCTUM ARNUM = heiliges Rom
Am Fluß Sangarios liegt die Stadt GORDION mit ihrem Burgberg.
Der Flußname kommt auch in der Schweiz vor (vgl. Der Vesuv ist überall):
ARNON; SINGINE (eigentlich: SINGIRNE),
SANGERN
ARMENIEN ist ROM.
Aber schon BITHYNIEN enthält einen französischen Ortsnamen.
Und die übrigen Ländernamen kommen ebenfalls aus Frankreich, Italien und Spanien. Sie widerspiegeln damit die Zusammensetzung der Kreuzfahrer-Nationen, wie sie besonders im "mittelalterlichen" Griechenland faßbar ist. - Neben einer starken italienischen Präsenz sind auch die Aragonesen (PAPHLAGONIEN) überall vertreten.
Die Abgrenzung der einzelnen anatolischen Ländernamen ist übrigens alles andere als eindeutig. Das zeigt sich bei Galatien, welches sich überlappt mit Phrygien. - Und die Ländernamen haben teilweise einen Bezug zu geographischen Eigentümlichkeiten aus den westlichen Gebieten Europas, aus denen sie gekommen sind.
Das zeigt auch einige Überlegungen zu Gordion in Phrygien und zu Aspendus in Pamphylien.
In welcher Landschaft liegt Aarberg?
Bereits in meinem Web-Artikel Alexander der Grosse kam bis Aarberg habe ich auf einen eigenartigen Sachverhalt in der Geschichtserfindung hingewiesen:
Der Burgunderherzog Karl der Kühne, welcher die Eidgenossen bekriegte, ist eine exakte Parallelität zu Alexander dem Grossen. Die Geschichte des makedonischen Kriegszugs durch Kleinasien, Syrien und Mesopotamien hat eine Entsprechung in den Burgunderkriegen der Schwyzer.
Diese Zusammenhänge stelle ich in meinem Buch Bern und die alten Eidgenossen dar. - Sie finden sich aber auch hier in dem Web-Artikel Alexander der Grosse besuchte Aarberg (Aspendus), Bern (Gordion) und das römische Nancy (Ancyra).
Es ergeben sich auch Namensparallelen. Ein guter Teil der alexandrinischen Ortsnamenlandschaft des Ostens findet sich im Westen wieder (vergleiche den Plan).
Das "antike" Anatolien mit seinen Ländernamen
aus: Putzger: Historischer Atlas, S. 16
Tyrus ist Murten.
Halikarnassus ist Lausanne.
Ancyra ist Nancy.
Die Schlacht am Granicus entspricht der Schlacht bei Grandson.
Die Schlacht bei Issus entspricht der Schlacht bei Murten (oder Cressier).
Die Ortsnamen-Parallelitäten gehen noch weiter:
In der Landschaft Pamphylien an der Südküste Anatoliens hat Bern und die Westschweiz sogar eine vollständige Namenlandschaft aufgebaut, welche derjenigen rund um Aarberg im Berner Seeland entspricht.
Aarberg ist folglich ASPENDUS (bei Aarberg gibt es ein SPINS und ein ASPI).
Pamphylien (PMPLM = POMPILIUM) nun gibt es auch bei Bern und in der Westschweiz, und zwar zweimal:
Ein bedeutender westlicher Vorort von Bern heißt Bümpliz (PMPLS).
Unmittelbar westlich von La Sarraz im (ehemals bernischen) Waadtland liegt Pompaples (PMP(P)LS.
Weshalb diese beiden Orte, die POMPILIUS enthalten?
Nun, wollten die Ortsnamen-Erfinder nicht damit hinweisen, daß Aarberg für sie tatsächlich in Pamphylien liegt?
Das seeländische Aarberg liegt tatsächlich zwischen Pompaples und Bümpliz - nicht auf einer Linie, wohl aber auf dem Weg zwischen diesen beiden Orten.
In welcher Landschaft liegt Bern?
An mehreren Stellen weise ich auf die merkwürdige Extratour von Alexander dem Grossen in Anatolien hin: Nach der Einnahme von Aspendus zieht dieser nicht, wie es logisch wäre, entlang der Südküste nach Kilikien, sondern macht einen gänzlich unglaubwürdigen Zug ins Innere gegen Norden.
Alexander besucht auf diesem Zug vor allem die Stadt Gordion am Sangarius, wo er dem Perserreich offiziell den Krieg erklärt. - Auch Bern erklärt dem Burgunderherzog offiziell den Krieg.
GORDION nun ist Bern, genauer gesagt der GURTEN, der alte Burgberg der Stadt.
Der Sangarius (SNGRM) ist die Sense (Singine, eigentlich SINGIRNE (SNGRM).
Das Gordion in Kleinasien nun liegt in der Landschaft PHRYGIEN. - Aber die Unterscheidung mit GALATIEN ist undeutlich. Man hat den Eindruck, als ob beide Ländernamen übereinander gelegt sind.
PHRYGIEN hat etwas mit Burgund zu tun. - Und Bern liegt in der historischen Landschaft Burgund oder Klein-Burgund.
Und Burgund selber ist nach Frankreich, also Gallien, dem Land GALATIEN orientiert.
Bern liegt also sowohl in Phrygien (Burgund) wie in Gallien (Galatien).
Kleinasien war zu einer bestimmten Zeit - zweifellos im 17. Jahrhundert - Objekt und Spielwiese ihrer westeuropäischen Überlagerer.
12.7.05