Das vorgeschichtliche Erdwerk von Eppenberg oder Buchholz (Gemeinde Eppenberg-Wöschnau SO)

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Die Wehranlage von Eppenberg oder Buchholz (Eppenberg-Wöschnau SO): Digitaler Plan mit 1 Meter-Höhenkurven.

Man beachte auf dem Plan den auffälligen, wohl künstlichen Einschnitt in der Mitte des Felsabsturzes gegen Norden. Nach Meinung des Autors stellt dieser den ursprünglichen Zugang dar.

Der markante Einschnitt im Osten stellt einen ehemaligen Steinbruch dar. Dieser dient heute als Klettergarten.

Die schön geschwungene Form des Abschnittswalls gegen Süden verdient hervorgehoben zu werden.


Eppenberg (Buchholz): Der Abschnittswall im südöstlichen Teil. Ansicht von innen.

Foto: Autor, 13.10.2018


Eppenberg (Buchholz): Der Abschnittswall im mittleren Teil. Blick von Westen.

Foto: Autor, 13.10.2018

  Man sieht auf dem Bild, dass die Innenseite des Walls (links) weniger hoch und weniger steil ist als die Aussenseite (rechts).


Vorbemerkung

Die Bezeichnungen für alte Wehranlagen sind vielfältig: Erdwerk, Erdburg, Refugium, Oppidum.

Eppenberg wird hier als Erdwerk angesprochen. Man könnte auch sagen eine vorgeschichtliche Wehranlage.

Refugium, also Fluchtburg, ist dagegen ein problematischer Begriff und abzulehnen.

Oppidum gilt allgemein als Name für große „keltische“ Erdwerke. Aber man darf daraus nicht auf eine bestimmte Epoche schließen: Oppidum bedeutet Burg. Das kann ein großer oder kleiner Platz sein.

Eine große Burg bezeichnet man auch als Stadt, also eine Burg_Stadt.

P.S.: In einem online-Verzeichnis wird Eppenberg als "Wallburg" bezeichnet!

Lage

Die vorgeschichtliche Wehranlage von Eppenberg in der solothurnischen Gemeinde Eppenberg-Wöschnau, 2 km südwestlich von Aarau. Die Anlage lehnt sich gegen ein markantes, langgezogenes Kalkstein-Felsband an, welches das Aaretal um gute hundert Meter überragt. Im Osten wird der Platz durch das Roggenhausen-Tal begrenzt, das auch das besagte Felsband unterbricht.

Der Felsrand gegen Norden hat eine ungefähre Höhe von 460 Metern über Meer. Gegen Südosten erreicht das Gelände mit der Wallkrone eine Höhe von bis zu 480 Metern.

Beschreibung

Das Erdwerk liegt in dem Buchholz genannten Wald, nördlich des Weilers Eppenberg. Die Anlage besteht aus einem gegen Süden gerichteten, auffällig geschwungenen Abschnittswall von 585 Metern Länge.

Auf zwei Drittel der Länge bildet der Südrand des Walls den heutigen Waldrand. Im Südwesten hingegen setzt sich die Bewaldung entlang des Felsbands fort.

Der Wall ist auf der Innenseite heute noch durchschnittlich zwei bis drei Meter hoch. Gegen außen fällt die Wallböschung aber um das Doppelte, also vier bis fünf Meter ab.

Die Wallkrone zeigt keine Mauerspuren. Der Wall scheint auch keine sogenannte Gallische Mauer aus Steinen und Holz getragen zu haben.

Die Länge des Walls weist heute mehrere Durchbrüche auf. Diese Schnitte zeigen einen Wall als gewöhnliche Erdaufschüttung.

Vor dem Wall lag ein breiter Graben. Dieser ist im Südwesten – also dort wo die Erdaufschüttung ganz im Wald liegt – noch als breite, niedere Vertiefung erkennbar.

Eine Toranlage ist nirgends festzustellen. Häufig waren solche an den Wallenden zu finden. - Gegen Osten ist der Abschluß des Walls von Eppenberg heute durch einen Fahrweg gekappt.

Auf der durch den Abschnittswall geschützten Fläche sind keine besonderen Geländemerkmale zu erkennen.

Hingegen fällt in der Mitte des Felsbands gegen Norden ein merkwürdiger Einschnitt auf. – Die steile Erdböschung könnte möglicherweise den früheren Zugang anzudeuten – mittels zum Beispiel einer hölzernen Stiege.

Eppenberg oder Buchholz zählt zu den grössten vorgeschichtlichen Erdwerken der Schweiz.

Die gute Erhaltung der Wehranlage verdient hervorgehoben zu werden. Einzig im Osten ist das vorher zugespitzte Ende durch einen ehemaligen Steinbruch angeschnitten. Die Felswand dient heute als Klettergarten.

Die Figur

Der Plan zeigt deutlich, dass mit der Anlage des Erdwerks von Eppenberg oder Buchholz auch eine Figur beabsichtigt wurde. Der linsenförmige, dazu nach der Ost-West-Achse ausgerichtete Grundriss ist auffällig.

Zuerst ist als fast gleichartiges und gleich grosses Objekt Châtillon bei La Sarraz VD zu nennen.

Ähnlich ist auch das Objekt Alt Lucens VD.

Man denkt bei diesen Grundrissen an ein figürliches Auge. - Mythologisch kommt die Assoziation mit dem Auge des Horus.